Ausland

Schülerin zweigt Spendengelder ab

Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 21.03.2011 148 Kommentare

In Japan kommt es zu ersten Diebstählen. Eine 16-Jährige entwendet Spendengelder, 8400 Liter Kerosin verschwinden aus einem Tank. Lesen Sie hier, was die japanischen Medien berichten.

1/24 Die Reaktoren liegen grösstenteils noch offen: Mike Weightman der Untersuchungsleiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im AKW-Fukushima. (27. Mai 2011)
Bild: Keystone

   

(baz.ch/Newsnet)

Japan-Experte


baz.ch/Newsnet-Redaktor Jan Knüsel ist studierter Japanologe. Nach dem verheerenden Tsunami beobachtet er Twitter, Facebook und japanische Websites und fasst die wichtigsten Meldungen aus diesen Medien zusammen.

  • 16:05 Uhr  

    Der Medienschau-Ticker zu Japan ist für heute beendet. Wir halten Sie über unseren News-Ticker auf dem Laufenden.

  • 15:20 Uhr  

    Chinesischer Blogger wegen Strahlenneldung im Gefängnis

    Die chinesischen Behörden haben einen Blogger zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt, weil er vor radioaktiv verseuchtem Trinkwasser im Zuge der Atomkatastrophe in Japan gewarnt hatte.

    Der Verdächtige habe im Polizeiverhör gestanden, das Gerücht im Internet aufgeschnappt und dann ohne weitere Prüfung weiterverbreitet zu haben, berichtete die staatliche Zeitung «Renmin Ribao» am Montag auf ihrer Internetseite.

    Der Blogger mit dem Nutzernamen «Alter Fischer» habe eingeräumt, mit seinem Fehler nicht nur gegen die Gesetze verstossen, sondern auch der Gesellschaft geschadet zu haben. Der Verurteilte muss auch ein Bussgeld von umgerechnet rund 65 Franken zahlen. Der Vorfall ereignete sich in der östlichen Provinz Zhejiang.

    Japanische Lebensmittel werden untersucht

    Nach dem Reaktorunglück im japanischen AKW Fukushima haben die Behörden nach eigenen Angaben bislang keine erhöhten Strahlenwerte in China festgestellt. Aus Japan importierte Lebensmittel werden aber gezielt auf radioaktive Verseuchung hin untersucht. (sda)

  • 14:20 Uhr  

    8400 Liter Kerosin gestohlen

    Wie die «Nikkei Online» berichtet, sind in einer landwirtschaftlichen Betrieb in der Stadt Ichinomiya (Präfektur Aichi) rund 8400 Liter Kerosin im Wert von 510'000 Yen (rund 5700 Franken) aus einem Tank verschwunden.

    Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Sie schliesst dabei nicht aus, dass der Diebstahl in Zusammenhang mit dem Treibstoffmangel im Katastrophengebiet steht.

  • 14:00 Uhr  

    Erste Bestattungen beginnen

    Die Stadt Higashimatsushima in der Präfektur Miyagi hat begonnen einen Teil ihrer Todesopfer zu bestatten, schreibt die «Yomiuri Shimbun». Es handelt sich in dieser Stadt um die ersten Begräbnisse seit dem 11. März.

    In Higashimatsushima sind insgesamt 655 Menschen durch den Tsunami gestorben. Die lokale Baubranche hat begonnen, für rund 100 Leichen Gräber auszuheben (im Bild). Die Todesopfer können wegen Treibstoffmangel und Stromunterbrüchen nicht eingeäschert werden.

  • 11:50 Uhr  

    16-jährige Schülerin stiehlt Spendengelder

    Eine 16-jährige Schülerin wurde in der Stadt Sagamihara (Präfektur Kanagawa) verhaftet, weil sie eine Spendenbüchse für Erdbebenopfer aus einem 24-Stunden-Minimarkt entwendet hatte. Dies berichtet die «Yomiuri Shimbun».

    Die Büchse, die neben der Kasse lag, enthielt rund 5000 Yen (rund 55 Franken). Anhand von Aufnahmen der Sicherheitskamera konnte die 16-Jährige identifiziert werden. «Mit dem Geld wollte ich mich vergnügen», gab die 16-Jährige als Grund für den Diebstahl an.

  • 10:30 Uhr  

    Takeshi Kitanos Wutausbruch: «Was sollen diese blauen Arbeiteruniformen?»

    Der japanische Entertainer und in Europa preisgekrönte Regisseur Takeshi Kitano (im Bild links) hat in der Fernsehsendung «7 Days Newscast» kein gutes Haar an der Regierung gelassen. «Was sollen diese blauen Arbeiteruniformen? Das ist doch gekünstelt. Die sollten besser direkt ins Krisengebiet gehen. Stattdessen gehen sie in die 24-Stunden-Minimärkte, um zu schauen, ob es wirklich keine Lebensmittel mehr gibt. Dass es keine Lebensmittel hat, weiss doch jeder schon!»

    Mit der Aussage kritisiert er die Verbraucherministerin Renho, die einem Minimarkt in Tokio einen Besuch abstattete, und die Bevölkerung bat, keine Hamsterkäufe zu tätigen. Kitano ist bekannterweise kein grosser Fan der populären Ministerin. Die Regierung trägt seit Beginn der Krise blaue Arbeiteruniformen, um ihre erhöhte Bereitschaft und Solidarität zu demonstrieren (Tagesanzeiger.ch berichtete).

    Diebe erschiessen

    Ausserdem zeigte sich Takeshi Kitano verärgert über vereinzelte Plünderungen in den Krisengebieten. «Das macht mich wütend. Seit wann machen Japaner solche idiotische Sachen. Da stehlen Diebe Geld von Toten, und brechen in verlassene Häuser ein. Das machen die doch, nicht wahr? Ich denke, dass man solche Diebe sofort erschiessen sollte!»

    Die ganze Informationspolitik habe gesundheitliche Spuren bei ihm hinterlassen: «Ich werde noch krank. Ich habe seither Durchfall. Bei all diesen Nachrichten wird mir regelrecht schlecht.»

    Takeshi Kitanos Aussagen überraschen. Bislang hat kaum ein Prominenter eine solch direkte Kritik geäussert. Der Regisseur gilt gewöhnlich als ruhig und humorvoll. Seine Aussage widerspiegelt die zunehmende Anspannung in Japan.

    Der Macher von Takeshi's Castle

    Takeshi Kitano wurde in Europa durch seine Filme «Hanabi», «Zatoichi» oder «Battle Royale» bekannt. Seine TV-Spielshow «Takeshi's Castle» machte ihn in den 1980er Jahren international bekannt.

