Ausland
ISAF prüft Berichte über getötete Zivilisten in Afghanistan
Die afghanischen Behörden hätten die ausländischen Truppen um Hilfe gebeten, nachdem die Lastwagen in der nördlichen Provinz Kundus von Aufständischen entführt worden seien, sagte eine ISAF- Sprecherin am Freitag. Ein Nato-Flugzeug habe die zwei Tanklastwagen kurz darauf an einem Fluss entdeckt.
«Nachdem festgestellt wurde, dass sich nur Aufständische vor Ort aufhielten, befahl der örtliche ISAF-Kommandeur die Luftangriffe. Dabei wurden die Tanklastwagen zerstört und zahlreiche Aufständische getötet», sagte die Sprecherin.
800 Zivilisten tot
Die ISAF gehe davon aus, dass ausschliesslich Rebellen unter den Toten seien. Den Berichten über zivile Opfer werde aber nachgegangen. Nach Angaben der deutschen Bundeswehr kamen bei dem Luftangriff 56 Aufständische ums Leben. Der Provinzgouverneur von Kundus, Mohammad Omar, erklärte dagegen, bei den Explosionen seien bis zu 90 Menschen getötet worden.
In der Vergangenheit wurden in Afghanistan wiederholt Zivilisten Opfer von Nato-Angriffen. Allein zwischen Januar und Mai kamen nach Angaben der Uno bei Luftangriffen etwa 800 Zivilisten ums Leben, was einer Zunahme von einem Viertel gegenüber dem Vorjahr entspricht. (sam/ap)
Erstellt: 04.09.2009, 11:18 Uhr



