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Bürger bekommen 140 Franken – bar auf die Hand

Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 05.03.2009 1 Kommentar

Im Rahmen eines Konjunkturprogrammes erhält jeder Einwohner Japans einen Geldbetrag von umgerechnet 140 Schweizer Franken in bar.

Geld für alle: Ein Beamter der Stadt Kobe verteilt einem Obdachlosen ein Infoblatt zur bevorstehenden Bargeld-Auszahlung.

Geld für alle: Ein Beamter der Stadt Kobe verteilt einem Obdachlosen ein Infoblatt zur bevorstehenden Bargeld-Auszahlung.
Bild: Keystone

Trotz heftigen Widerstandes der Opposition hat der japanische Premierminister Taro Aso im japanischen Unterhaus ein gigantisches Konjunkturprogramm im Wert von 315 Milliarden Franken durchgeboxt. Darin enthalten ist das Lieblingsprojekt des Premiers: Die Verteilung von 2 Billionen Yen (rund 23 Milliarden Schweizer Franken) Bargeld an alle Einwohner des Landes.

Zwei kleinere Dörfer im Norden Japans werden als erste vom Geldsegen profitieren dürfen. Jeder Einwohner wird im Rahmen dieses Programms 12'000 Yen (rund 140 Franken) in bar erhalten. Personen unter 18 Jahren und Senioren über 65 bekommen zusätzliche 8000 Yen (95 Franken).

Ex-Premier Koizumi dagegen

Die umstrittene Massnahme ist in den letzten Monaten auf viel Kritik gestossen. In einer Umfrage der Tageszeitung «Asahi Shimbun» sprachen sich gar 63 Prozent der Bevölkerung dagegen aus. Von der hohen Sparwut der Japaner ausgehend, wird befürchtet, dass ein Grossteil des verteilten Bargeldes gar nicht in die angeschlagene Wirtschaft fliessen wird. Ökonomen verweisen ebenfalls auf die geringe Wirksamkeit des Projektes.

Ausgerechnet der ehemalige Premier Junichiro Koizumi hatte sich gegen Asos Idee gewandt. Der in Japan beliebte Politiker bezeichnete die Geldverteilung als «lachhaft» und blieb der Abstimmung fern. Die Ironie der Geschichte ist, dass Aso mit der grossen noch von Koizumi erkämpften Parlamentsmehrheit im Unterhaus das Konjunkturprogramm durchdrückte, nachdem das Oberhaus die Vorlage noch zurückgewiesen hatte.

Populistische Verteilaktion

Das Verteilprogramm wird als eine populistische Politaktion von Taro Aso angesehen, dessen Regierung, gemäss Asahi Shimbun, von nur noch 13 Prozent der Bevölkerung getragen wird. Die nächsten Unterhauswahlen stehen spätestens diesen Herbst an. Und übrigens, Premier Aso hat erklärt, dass er das Staatsgeld ebenfalls annehmen wird. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.03.2009, 14:29 Uhr

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1 Kommentar

Rolf Schlumpf

06.03.2009, 10:16 Uhr
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Man kann die Aktion sicher kritisch sehen. Trotzdem, die Idee ist nicht die Schlechteste, sehr gut vor allem, weil der Betrag jetzt nicht gerade gross ist. Sprich, würden alle 50'000 Yen kriegen, dann würde das wohl auf dem Sparkonto landen. Bei "nur" 12'000 Yen bin ich überzeugt, dass es gleich ausgegeben wird. Kleinvieh macht eben auch Mist. Eine Idee für die Schweiz, jedem 150 Fr zum ausgeben. Antworten



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