  • 8:40 Uhr  

    Erster McDonalds in Sendai wieder geöffnet

    In der japanischen Grossstadt Sendai hat der erste McDonald seinen Betrieb wieder aufgenommen. Nach dem Tsunami wurden alle 52 Sendaier Filialen der amerikanischen Fastfood-Kette geschlossen. Das Restaurant werde lediglich von 10 Uhr bis 15 Uhr geöffnet sein. Zudem müssen die Gäste das Essen mit nach Hause nehmen.

    Quelle: Asahi Shimbun

  • 7:50 Uhr  

    Kontroverse Aussage: «Gut, dass dieses Erdbeben passiert ist»

    Yoshiaki Nagata, Abgeordneter der Stadtpräfektur Osaka, sorgt mit einer Bemerkung für viel Wirbel. «Von einem Segen für Osaka zu sprechen ist zwar schlecht, aber es ist gut, dass dieses Erdbeben passiert ist», sagte der Politiker der Liberaldemokratischen Partei am 20. März gegenüber der Asahi Shimbun.

    Nach einer Welle der Empörung korrigierte Nagata. Er habe die Aussage im Zusammenhang mit dem geplanten Umzug der gesamten Stadtverwaltung gemacht. Während des Erdbebens vom 11. März wurde das ehemalige World Trade Center von Osaka in Mitleidenschaft gezogen, wo ein Teil der Stadtverwaltung bereits seinen Sitz hat.

    Gouverneur Toru Hashimoto möchte die gesamte Verwaltung dorthin verschieben. Durch das Erdbeben seien diese Pläne aber zumindest vorläufig zunichte gemacht worden. In diesem Sinne sei das Erdbeben gut gewesen, so Nagata.

  • 7:30 Uhr – Montag, 21. März  

    Schweizer Atomausstieg-Umfrage auch in Japan ein Thema

    Auch in Japan wurde die Schweizer Atomausstieg-Umfrage von «Le Matin» in den Nachrichtenspalten von «47 News» kurz erwähnt. «In der Schweiz befürworten in einer Umfrage 87 Prozent den Atomausstieg», heisst der Titel. Im Artikel wird zudem betont, dass in einer früheren Umfrage von 2009 noch 73 Prozent der Schweizer die Atomkraftwerke als notwendig erachtet hätten.

  • 17:00 Uhr  

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  • 16:40 Uhr  

    Panzer sollen Trümmer beseitigen

    Um den Rettungskräften im Reaktorgelände Fukushima 1 den Zugang zu erleichtern, hat die Regierung laut der «Yomiuri Shimbun» zwei Panzer in das Gebiet entsandt. Diese sollen die Trümmerteile auf dem Gelände beseitigen helfen.

    Laut dem Verteidigungsministerium biete die Panzerung dieser Fahrzeuge einen hohen Schutz gegen die Strahlung. Zudem könne wie beim Bulldozer eine Schaufel angebracht werden. Die Panzer werden am Montagmorgen in Fukushima ankommen.

  • 16:20 Uhr  

    720'000 Geldautomaten ausser Betrieb

    Die japanische Bank Mizuho versucht derzeit, die 780'000 in der letzten Woche ausgefallenen Geldautomaten wieder instand zu setzen. Gemäss der «Yomiuri Shimbun» gibt es jedoch Verzögerungen. Bislang konnten erst 60'000 Automaten repariert werden. Ursprünglich wollte die Bank heute 120'000 Maschinen wieder in Gang bringen.

    Weil morgen Montag in Japan ein Feiertag ist, bleibt der Bank noch etwas Zeit, um die Infrastruktur auf Normalbetrieb zu bringen. Bis dann müssen die Kunden an den Schaltern anstehen, um Geld abheben zu können. Heute haben im ganzen Land 69'000 Mizuho-Kunden Geld im Wert von 3,7 Milliarden Yen (rund 41 Millionen Franken) abgehoben.

    Quelle: Yomiuri Shimbun

  • 15:15 Uhr  

    Tokio sagt grösstes Schreinfest ab

    Das Sanja-Matsuri, eines der grössten Shintoschrein-Feste in Tokio, wird zum ersten Mal in der Nachkriegszeit nicht ausgetragen. Die Festlichkeiten, die am 20. bis 22. Mai hätten stattfinden sollen, wurden wegen der Erdbebenkatastrophe abgesagt. Letztes Jahr nahmen 1,6 Millionen Menschen am Sanja-Festival teil.

    Quelle: Asahi Shimbun

  • 14:20 Uhr  

    China weist japanische Frachtladung ab

    Der chinesische Flughafen von Dalien hatte am 16. März eine Frachtladung der japanischen Fluggesellschaft ANA wegen zu hoher Strahlenwerte abgewiesen. Mit 0,75 Mikrosievert sei der Standardwert von 0,4 Mikrosievert überschritten worden, hiess es in China.

    Später wurde aber klar, dass der chinesische Standardwert für Radioaktivität bei 1 Mikrosievert liegt. Das japanische Aussenministerium hat nun gemäss «Jiji News» die Regierung in Peking gebeten, für die zulässigen Strahlenwerte eine angemessene Regelung zu finden.

  • 13:30 Uhr  

    Hamsterkäufe in Tokio halten an

    Wie die «Asahi Shimbun» berichtet, seien Produkte wie Reis, Trockennudeln, Salz, Soyasauce oder Milchprodukte in vielen Supermärkten Tokios jeweils am Abend ausverkauft. Um ihr Geschäft weiter betreiben zu können, würden sich viele Restaurants im grossen Stil vorsorglich mit Waren eindecken.

    Die Supermarktkette Itoyokado berichtet, dass die Nachfrage nach bestimmten Gütern zeitweilig bis um das 27-Fache angestiegen sei. Viele Lebensmittelhersteller versuchen ihre Produktionskapazitäten zu erhöhen. Doch durch den Treibstoffmangel sei die Versorgung einzelner Zutaten oder Rohstoffe in die Fabriken nicht gewährleistet. Viele Lastwagen würden nur verspätet an ihr Ziel gelangen. Ausserdem würden die Stromunterbrüche zu Verzögerungen im Produktions- und Lieferprozess führen.

  • 12:00 Uhr  

    1,2 Millionen Bücher aus den Regalen gefallen

    In der Nationalbibliothek im Tokioter Viertel Chiyoda sind rund 1,2 Millionen Bücher durch das Erdbeben aus den Regalen gefallen. Wegen eines Feiertages würden die Aufräumarbeiten erst am 22. März wieder richtig in Schwung kommen. Dann werden die rund 80 Mitarbeiter jedes Buch einzeln auf Schäden prüfen müssen. Wertvolle Bücher seien beim Erdbeben vom 11. März glücklicherweise nicht beschädigt worden. Die seltenen Exemplare würden alle sicher im Keller aufbewahrt.

