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Frauen sollen den Karren aus dem Dreck ziehen
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Emily Naslund ist 26 Jahre alt und gehört zur Einheit der Marines innerhalb der amerikanischen Armee. Sie hat schon Einsätze im Irak hinter sich und hat sich nun für einen Spezialauftrag gemeldet. Genauso wie ihre 35-jährige Kollegin, Melissa Hernandez. Auch sie wollte sich nicht mehr immer mit administrativen Aufgaben beschäftigen.
Zusammen mit 38 anderen Frauen der Marines haben sie sich für das neu gebildete «Woman engagement team» gemeldet. Im Camp Pendleton in Kalifornien trainieren sie nun ihren neuen Auftrag, den sie in Kürze in Afghanistan antreten. Und dieser heisst: Die Herzen der afghanischen Bevölkerung gewinnen – vor allem der Frauen. Laut amerikanischen Medienberichten soll es im April so weit sein. Dann werden sie in die südafghanische Region Helmland geflogen.
Zeigen, dass sie Frauen sind
«Startet nicht, indem ihr die Menschen mit Fragen bombardiert», erklärt ein Instruktor den 40 Frauen bei einem Kurs. «Brecht das Eis, indem ihr mit den Kindern spielt.» Den Mitgliedern des «Woman engagement teams» wird gelehrt, dass sie sich wie Politiker verhalten sollen, die auf Wahlkampftour sind. In 5er-Gruppen sollen sie die von den Aufständischen befreiten Regionen aufsuchen und dort Dorf um Dorf abklappern. Im Gespräch mit den Menschen gehe es darum, das Vertrauen der Afghanen zu gewinnen.
Und damit die Marines nicht gleich von Beginn weg abgelehnt werden, müssen sie auch strickte Regeln befolgen. Sie sollen sich möglichst früh als Frauen zu erkennen geben – bei der Ausrüstung der Marines keine leichte Aufgabe. Trügen sie einen Pferdeschwanz, soll der unter dem Helm hervorragen. Bewaffnet sind sie mit den kürzeren M-4-Gewehren. Die sind kürzer als die üblichen M-16. Zudem müssen sie, falls sie ein Haus betreten, die Waffe ablegen und den Helm vom Kopf nehmen.
Skepsis in der Bevölkerung
Naiv sind sie allerdings auch nicht, die Mitglieder des «Woman engagement teams». Sie wissen, welch harter Job auf sie zukommt. Gross ist die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber den Amerikanern. Allerdings wurden auch schon im Irak Teams ausgesandt, um die Gunst der Bevölkerung zu gewinnen. Dort allerdings bestanden diese noch nicht aus rein weiblichen Mitgliedern. (cpm)
Erstellt: 10.03.2010, 10:38 Uhr










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