Ausland

Blutiger Anschlag auf Luxus-Hotel in Peshawar

Selbstmordattentäter haben bei einem Anschlag auf ein Luxushotel in Pakistan mindestens fünf Menschen in den Tod gerissen und 70 weitere Menschen verletzt.

Verheerende Folgen: Die Wucht der Explosion zerstörte das Hotel völlig.

Verheerende Folgen: Die Wucht der Explosion zerstörte das Hotel völlig.
Bild: Keystone

Die Rettungskräfte im Einsatz

Die Bewaffneten stürmten am Dienstag nach Polizeiangaben das auch bei Ausländern beliebte Hotel Pearl Continental in der Stadt Peshawar im Nordwesten des Landes, bevor ein gewaltiger Sprengsatz detonierte. Es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt, sagte ein Polizeisprecher.

Mitarbeiter der Uno unter den Opfern

Ein Reporter berichtete, sechs Ausländer seien verletzt aus dem Hotel gekommen. Einer von ihnen habe erklärt, er arbeite für das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Nach Angaben eines Sprechers des Uno-Welternährungsprogramms (WFP) hielten sich in dem Hotel mehr als 25 Mitarbeiter der Vereinten Nationen auf. Laut Behördenangaben war unter den Toten ein serbischer Mitarbeiter von UNHCR. Unter den Verletzten seien ein Deutscher, ein Brite sowie ein Somalier.

Ein Polizeisprecher sagte der AP, nach Berichten von Augenzeugen habe es sich bei den Attentätern um drei Männer gehandelt, die mit einem Lastwagen vor das Haupttor des Hotels gefahren seien. Sie hätten auf Sicherheitsleute geschossen und seien dann durch das Tor gerast. Unmittelbar vor dem Pearl Continental hätten sie ihren Sprengsatz gezündet.

«Überall waren Blut und Scherben»

Das Pearl Continental wurde laut Fernsehberichten schwer beschädigt. Die Explosion, die laut Polizei von mehr als einer halben Tonne Sprengstoff ausgelöst wurde, hinterliess einen grossen Krater. Das Hotel ist bei Ausländern und gut situierten Pakistanern beliebt und wird gut bewacht. Es liegt rund 1,5 Kilometer vom Flughafen von Peshawar entfernt.

Das US-Aussenministerium stand laut Angaben aus Regierungskreisen in Washington in Verhandlungen über einen möglichen Kauf oder eine Anmietung des Hotels, um dort ein amerikanisches Konsulat unterzubringen. Hinweise, dass der Anschlag damit in Zusammenhang stehen könnte, gebe es bisher aber nicht.

Einer der Verletzten, Jawad Chaudhry, sagte, er habe sich in seinem Hotelzimmer im Erdgeschoss aufgehalten, als er Schüsse und dann einen lauten Knall gehört habe. «Der Boden unter meinen Füssen hat gewackelt. Ich dachte, mir fällt das Dach auf den Kopf. Ich bin nach draussen gerannt. Alle sind in Panik gerannt», sagte Chaudhry. «Überall waren Blut und Scherben.»

Die Taliban unter Verdacht

Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Der Verdacht fiel jedoch auf die militanten Taliban. Im Nordwesten Pakistans sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Gewalttaten verübt wurden. Die Behörden sehen darin Racheakte für die Grossoffensive der Streitkräfte gegen die Taliban im Swat-Tal. Bei einem Bombenanschlag auf das Marriott-Hotel in Islamabad wurden im vergangenen Jahr mehr als 50 Menschen getötet. (raa/sda/)

Erstellt: 09.06.2009, 23:19 Uhr

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