    Quelle: Asahi Shimbun

  • 10:00 Uhr - Sonntag, 20. März  

    Eigenwillige Aufklärung für die Kinder Japans

    In folgendem Video erklärt «Genpatsu-kun», was so viel heisst wie «AKW-lein», was in Fukushima genau mit den beschädigten Reaktoren passiert. Genpatsu-kun hat Bauchschmerzen und es droht möglicherweise einen schlimmen Durchfall.

    Momentan geht es aber noch um stinkende Fürze, die die Umwelt belasten. Die Doktoren versuchen abwechslungsweise Medizin in Form von kaltem Wasser zu geben, um den Durchfall zu verhindern. Genpatsu-kuns Freunde Three Mile Island und Tschernobyl hatten in Vergangenheit auch Bauchschmerzen, beim letzteren artete es aus. Das könnte Fukushima passieren und dann könnte man nicht mehr dort leben und auch nichts mehr aus Fukushima essen. Aber wir alle setzen alles daran, dass diese Situation nicht eintritt. (avs)


    So erklärt Japan die Katastrophe den Kindern. (Video: Youtube)

  • 16:04 Uhr  

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  • 15:50 Uhr  

    Wie Betrüger aus der Katastrophe Profit ziehen

    Bereits ziehen erste Kriminelle aus der Katastrophe Profit. Wie die «Yomiuri Shimbun» berichtet, häufen sich betrügerische Anrufe und E-Mails. Dabei werden im Namen von Yahoo Spendengelder gesammelt. Im Internet werden ebenfalls auf die selbe Tour Personalien von Spendenwilligen unrechtmässig zusammen geklaut. Die Polizei der Präfektur Kanagawa warnt vor dieser so genannten «Ore-Ore-Betrügerei», dem Enkel-Trick, wie es bei uns heisst.

  • 14:35 Uhr  

    «Die Stromunterbrüche kommen aus heiterem Himmel»

    Die Metropole Tokio mit ihren 35 Millionen Einwohnern muss durch die Stromknappheit mit einem grossflächigen Stromausfall rechnen. Sollten Unternehmen und Bürger ihren Stromverbrauch nicht drastisch reduzieren, könne noch in der Nacht der Strom wegbleiben, warnte Wirtschaftsminister Banri Kaieda. Die Eisenbahnunternehmen haben daraufhin den Abendverkehr stark reduziert. Ein Chaos war die Folge. Der Japaner Kohei Isohata beschreibt baz.ch/Newsnet beschreibt die schwierige Lage in der Hauptstadt.

    Wie war die Situation in den Tokioter Bahnhöfen heute Abend?

    Durch die Stromunterbrüche in Tokio ist ein grösseres Chaos ausgebrochen. Am Abend wurde der Zugverkehr noch einmal reduziert. Im Bahnhof Shinjuku (der am stärksten frequentierte Bahnhof der Hauptstadt, Anm. d. Red.) mussten die Läden wegen Stromknappheit bereits um 17.30 Uhr schliessen. Die Pendlerzüge waren noch voller als sonst schon.

    Wie beurteilen Sie die Arbeit der Behörden?

    Das Ärgerliche ist, dass die Behörden und Tepco ihre Ankündigungen immer wieder ändern. Um 20 Uhr hiess es plötzlich, dass der ganz grosse Stromunterbruch ausbleiben werde. Die Unterbrüche kommen manchmal aus heiterem Himmel. Durch das schwache Krisenmanagement stauen sich Ärger und Ängste in der Bevölkerung auf. Zudem halten die Hamsterkäufe an. Ich hoffe, dass die Regierung eine klarere Linie verfolgt. Man ist manchmal richtiggehend am Verzweifeln.

    Wie könnte die Situation verbessert werden?

    Ich wünsche mir, dass der öffentliche Verkehr von den Stromunterbrüchen nicht mehr betroffen ist. So können alle Menschen in jedem Fall am Abend nach Hause zurückkehren. Dass man den Zugverkehr gerade während der Pendlerzeit drosselt, ist absoluter Unsinn. Das Chaos ist somit vorprogrammiert. Die Stromunterbrüche sollten zudem planmässig ausgeführt werden. Das wäre eine grosse Beruhigung für die Bevölkerung.

  • 9:15 Uhr  

    Weniger öffentlicher Verkehr in Tokio

    Wegen der Stromunterbrechungen in der Region Tokio hat das Verkehrsministerium die Eisenbahngesellschaften gebeten, den Zugverkehr in den Abendstunden um 10 Prozent zu drosseln.

    Die Odakyu-Linie beabsichtigt, ihren Betrieb um insgesamt 50 Prozent zu reduzieren.

    Quelle: Asahi Shimbun.

  • 9:05 Uhr  

    Eine Tepco-Angestellte meldet sich zu Wort

    Der Kernkraftwerkbetreiber Tepco steht zunehmend in der Kritik. Ihr Vorstand gibt zwar regelmässig Presskonferenzen, wirkliche Neuigkeiten sind aber keine zu erfahren (siehe «Die Schuljungen von Tepco spielen Pressekonferenz»). Nicht einmal wie viele Leute in Kernkraftwerk Fukushima 1 derzeit an der Arbeit sind, ist von den Herren zu erfahren (Mehr dazu hier). Die Zurückhaltung stösst in den japanischen Medien auf heftige Kritik.

    Nun sorgt ausgerechnet eine Frau im Sozialnetzwerk Mixi, das japanische Pendant zu Facebook, für Aufregung. Sie selbst bezeichnet sich als Angestellte von Tepco und trägt im Sozialnetzwerk den Namen Roko Miiko. In einem Eintrag vom 15. März beschrieb sie die derzeitige Arbeitssituation unter den Kernkraftwerk-Arbeitern bei Tepco. Sie selbst arbeitete bis vor ein paar Tagen in Kraftwerk Fukushima 2, das 10 Kilometer südlich vom Katastrophenreaktor Fukushima 1 liegt und bei dem ebenso das Kühlsystem für ein paar Stunden versagte. Um das Kraftwerk II wurde ebenfalls eine Evakuierungszone von 10 Kilometer ausgerufen. Tepco bezeichnet den Zustand inzwischen als stabil.

