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Der Terror ist noch nicht am Ende

Der Doppelanschlag auf zwei Luxushotels in Jakarta zeigt, dass die mit Al-Qaida verbundenen Militanten in Indonesien noch lange nicht geschlagen sind.

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Vom Hotel J.W. Marriott in Jakarta, Indonesien, steigt Rauch auf.
Bild: Reuters

   

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Video und Karte

(Quelle: Reuters)

Sie galten wegen des harten Durchgreifens der Sicherheitsorgane zuletzt aber als ernsthaft geschwächt. Die Angriffe im Herzen der Hauptstadt waren die ersten seit fast vier Jahren. Sie folgten keine zwei Wochen nach der Wiederwahl von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono. Diese festigte den Ruf des bevölkerungsreichsten muslimischen Landes als Vorbild säkularer Demokratie in der islamischen Welt.

Der Verdacht für die Anschläge fiel umgehend auf das Terrornetz Jemaah Islamiyah und seine Verbündeten - insbesondere Noordin Top, einen Malaysier, der sich für den letzten Anschlag in Indonesien 2005 verantwortlich erklärt und auf Video weitere Angriffe angekündigt hatte. Seit 2000 schon terrorverdächtig, rückten die radikalen Islamisten der Jemaah Islamiyah mit dem Blutbad von Bali 2002 mit über 200 Toten in den Blickpunkt. Auf das am Freitag betroffene Marriott-Hotel hatten sie bereits 2003 einen Autobombenanschlag verübt. Das koordinierte Vorgehen - zwei Explosionen binnen weniger Minuten - ist ein Markenzeichen des Terrornetzes.

Streben nach einem islamischen Staat

Auf seinem Höhepunkt soll es mehrere hundert Mitglieder in Malaysia, Indonesien, den Philippinen, Thailand und Australien gehabt haben. Diese erhielten eine Kampfausbildung und strebten danach, einen islamischen Staat in der Region zu errichten. Die Gefährlichsten unter ihnen waren mehr als 60 Indonesier und Malaysier, die Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre zum Kampf gegen die sowjetischen Truppen oder zur Ausbildung in Al-Qaida-Lagern nach Afghanistan gegangen waren. Sie kehrten zurück in der Absicht, wie Al-Qaida westliche Zivilpersonen ins Visier zu nehmen. Verhaftete Gruppenmitglieder sagten vor Gericht aus, sie hätten Rache nehmen wollen für die von US-Soldaten in Irak und Afghanistan getöteten Muslime.

Geld und Anleitung von Al-Qaida?

Nach Bali folgte drei Jahre lang je ein Anschlag in Indonesien: 2003 die Autobombe vor dem Marriott, 2004 eine Autobombe vor der australischen Botschaft, 2005 ein Dreifachanschlag von Selbstmordattentätern in Restaurants auf Bali. Bei den ersten beiden Bluttaten stammte nach Polizeiangaben ein Teil der Finanzierung und Anleitung von Al-Qaida-Leuten, die sich in Bangkok mit Führungsmitgliedern der Jemaah Islamiyah getroffen hatten.

Auch Banküberfälle sollen zur Geldbeschaffung beigetragen haben. Darüber hinaus werden der Gruppe Bombenanschläge auf den Philippinen und die Planung von Anschlägen in Singapur vorgeworfen.

Dass seit 2005 nichts Grosses mehr vorkam, wurde dem - nach Bali ernsthaft betriebenen - harten Vorgehen der indonesischen Sicherheitskräfte zugeschrieben. Schon das relativ geringe Ausmass der Anschläge von 2005 galt als Anzeichen dafür, dass die Terroristen unter Druck waren. Die USA und Australien, das 2002 auf Bali 88 Staatsbürger verloren hatte, unterstützten Indonesiens Jagd auf die Terroristen mit finanziellen und technischen Mitteln.

Seit 2002 wurden mehr als 200 Verdächtige verhaftet, neben viel Fussvolk auch einige Führungspersonen. Mindestens vier wurden hingerichtet, die meisten zu Haftstrafen zwischen drei Jahren und lebenslang verurteilt. Auch in Malaysia und Singapur sitzen mutmassliche Jemaah-Islamiya-Mitglieder hinter Gittern. Die meisten Experten schätzten die Wahrscheinlichkeit eines weiteren grossen Anschlags eigentlich als gering ein - doch sie wiesen auch darauf hin, dass ein Teil des harten Kerns der Terrortruppe immer noch auf freiem Fuss ist. (bru/ap/Chris Brummitt/)

Erstellt: 17.07.2009, 19:09 Uhr

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