Ausland

Der Westen gibt Afghanistan nicht auf

Aktualisiert am 08.07.2012 9 Kommentare

Eine internationale Afghanistan-Konferenz hat 16 Milliarden Dollar für Afghanistan gesprochen. Dafür verlangt sie von Afghanistan, insbesondere die Bildung und die Arbeitstätigkeit der Frauen zu fördern.

Nimmt 16 Milliarden Dollar in Empfang: Der afghanische Präsident Hamid Karzai verlässt einen Fototermin an der Afghanistan-Konferenz in Tokio (8. Juli 2012)

Nimmt 16 Milliarden Dollar in Empfang: Der afghanische Präsident Hamid Karzai verlässt einen Fototermin an der Afghanistan-Konferenz in Tokio (8. Juli 2012)
Bild: Reuters

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Mehr als achtzig Staaten haben sich in Tokio zu einer Afghanistan-Konferenz getroffen. Die Teilnehmer der Konferenz beraten über den zivilen Wiederaufbau des Landes. Für die nächsten drei Jahre haben finanzielle Hilfe im Umfang von mehr als 16 Milliarden Dollar zugesagt.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai versprach im Gegenzug für die internationalen Milliardenhilfen weitere Reformen. «Wir werden die Korruption mit grosser Entschlossenheit bekämpfen», sagte er. Auch bei der Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes sicherte er Fortschritte zu. Karzai dankte der internationalen Gemeinschaft für ihre Unterstützung. Die afghanische Bevölkerung werde diese Hilfe nicht vergessen. Die Verantwortung für eine stabile und sichere Zukunft des Landes sei aber vor allem Sache der Afghanen selbst.

Bildung für Mädchen

Zum Auftakt der Konferenz appellierte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon an die Teilnehmer, dem Land auch in Zukunft zu helfen. Wenn Afghanistan keine finanzielle Unterstützung erhalte, «könnten die Investitionen und Anstrengungen der vergangenen zehn Jahre zunichte gemacht werden», sagte Ban vor Vertretern aus mehr als 80 Staaten.

Unter der Regierung von Präsident Hamid Karzai seien Fortschritte erzielt worden, doch seien diese weiterhin gefährdet. Der UNO-Generalsekretär rief dazu auf, mehr für die Frauen und Kinder in Afghanistan zu tun, «besonders bei der Bildung für Mädchen und der Beteiligung von Frauen an der Politik».

Amerikanische Zusagen

Auch US-Aussenministerin Hillary Clinton sagte, die wirtschaftlichen Bedingungen für alle Afghanen, besonders aber für Frauen, müssten verbessert werden. Die USA wollten ihre Unterstützung «auf oder nahe dem Level» des vergangenen Jahrzehnts halten, sagte Clinton. Die Regierung werde dem Kongress zunächst eine solche Hilfe bis 2017 vorschlagen.

Näher äusserte sich Clinton nicht. Die jährlichen US-Mittel für den zivilen Aufbau in Afghanistan schwankten seit 2001 zwischen einer und zuletzt 2,3 Milliarden Dollar. Clinton mahnte, die afghanische Regierung und Bevölkerung, die internationale Gemeinschaft, die Nachbarstaaten und der Privatsektor müssten alle ihren Beitrag für den Aufbau des Landes leisten.

An Bedingungen geknüpft

Der zweitgrösste Geber Japan versprach insgesamt drei Milliarden Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren bis 2016. Deutschland sicherte zu, die Mittel bis mindestens 2016 auf dem bisherigen Niveau von jährlich bis zu 430 Millionen Euro zu halten.

Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle sagte jedoch, Deutschland werde seine zivile Unterstützung klar an Reformen knüpfen. «Wir brauchen gute Regierungsführung in Afghanistan, wir brauchen bessere Regierungsführung», sagte Westerwelle.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai habe zuletzt selbst eingeräumt, dass die Regierung in Kabul ihre Leistung verbessern müsse, sagte Westerwelle. «Nur dann kann sie die Schmerzen des Landes heilen und ihrem Volk dienen.»

Damit das Geld tatsächlich fliesst, müssen die Afghanen mit den Reformen in ihrem Land vorankommen und gemeinsam vereinbarte Ziele einhalten. 2014 soll bei einer Folgekonferenz in Grossbritannien der bis dahin erzielte Fortschritt bei den gegenseitigen Verpflichtungen überprüft werden.

Bereits 35 Milliarden erhalten

Einer japanischen Zählung zufolge erhielt Afghanistan zwischen den Jahren 2001 und 2010 etwa 35 Milliarden Dollar. Das Land ist dennoch eines der ärmsten der Welt.

Nach Einschätzung der Weltbank gab es zwar Fortschritte in der Bildung und im Gesundheitssystem. Drei Viertel der Bevölkerung sind demnach aber Analphabeten. Das Durchschnittseinkommen liegt bei 530 Dollar im Jahr. (mw/sda/AFP)

Erstellt: 08.07.2012, 06:56 Uhr

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9 Kommentare

Felix Meier

08.07.2012, 07:49 Uhr
Melden 28 Empfehlung 0

Genau diese Bedingungen wurden von den "Befreier" in den letzten 10 Jahre systematisch ins Mittelalter gebombt. Das Geld wird leider in den Taschen weniger versickern und die breite Masse wurstelt weiter wie gehabt.... Antworten


Stefan Weise

08.07.2012, 08:44 Uhr
Melden 26 Empfehlung 0

Die USA haben Karzai installiert, wissentlich der korrupteste und gierigste zusammen mit seinem Bruder im Drogengeschaeft! Antworten



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