    «Die Arbeiter setzen ihr Leben aufs Spiel»

    Die Arbeiter von Fukushima II seien 24 Stunden daran die Reaktoren zu stabilisieren, schreibt sie darin. Ihr Freund gehöre ebenfalls zu dieser Mannschaft. «Tepco wird zwar hart kritisiert, doch die Arbeiter setzen ihre Arbeit unermüdlich fort und setzen damit ihr Leben aufs Spiel», schreibt sie in ihrem Eintrag. Sie hätten kaum noch Zeit, um etwas zu essen oder zu trinken. Es tue ihr im Namen von Tepco aufrichtig Leid, dass man in der Bevölkerung soviel Angst ausgelöst habe. (Lesen sie den ganzen Text hier).

    Ihr Eintrag löste im Internet eine grosse Reaktion aus. Im Sozialnetzwerk Mixi selber wurden über 800 Kommentare hinterlassen, Blogger und News-Seiten haben ihren Eintrag aufgenommen. Neben dem Lob für die Arbeiter, gibt es in den Kommentarspalten auch kritische Stimmen. «Wäre dies eine normale Katastrophe, würde man Mitgefühl empfinden. Hier handelt es sich aber um eine menschenverursachte Katastrophe. Das löst natürlicherweise auch Kritik aus», schreibt ein Kommentator.

  • 8:30 Uhr, Donnerstag, 17. März  

    Regierung erwägt Rationierung

    Die japanische Regierung erwägt gesetzliche Zwangsmassnahmen, um den Hamsterkäufen beizukommen. Dies würde eine Rationierung gewisser Lebensmittel bedeuten. Die Versorgungslage in der Krisenregion ist derzeit äusserst prekär. Regierungssprecher Edano rief noch einmal die Bevölkerung auf, ruhig zu handeln. Nur dann könne die Versorgung in den Nordosten garantiert werden.

    Quelle: Asahi Shimbun

  • 16:30 Uhr  

    Der Medienschau-Ticker zu Japan ist für heute beendet. Wir halten Sie über unseren News-Ticker auf dem Laufenden.

  • 14:00 Uhr  

    Ein Komiker wird zum Blogger der Nation

    Der 36-jährige japanische Komiker Sandwichman, der mit bürgerlichem Namen Mikio Date heisst, bloggt seit letztem Freitag über die Katastrophe. Er war an einem TV-Dreh in seiner Heimatpräfektur Miyagi, als die Erde zu beben begann. Seine Team konnte sich vor dem Tsunami in Sicherheit bringen, wie die «Asahi Shimbun» berichtet.

    Seither bloggt er über die Katastrophe. «Nach dem Krieg haben unsere Grosseltern Japan wieder aufgebaut. Die Welt sprach von einem Wunder. Wir werden ohne Zweifel Japan wieder aufbauen! Unterschätzt Japan nicht», schrieb er darin.

    Die britische Wochenzeitung «Independent on Sunday» liess sich von seinen Worten inspirieren. Auf der Titelseite der letzten Ausgabe ragten in Anspielung auf Mikio Dates Worte die japanische Flagge. Im roten Sonnensymbol stehen die Worte «Kämpf Japan, Kämpf Japan» (Nihon ganbare, Nihon ganbare).

  • 12:54 Uhr  

    In den Krisenregionen geht das Benzin aus

    In einigen vom Tsunami überschwemmten Gebiete geht das Benzin aus. In den Zufluchtsstädten der Stadt Minamisanrikucho sind die Menschen unterdessen auf Hilfslieferungen aus der Bevölkerung angewiesen. Von den Behörden sei bisher kein Tropfen gekommen, beklagt sich 41-jähriger Mann gegenüber «Jiji News». Es wird dringend Treibstoff für Heizungen, Notstromaggregate und Kremationen gebraucht. In Minamisanrikucho hat es heute geschneit. Es ist derzeit Minus 1 Grad kalt.

    In der Gegend um Sendai geht vielen Autofahrern das Benzin aus. Sie befürchten, dass bei einer allfälligen Flucht das Auto gar nicht mehr anspringen werde. Bereits habe es an Tankstellen kleine Streitigkeiten ums Benzin gegeben.

  • 12:20 Uhr  

    9200 Menschen von der Umwelt abgeschnitten

    Gemäss der «Mainichi Shimbun» sind immer noch rund 9200 Menschen in der Krisenregion im Nordosten Japans von der Umwelt abgeschnitten. Die Armee ist daran mit Helikoptern Menschen von Schuldächern und Spitälern zu bergen. Rund 190 Maschinen wurden in das Gebiet entsandt.

    Die Lage sei jedoch äusserst unübersichtlich. Es sei besonders schwierig älter Menschen zu finden, die keine Hilfezeichen von sich geben können. Die Armee versorgt die Personen, die nicht sofort gerettet werden, regelmässig mit Getränken und Lebensmitteln.

  • 11:22 Uhr  

    Im Lift stecken geblieben

    Durch die Stromunterbrüche in den 8 Präfekturen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen Menschen im Lift stecken bleiben. Die Verkehrsbehörde hat seit dem 14. März 122 Vorfälle gezählt. Aus diesem Grund rufen die Behörden die Bevölkerung auf, zumindest während des Stromunterbruchs auf den Gebrauch des Aufzugs zu verzichten. Quelle: Asahi Shimbun

  • 10:57 Uhr  

    In der Krisenregion wird Velo gefahren

    In der Präfektur Fukushima geht langsam das Benzin aus. Aus diesem Grund steigen die Menschen aufs Velo um. Lokale Händler berichten der «Mainichi Shimbun», dass ihre Verkäufe in den letzten Tagen um das Vierfache angestiegen seien.

    «Ich arbeite schon seit 60 Jahren in dieser Branche. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt», sagt ein Veloverkäufer im Quartier Miyashitachou der Stadt Fukushima. Mit der Reparatur von Fahrrädern käme er schon gar nicht nach.

    Auch in der Grossstadt Sendai ist die Situation ähnlich. Ein 30-jähriger Mann hat sich ein Velo gekauft um ins 50 Kilometer entfernte Ishinomaki zu fahren: «Ich habe keinen Kontakt mehr zu meiner Frau und meinem 11-monatigen Kind. Ich gehe sie mit dem Velo suchen», berichtet er derselben Zeitung.

  • 8:37 Uhr  

    Sendaier Baseballmannschaft zieht nach Kobe

    Das Baseball-Stadion in der Grossstadt Sendai hat das Erdbeben nicht unbeschadet überstanden. Das Heimteam der Rakuten Golden Eagles zieht daher auf unbestimmte Zeit nach Kobe um. Ausserdem sei es nicht angebracht, in einer solchen Situation überhaupt eine Sportveranstaltung in der Stadt auszutragen.

