Eine Reihe von Selbstmordanschlägen erschüttert Pakistan

Aktualisiert am 06.09.2010

Zum dritten Mal innert einer Woche kam es im Nordwesten Pakistans zu einem Selbstmordanschlag. Die pakistanischen Taliban bekennen sich zur Tat.

Angriff auf eine Polizeiwache: Ein Schwerverletzter wird ins Spital gebracht.

Angriff auf eine Polizeiwache: Ein Schwerverletzter wird ins Spital gebracht.
Bild: Keystone

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Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache im Nordwesten Pakistans sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sind neun Polizisten und vier Schulkinder.

Der Selbstmordattentäter fuhr sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug gegen die Rückseite einer Polizeiwache in Lakki Marwat in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Mindestens 45 weitere Menschen seien bei dem Attentat verletzt worden, sagte der örtliche Polizeichef Gul Wali Khan.

Das Gebäude sei «vollkommen zerstört»

Die vier Kinder starben, als sie in der Nähe der Anschlagsstelle auf ihren Schulbus warteten. Der Attentäter habe mit seinem Fahrzeug bewusst die Rückseite der Polizeiwache gerammt, da das Gebäude an den anderen Seiten mit Sandsäcken gesichert gewesen sei.

Ein Polizeibeamter berichtete, während der Tat hätten sich in der Wache 45 Beamte aufgehalten. Das Gebäude sei «vollkommen zerstört». Das pakistanische Fernsehen strahlte Bilder aus, auf denen auch ramponierte Geschäfte und eine beschädigte Moschee zu sehen waren.

Zu dem Anschlag bekannte sich niemand. Ähnliche Selbstmordattentate wurden in der Vergangenheit aber der pakistanischen Taliban-Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zugeschrieben.

Anschlagsserie

Der Informationsminister der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, Mian Iftikhar Hussain, warnte vor weiteren Anschlägen. «Die Terroristen gruppieren sich neu», sagte er und forderte ein hartes Vorgehen gegen die Aufständischen.

Die Provinz Khyber Pakhtunkhwa grenzt an die pakistanischen Stammesgebiete, die eine Hochburg der radikalislamischen Taliban sind.

In Pakistan werden regelmässig Anschläge verübt, in den vergangenen drei Jahren kamen dabei mehr als 3700 Menschen ums Leben. Alleine in der vergangenen Woche starben mindestens 110 Menschen bei Attacken der Aufständischen.

Mit der Häufung an Anschlägen wollen die Militanten die Regierung, welche schon mit der Flutkatastrophe stark beschäftigt ist, offenbar weiter unter Druck setzen. (bru/jak/sda)

Erstellt: 06.09.2010, 15:36 Uhr

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