Ausland

Der Iran will sich nicht helfen lassen

Aktualisiert am 13.08.2012 46 Kommentare

Zwei Tage nach den Erdbeben im Nordwesten des Landes sind weitere 50 Menschen ihren Verletzungen erlegen. Damit steigt die Zahl der Erdbebentoten auf über 300. Hilfe aus dem Ausland lehnt Teheran ab.

1/10 Packten zusammen, was von ihrem Hab und Gut noch übrig war: Zwei Jungen klettern über die Trümmer von Varzaqan. (12. August 2012)
Bild: Keystone

   

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Die Zahl der Toten der Erdbeben im Nordwesten des Iran ist auf mehr als 300 gestiegen. Bei den Beben am Samstag seien 306 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, sagte Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastjerdi vor dem Parlament. 50 Menschen verstarben demnach in Spitälern an ihren Verletzungen. 3037 weitere Menschen seien verletzt worden. Von den 268 Toten, die in Leichenschauhäuser gebracht wurden, seien 219 Frauen oder Kinder und 49 Männer gewesen. Mehr als 2000 der Verletzten seien vor Ort versorgt, die anderen in Krankenhäuser der Region gebracht worden, sagte die Ministerin.

Der Nordwesten des Iran war am Samstag kurz nacheinander von zwei Erdstössen der Stärke 6,3 und 6,4 erschüttert worden. Betroffen war die vorwiegend ländliche Bergregion um die Städte Varzaqan, Ahar und Haris in der Provinz von West-Azarbaijan. Nach Angaben der Regierung wurde die Hälfte der 600 betroffenen Dörfer zu 40 bis 100 Prozent zerstört. Zahlreiche Opfer wurden nicht in Leichenschauhäuser gebracht, sondern gemäss dem islamischen Brauch noch am Wochenende begraben.

Schweiz bietet Unterstützung an

Die Schweiz ist bereit, die iranischen Behörden bei der Bewältigung der Erdbebenkatastrophe zu unterstützen. Ein entsprechendes Hilfsangebot hat sie an die iranische Regierung übermittelt. Die Humanitäre Hilfe der Schweiz stellt ein Soforteinsatzteam zusammen, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte. Dieses Team könnte bei Bedarf innerhalb von 24 Stunden ins Katastrophengebiet entsandt werden, um Bedürfnisse abzuklären und Sofortmassnahmen einzuleiten.

Kontakt zur Schweizer Botschaft in Teheran, den iranischen Behörden und Partnerorganisationen hat die Humanitäre Hilfe der Schweiz bereits aufgenommen, wie es weiter heisst.

Hilfskonvoi aus Aserbeidschan

Derweil hat ein Hilfskonvoi aus dem benachbarten Aserbeidschan das betroffene Gebiet erreicht. Drei Lastwagen überquerten am Sonntagabend den Grenzpunkt Dschulfa, wie die amtliche aserbaidschanische Nachrichtenagentur Azertaq berichtete. Die Fahrzeuge seien mit Notunterkünften, Decken und Trinkwasser beladen.

Das international weitgehend isolierte Iran und Aserbeidschan pflegen als Nachbarländer pragmatisch gute Beziehungen. Laut Azertaq soll in Kürze ein zweiter Hilfskonvoi auf den Weg geschickt werden.

Iran lehnt Hilfe ab

Zuvor hatten etliche Länder ihre Hilfe angeboten, darunter Deutschland und die USA. Der iranische Innenminister Mostafa Mohammad-Najjar bestätigte die Hilfsangebote, lehnte sie jedoch ab. Bereits am Nachmittag hatte das Staatsfernsehen das Ende der Suche nach Verschütteten gemeldet. In der betroffenen Provinz Ost-Azarbaijan ordneten die Behörden eine zweitägige Trauer an.

«Unsere Gedanken sind bei den Familien jener, die ihr Leben verloren haben», teilte das Weisse Haus in einem Kondolenzschreiben an die Opfer mit. Die USA wünschten den Verletzten eine rasche Genesung, hiess es weiter. «Wir sind bereit, in dieser schwierigen Zeit Hilfe zu leisten.» Auch der deutsche Bundesaussenminister Guido Westerwelle (FDP) kondolierte. Deutschland stehe bereit, um dem Land zu helfen, schrieb er. Der Iran brauche keine Unterstützung von aussen und könne die Lage selbst bewältigen, sagte indes Innenminister Najjar.

Angst vor Seuchen

Gleichzeitig wächst die Angst vor Seuchen. Angesichts fehlender sanitärer Einrichtungen für die obdachlos gewordenen Überlebenden und der vielen Tierkadaver warnte der Chef der Rettungsdienste, Gholamresa Masumi. (kpn/AFP)

Erstellt: 13.08.2012, 12:07 Uhr

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46 Kommentare

ali kazemi

13.08.2012, 10:40 Uhr
Melden 51 Empfehlung 0

Iran traut westlichen Regierungen nicht.In Vergangenheit haben oft CIA u MI5--Agenten getarnt als Nuklear-Inspektoren o Rotkreuzhelfer eingereist u kurz danach sind heikle strategische Information nach Ausland gelangt.Iran ist eine Diktatur u sicher läuft einiges schief dort,aber Iran hat bis jetzt mit Westen seit 1953 CIA-Putsch bis heute keine gute Erfahrungen gemacht,egal wer dort regiert Antworten


Daniel Graber

13.08.2012, 10:35 Uhr
Melden 42 Empfehlung 0

Helfende Ausländer könnten ja so nebenbei Dinge sehen, die sie gar nicht hätten sehen dürfen...! Antworten



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