    Die Baseballmeisterschaft wird voraussichtlich am 25. März wieder aufgenommen. Baseball ist in Japan der Nationalsport schlechthin.

    Quelle: Asahi Shimbun.

  • 8:28 Uhr  

    Leitungswasser in Fukushima weist Normalwerte auf

    Die Behörden der Präfektur Fukushima haben in der gleichnamigen Hauptstadt das Leitungswasser auf Radioaktivität geprüft. Die Werte seien normal. Soweit bestehe keine Gefahr für die Gesundheit. Es sei sogar noch trinkbar.

    Quelle: Yomiuri Shimbun

  • 8:00 Uhr  

    «Das ist kein normales Wasser. Ich flüchte lieber von hier»

    Ein Arbeiter, der am letzten Freitag im Atomkraftwerk Fukushima 1 tätig war, sprach mit der «Yomiuri Shimbun» über seine schrecklichen Erlebnisse. «Ich konnte kaum mehr stehen, die Erde bebte so stark», beschreibt er die Erschütterungen des ersten Erdbebens. Kurz darauf beobachtete er, wie eine Rohr barst und Wasser auslief.

    «Das ist kein normales Wasser. Ich flüchte lieber von hier», sagte sich der Arbeiter. Es sei drunter und drüber gegangen. Schutzanzüge wurde gewechselt, die Arbeiter auf Strahlung getestet. In ihrer Abteilung habe es nur ein Messgerät gegeben, erklärt der Arbeiter weiter. Im Flur seien die Leute angestanden, um sich überprüfen zu lassen. Der Arbeiter selbst wurde später evakuiert. Eine Strahlung hat er nicht abbekommen. Noch heute schaudere es ihm, wenn er die Bilder der Explosion am Fernsehen sehe.

  • 7:10 Uhr - Mittwoch, 16. März  

    Der übermüdete Kabinettssekretär

    Kabinettssekretär Yukio Edano (im Bild) musste heute erneut die aktuelle Lage beim Atomkraftwerk in Fukushima den Medien erklären. Geschlafen hat er seit dem Tsunami kaum noch.

    Gestern Nacht ging das übermüdete Regierungsmitglied zum ersten Mal nach fünf Tagen wieder nach Hause. «Ich gehe fürs erste nach Hause», hatte Edano den Pressekollegen der «Asahi Shimbun» gesagt. Lange dauerte die Pause jedoch nicht.

    Quelle: Asahi_kantei.

    Was in den Reaktorenblöcken 1-6 nach der Notabschaltung schieflief:
    Infografik: Der Fukushima-GAU

  • 16:30 Uhr  

    Der Medienschau-Ticker zu Japan ist für heute beendet. Wir halten Sie über unseren News-Ticker auf dem Laufenden.

  • 16:15 Uhr  

    Gestiegene Nachfrage nach Batterien

    Durch die Stromunterbrechungen ist gemäss «Nikkei Online» die Nachfrage nach Taschenlampen ist in Japan sprunghaft angestiegen. Der Elektronikhersteller Panasonic hat begonnen, die Batterie-Produktion zu erhöhen. Zudem soll geprüft werden, ob aus dem Ausland mehr Batterien importiert werden können. Eine Tochterunternehmen von Fujitsu hat seine Batterieproduktion auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt.

  • 15:45 Uhr  

    40-prozentige Wahrscheinlichkeit von weiteren starken Nachbeben

    Die Wahrscheinlichkeit, dass bis zum 18. März ein weiteres Nachbeben der Stärke 5 oder mehr Japan erschüttert, liegt laut der Wetterbehörde bei 40 Prozent. Quelle: «Jiji News».

  • 14:45 Uhr  

    900 Touristen vermisst

    Noch werden in der Katastrophenregion 900 japanische Touristen vermisst. Als der Tsunami am Freitag den Nordosten Japans überflutete, waren 5500 Reisende unterwegs. Quelle: Nikkei Online.

  • 14:20 Uhr  

    Taschenrechner anstatt Kasse

    In Japans Hauptstadt haben heute die ersten grösseren Stromunterbrechungen zur temporären Schliessung von Kaufhäusern und Supermärkten geführt.

    Im Kleiderladen Uniqlo wurde während des Stromunterbruchs die Kasse mit Hilfe von Taschenrechnern bedient. Laut Tepco werden die planmässigen Unterbrechungen sicher bis zum 18. März weitergeführt.

    Quelle: Nikkei Online.

  • 13:50 Uhr  

    Millionenspenden von Japans Reichsten

    In Japan haben Unternehmen und Prominente begonnen, grösser Geldspenden zu machen. So hat die japanische Band Exile einen grösseren Geldbetrag und 50'000 Flaschen Wasser den Menschen im Katastrophengebiet zukommen lassen. Ausserdem spendet die Girlband AKB 48 insgesamt 500 Millionen Yen (5,6 Millionen Franken).

    Der japanische Pharmahersteller Kobayashi hat 100 Millionen Yen (1,1 Millionen Franken) gespendet. Gestern hatte schon Tadashi Yanai (im Bild), Japans reichster Japaner und Besitzer der Kleiderladenkette Uniqlo, private Hilfsgelder von insgesamt 1,4 Milliarden Yen (15 Millionen Franken) gesprochen. Zudem werden rund 300'000 Kleidungsstücke in die Region geschickt.

  • 12:55 Uhr  

    «Die Ausländer gehen nach Hause»

    Der in der Schweiz aufgewachsene Japaner Yoshitake Nagamine berichtet gegenüber baz.ch/Newsnet von einer angespannten Stimmung in Tokio. «Die Leute sind nervös, von einer Panik würde ich aber nicht sprechen.»

    Er habe heute normal gearbeitet. Seine japanischen Kollegen seien alle am Arbeitsplatz erschienen, obwohl der öffentliche Verkehr nur unregelmässig in Betrieb sei. Viele ausländische Kollegen hätten Tokio jedoch bereits verlassen.

    «Es hat viel weniger Leute in den Strassen von Tokio. Kaum jemand geht mehr auswärts essen oder trinken.» In den 24-Stunden-Minimärkten seien Cup-Nudeln und andere Waren ausverkauft.

  • 12:08 Uhr  

    Firmen verschieben Neueintritte

    Grossfirmen wie Honda haben den Arbeitsbeginn für Neueintritte aus den Katastrophengebieten um mindestens zwei Monate verschoben. Normalerweise treten in Japan jeweils Anfang April die Uniabsolventen ihre Stelle an. Quelle: Asahi Shimbun.

