Hariri gewinnt Wahl in Libanon

Aktualisiert am 08.06.2009

In Libanon hat die oppositionelle Allianz unter Führung der schiitischen Hizbollah den Sieg der pro-westliche Fraktion um den Sunniten Saad Hariri bei der Parlamentswahl akzeptiert.

«Diese Wahlen haben keinen Gewinner oder Verlierer, weil der einzige Gewinner die Demokratie ist»: Saad Hariri der pro-westlichen Fraktion.

«Diese Wahlen haben keinen Gewinner oder Verlierer, weil der einzige Gewinner die Demokratie ist»: Saad Hariri der pro-westlichen Fraktion. (Bild: Keystone)

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Trotz Niederlage fordert sie aber weiterhin eine Regierung der nationalen Einheit.

Nach gewaltsamen Zusammenstössen zwischen sunnitischen und schiitischen Mitgliedern der beiden Blöcke vor einem Jahr, hatten sich die libanesischen Parteien auf die Bildung einer Einheitsregierung geeinigt. Dass die pro-westliche Fraktion den Oppositionellen nun aber erneut so viele Kabinettsposten zugestehen wird, gilt als unwahrscheinlich.

Er rief seine Anhänger auf, den politischen Gegner nicht durch provokative Siegesfeiern zu reizen. «Diese Wahlen haben keinen Gewinner oder Verlierer, weil der einzige Gewinner die Demokratie ist und der grösste Gewinner ist der Libanon», sagte er in der Nacht zum Montag.

Grosser Verlierer ist der christliche Oppositionsführer Aoun

Christen-Führer Samir Geagea betonte: «Dies ist ein Sieg für den Libanon.» Der grösste Verlierer der Wahl war nach Ansicht von Beobachtern der christliche Oppositionsführer Michel Aoun, der in mindestens drei der Hauptgebiete der Christen verlor. Er selbst errang jedoch ein Mandat.

Um die 128 Sitze, die jeweils zur Hälfte von Muslimen und Christen besetzt werden müssen, hatten sich 587 Kandidaten beworben. Nach bislang inoffiziellen Angaben gewann die Hariri-Fraktion rund 70 der Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 53 Prozent und damit um rund acht Prozent höher als bei der Wahl von 2005.

Israel forderte nach der Niederlage der Hizbollah die Entwaffnung der Gruppe. Der Sieg des pro-westlichen Lagers über die pro-syrischen und pro-iranischen Kräfte in Libanon sei «eine wichtige Nachricht für die Region und Israel», sagte der israelische Verkehrsminister Israel Katz am Montag dem staatlichen Radio.

«Jetzt müssen wir handeln, um die Hizbollah gemäss der in der Vergangenheit geschlossenen Abkommen zu entwaffnen», sagte der Minister. Israel hatte im Sommer 2006 einen Krieg gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon geführt. Vor der Parlamentswahl warnte die israelische Regierung vor einem Einflussgewinn des Irans. (mbr/sda)

Erstellt: 08.06.2009, 12:20 Uhr

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