  • 11:25 Uhr  

    440'000 Menschen evakuiert

    In der Katastrophenregion sind derzeit 440'000 Menschen evakuiert und auf 2500 Zufluchtsstätten verteilt worden. Es fehle derzeit an Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff. Viele Menschen seien komplett erschöpft. Polizeibehörden berichten derzeit von 2722 Todesopfern. Quelle: NHK News. Die

  • 11:21 Uhr  

    J-League ruht

    Die japanische Fussballmeisterschaft wird ihren Spielbetrieb erst wieder Mitte April aufnehmen. Quelle: 47 News.

  • 10:34 Uhr  

    Neue Tsunami-Schutzmassnahmen in die Wege geleitet

    Die Betreiber des Atomkraftwerkes Hamaoka in der Präfektur Shizuoka haben angekündigt die Schutzmassnahmen zu verstärken. In den nächsten zwei bis drei Jahren soll das Kraftwerk so umgebaut werden, dass es bis zu 12 Meter hohen Tsunamiwellen standhalten kann.

    Fukushima 1 wurde von einer 10 Meter hohen Welle überrascht.

    Quelle: Nikkei Online.

  • 10:05 Uhr  

    «Strafe der Götter»: Kontroverse Aussage von Gouverneur Ishihara

    Der für seine Provokationen bekannte Tokioter Gouverneur Shintaro Ishihara (im Bild) bezeichnete gestern die Katastrophe als eine «Strafe der Götter». Man solle den Tsunami nutzen, um den Egoismus der Menschen reinzuwaschen.

    Die Aussage löste grosse Empörung im Land aus. Nun hat er sich dafür entschuldigt: «Ich habe alle betroffenen damit verletzt. Ich widerrufe meine Aussagen und möchte mich von Herzen entschuldigen». Ishihara ist seit 1998 Gouverneur. Er tritt dieses Jahr ab. Quelle: Yomiuri Shimbun.

  • 9:39 Uhr  

    «Wenig Menschen auf den Strassen»

    Derzeit bleiben die meisten Menschen in Tokio in ihren Häusern. «Im Westen Tokios, wo ich wohne, hat es weniger Leute als gewöhnlich auf den Strassen», beschreibt der Japaner Kohei Isohata die momentane Lage in Tokio gegenüber baz.ch/Newsnet. Nicht wenige Läden hätten aber weiterhin geöffnet.

  • 9:20 Uhr  

    Ausländer verlassen Japan

    Laut der japanischen Visumsbehörde verlassen immer mehr Ausländer Japan. Darunter seien besonders viele Menschen aus China und Südkorea. Quelle: Yahoo News.

  • 9:00 Uhr  

    75-jährige Frau gerettet

    In der vom Tsunami zerstörten Stadt Otsuchicho haben Rettungskräfte eine 75-jährige Frau aus ihrem Haus gerettet. Sie hatte 92 Stunden keinen Kontakt mit der Aussenwelt. Quelle: Asahi Shimbun.

    Rettungskräfte berichtet von weiteren Erfolgen (Quelle: Reuters)

  • 8:47 Uhr  

    Leichter Temperaturanstieg in den Reaktoren 5 und 6

    Kabinettssekretär Yukio Edano hat soeben von einem leichten Temperaturanstieg in den Reaktoren 5 und 6 des Atomkraftwerkes Fukushima 1 gesprochen. Man behalte die Situation im Auge. Über die derzeitige Stabilität im Reaktor 2 habe man noch zu wenig genaue Informationen. Quelle: «47 News».

  • 8:44 Uhr  

    Sehen Sie hier eine Animation von der Ausbreitung der Tsunami-Welle am Freitag.

  • 8:18 Uhr  

    Kritik von der Armee

    Aus der japanischen Armeeführung wird Kritik an Atomkraftwerkbetreiber Tepco laut. Trotz Sicherheitsgarantien von Tepco sei es nun wiederholt zu Zwischenfällen gekommen. Die Soldaten setzten dort ihr Leben aufs Spiel ohne besondere Kenntnisse über die eine solche atomare Notsituation zu haben, sagt ein Offizieller der «Yomiuri Shimbun». Die Armee ist mit rund 200 Soldaten beim Atomkraftwerk Fukushima 1 präsent. Bei der Explosion von Reaktor 3 sind vier Soldaten verletzt worden.

  • 7:56 Uhr  

    Die Zahl der Todesopfer hat nach offiziellen Angaben 2600 Personen überstiegen. Inzwischen konnten auch die letzten Menschen aus der 20-Kilometer-Sicherheitszone evakuiert werden. Quelle: NHK News.

  • Dienstag, 15. März, 7:51 Uhr  

    Wie die «Sankei Shimbun» soeben berichtet sind in Tokio 20 Mal höhere Strahlenwerte als normal gemessen worden.

  • 18:00 Uhr  

    Der Medienschau-Ticker ist für Sonntag beendet. Wir halten Sie über unseren News-Ticker auf dem Laufenden.

  • 17:52  

    Zwischenfall im Atomreaktor Tokai

    Wie die «Mainichi Shimbun» berichtet, ist es im Atomkraftwerk Tokai in der Präfektur Ibaraki nur unweit von Tokio entfernt zu Problemen gekommen. So soll radioaktiv verstrahltes Wasser aus einem 38'000-Liter-Becken, das nicht mehr verwendete Brennstäbe lagert, auf den Boden geflossen sein. Die Radioaktivität sei gering, wird gesagt. In der Umgebung des Kraftwerkes sei keine erhöhte Strahlung gemessen worden. In einem weiteren Bericht heisst es zudem, dass ein Kühlsystem ausgefallen sei.

  • 17:30 Uhr  

    Von der Aussenwelt abgeschnitten

    In den Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima sind immer noch 8400 Menschen von der Aussenwelt abgeschnitten. Dies berichtet die «Asahi Shimbun». Es ist bereits die dritte Nacht, die sie im Katastrophengebiet verbringen müssen. Sie haben sich in Rathäuser, Hotels, Turnhallen oder auf Dächer gerettet, als der Tsunami kam. In der Stadt Minamisanriku werden immer noch 10'000 Menschen vermisst. Die Versorgungslage wird für viele knapp. Die Armee versucht mit Helikoptern Hilfsgüter abzuwerfen.

  • 16:50 Uhr  

    Ein Online-Shoppingportal spart Strom

    Hiroshi Mikitani (im Bild), der Chef des grössten japanischen Online-Shoppingportals Rakuten, hat auf die Aufforderung Strom zu sparen, reagiert. In einer kurzen Twitter-Meldung verkündete er, dass ab Montag nur jeweils die Hälfte der Belegschaft zur Arbeit erscheinen soll. Die Mitarbeiter mit einer geraden Personalnummer sollen an geraden Tagen frei nehmen. Zudem sei ab sofort der Gebrauch des Druckers verboten.

  • 16:34 Uhr  

    Fast 400'000 Menschen evakuiert

    In den Präfekturen Aomori, Iwate, Miyagi und Fukushima mussten gemäss der «Asahi Shimbun» bislang 369'881 Menschen evakuiert werden. 136 Städte und Gemeinden sind von der Naturkatastrophe direkt betroffen.

    In vielen Zufluchtsstätten fehlt es Strom und Wasser. Auch die Lebensmittelversorgung ist teilweise knapp. Immer noch warten viele in der eisigen Kälte auf Rettung.

  • 16:16 Uhr  

    Verstrahlte Personen: Dekontamination notwendig?

    Bei insgesamt 190 Personen besteht der Verdacht auf radioaktive Verstrahlung. Sie werden derzeit von Spezialisten untersucht. Bei den bereits bestätigten 22 Fällen ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt, ob eine Dekontamination notwendig ist. Die Presseberichte sind diesbezüglich widersprüchlich («Nikkei Online», «47 News»).


  • 16:00 Uhr  

    Erhöhte Strahlung beim Reaktor Onagawa

    Beim Atomkraftwerk Onagawa in der Präfektur Miyagi wurde eine erhöhte radioaktive Strahlung (21 Mikrosievert) ausgewiesen. Sie sei 4-mal stärker als der Normalwert (5 Mikrosievert während einer Stunde). Daraufhin wurde die niedrigste Notstandsstufe für die Anlage ausgerufen.

    Der Kernreaktor liegt rund 100 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima entfernt. Verschiedenen Medienberichten (Yomiuri, Mainichi, Nikkei Online) zufolge wird angenommen, dass der Wind die ausgetretene radioaktive Verstrahlung des Atomkrafwerkes 1 bei Fukushima bis zum Reaktor Onagawa getragen hat. Laut den Behörden sei die gemessene Strahlung für die Gesundheit nicht gefährdend. Die Messwerte kurz darauf wieder gesunken.

    Das Atomkraftwerk Onagawa wurde kurz nach dem grossen Erdbeben vom Freitag abgestellt. Es sei zu keiner Kernschmelze gekommen, die tiefe Temperatur habe die Sicherheit des Reaktors gewährleistet.

  • 15:45 Uhr  

    Kritik am Krisenmanagement der Regierung

    In der japanischen Presse mehren sich die kritischen Stimmen zur Arbeit der Regierung. So habe Premierminister Kan viel zu spät auf die Explosion in Reaktor 1 reagiert. Von der Explosion bis zu einer genauen Regierungserklärung durch Kabinettssekretär Edano habe es geschlagene 5 Stunden und 45 Minuten gedauert, beklagt sich «Jiji News». Ausserdem seien die herausgegebenen Informationen äusserst ungenau gewesen. Gerade bei der Ausweitung der Sicherheitszonen von 3 auf 10 und nach der Explosion auf 20 Kilometer, seien die Erklärungen von Tokio ungenau gewesen. Als Folge davon seien die Informationen der Medien chaotisch gewesen. «Dies hatte zur Folge, dass die Bevölkerung nur noch mehr Angst hatte», kritisiert «Jiji News» weiter.

  • 15:20 Uhr  

    1,71 Millionen Häuser ohne Strom

    In sieben Präfekturen sind derzeit 1,71 Millionen Häuser immer noch ohne Strom und Gas. Rund 6600 Angestellte von Elektrizitätsfirmen führen laut «Jiji News» fieberhaft Reparaturarbeiten durch.

  • 15:07 Uhr  

    Stromunterbrechungen bis Ende April

    Die geplanten Stromunterbrechungen werden wohl bis Ende April andauern. Auch für den Sommer und Winter, wenn der Energieverbrauch durch Klimaanlagen und Heizungen überdurchschnittlich hoch ist, wird laut «Asahi Shimbun» mit Stromsparmassnahmen gerechnet.

    Die für von der Stromunterbrechung betroffenen Gebiete werden in fünf regionale Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe wird pro Tag mit einem dreistündigen Stromausfall rechnen müssen.

  • 14:45 Uhr  

    Katastrophengebiete brauchen 20'000 Notunterkünfte

    Die drei vom Erdbeben und Tsunami am härtesten betroffenen Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima (im Bild) benötigen gemäss «Nikkei Online» 20'000 Notbehausungen. Alleine für Miyagi werden die Baukosten für die provisorischen Unterkünfte auf 600 Millionen Yen (rund 7 Millionen Franken) geschätzt.

  • 14:40 Uhr  

    53 weitere Menschen vermisst

    In den japanischen Medien werden immer neue Vermisstmeldungen bekanntgegeben. In der Stadt Ofunato in der Präfektur Iwate werden gemäss der «Asahi Shimbun» 34 Schüler vermisst. In der Stadt Kamaishi in derselben Präfektur wurden wahrscheinlich 19 Menschen vom Tsunami erfasst.

  • 14:25 Uhr  

    Shinkansen im Norden ausser Betrieb

    Die Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge, die von Tokio in den Norden des Landes führen, blieben auch den ganzen Sonntag weiterhin ausser Betrieb. Wann diese Linien wieder eröffnet werden, können die Behörden laut «47 News» nicht sagen.

  • 13:57 Uhr  

    Messwerte-Probleme in Block 3

    Kabinettssekretär Yukio Edano hat in einer Pressekonferenz erklärt, dass in den Druckbehälter des Blocks 3 Meerwasser hinzugefügt wurden. Daraufhin sei der Wasserpegel angestiegen. Kurz darauf konnte jedoch kein Wasserpegel-Messwert im Druckbehälter angegeben werden. Man wisse daher nicht, wie viel Wasser die Brennstäbe noch umgebe.

    Die Behörden hätten sich aber entschieden, weiterhin Wasser in den Behälter zu injizieren. Man versuche derzeit den Druck im Innern des Reaktors zu reduzieren. In der Umgebung sei in den letzten Stunden kein erhöhter Strahlenwert gemessen worden. Bereits zuvor vermeldete Edano, dass sich Wasserstoff im Reaktor angesammelt habe, und daher eine Explosion der Aussenhülle wie im Block 1 drohe.

    Die Sicherheitszone von 20 Kilometern werde aber nicht ausgeweitet, sagte der Kabinettssekretär weiter.

    Lesen Sie hier den vollständigen Text von Edanos Pressekonferenz.

  • 13:35 Uhr  

    Versorgung per Helikopter

    Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa sagt, dass die von der Umwelt abgeschnittenen Menschen per Helikopter mit Lebensmittel und Wasser versorgt würden. Eine sofortige Evakuierung mit dem Helikopter sei jedoch wegen der grossen Zahl an Menschen äusserst schwierig, schreibt die «Asahi Shimbun».

  • 13:01 Uhr  

    1000-fach höhere seismische Energie als in Kobe

    Laut der japanischen Erdbebenbehörde wies das Erdbeben vor zwei Tagen eine 1000-fach höhere seismische Energie auf als das Erdbeben von Kobe 1995. Damals starben über 6000 Menschen. Das Gebiet der Verwerfung vor der Küste Japans habe eine Länge von 400 und eine Weite von 200 Kilometern.

    Die Behörde sagte laut Nikkei Online weiter, dass das japanische Archipel zurzeit in einem «äusserst labilen Zustand» sei. Ausserdem sorge sie sich um den Einfluss des Erdbebens auf weitere Erschütterungen, die im Land vorkamen. So wurde in Nagano 12 Stunden nach dem grossen Erdbeben eine weiteres Beben der Stärke 6,7 gemessen.

  • 12:50 Uhr  

    Atomkraftwerkbetreiber entschuldigt sich – Stromunterbrüche ab Montag

    Junzo Shimizu, Präsident des Atomkraftwerkbetreibers Tepco, hat laut der «Yomiuri Shimbun» angekündigt am Montag in 8 Präfekturen jeweils für ein paar Stunden den Strom zu unterbrechen. Nicht betroffen von der Massnahme werden die Innenstadtbezirke von Tokio sein. Auch die Züge werden von der Massnahme betroffen sein, da auch die Verkehrssignale beim Unterbruch ausfallen werden.

    Tepco, das unter anderem das Atomkraftwerk Fukushima betreibt, musste infolge des Erdbebens den Betrieb zahlreicher Kraftwerke stoppen. Shimizu entschuldigte sich im Namen von Tepco für die Explosion im Kraftwerk.

    Japan kämpfe mit ein Stromversorgungsengpass, doch zugleich meinte Premierminister Kan, dass durch die riesigen Schäden auch der Stromverbrauch zurückgegangen sei. In Tokio stehen in den Läden bereits Produkte für den Fall von Stromausfällen zur Verfügung (im Bild).

  • 12:15 Uhr  

    Kan: Gefahr einer Versorgungsknappheit

    Premierminister Naoto Kan hat die Menschen und Unternehmen im Japan zu einem sparsamen Stromverbrauch aufgerufen: «Auch wenn wir uns die grösste Mühe geben, besteht immer noch die Gefahr einer Versorgungsknappheit und eines grösseren Stromausfalls.»

    Das Atomkraftwerke in Fukushima sei immer noch in einen «äusserst kritischen Zustand». Ausserdem fehle es an vielen Orten nicht nur an Strom, sondern auch an Wasser und Gas.

    Die Versorgung und Erste Hilfe würden grösstenteils über den Luft- oder Seeweg stattfinden, da viele Strassen beschädigt seien. Die Katastrophe habe riesige Auswirkungen auf das Leben der Menschen und die Wirtschaft. Er sprach von der grössten Krise des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg.

    Die ganze Rede von Premier Kan finden Sie hier .

  • 12:05 Uhr  

    Japan hat sich um 2,4 Meter verschoben

    Das japanische Archipel hat sich durch das Erdbeben um 2,4 Meter verschoben. Dies ergab eine Auswertung der Geologischen Behörde der USA (USGS). Bei der Verwerfung, die das Erdbeben ausgelöst hatte, wurde eine Bewegung von 20 Metern gemessen.

  • 11:49 Uhr  

    U-Bahnen in Sendai wiedereröffnet

    Rund 80 Prozent aller U-Bahn-Linien haben in Sendai den Betrieb wieder aufgenommen, schreibt «Nikkei Online». Die Grossstadt ist besonders betroffen von der Naturkatastrophe.

  • 11:30 Uhr  

    Über 1000 Todesopfer gezählt

    Die staatliche Polizeibehörde hat soeben mitgeteilt, dass die offizielle Zahl der Todesopfer 1000 überstiegen hat. Die Regierung rechnet mit über 10'000 Toten.

  • 11:15 Uhr  

    Gefahr einer weiteren Explosion nicht gebannt

    Wie Kabinettssekretär Yukio Edano (im Bild) an einer Pressekonferenz mitteilte, bestehe die Gefahr einer Explosion in Block 3 des Atmokraftwerkes Nummer 1 in Fukushima. Im Reaktor habe sich ausgestossener Wasserstoff angesammelt. Edano betone zugleich, dass selbst bei einer Explosion keine grössere Menge an radioaktiver Strahlung ausgestossen würden. In der Umgebung des Atomkraftwerkes wurde gemäss der «Asahi Shimbun» während einer Stunde der Rekordwert von 1557,5 Mikrosievert gemessen.

  • 11:08 Uhr  

    Fukushima ersucht Spezialhilfe für Strahlenopfer

    Die Präfektur Fukushima hat vom Gesundheitsministerium die Entsendung von radiologischen Ingenieuren und Ärzten angefordert, die auf Radioaktivität spezialisiert sind. Dies berichtet «FNN News».

  • 10:56 Uhr  

    Google hat Luftaufnahmen (siehe Bild) der überschwemmten Regionen veröffentlicht. Link

  • 10:50 Uhr  

    Supermärkte weiten Betrieb aus

    Die Supermarkt-Kette Aeon hat in sechs Präfekturen im Nordosten Japans rund 90 Prozent ihrer Läden wieder geöffnet, wie «47 News» schreibt. Gewisse Ableger haben ihr Angebot ausgeweitet und bieten ihre Güter auf den Parkplätzen an. Mit der zügigen Wiederöffnung sollen Versorgungsengpässe verhindert werden.

  • 10:38 Uhr  

    Cup-Nudeln für die Krisenregion

    Der Lebensmittelhersteller Nissin liefert 1 Million Packungen an Cup-Nudeln in die Krisenregion. Es handelt sich laut «47 News» um die grösste Essenshilfslieferung seit dem Erdbeben von Kobe 1995.

  • 10:17 Uhr  

    60'000 Menschen noch nicht evakuiert

    Gemäss der «Yomiuri Shimbun» befinden sich immer noch 80 Personen innerhalb des 10-Kilometer-Umkreises des Atomkraftwerkes in Fukushima. Es handelt sich dabei um Patienten und Angestellte eines Spitals. Eine Evakuierung soll per Helikopter stattfinden. Weitere 60'000 Personen halten sich noch in der 20-Kilometer-Sicherheitszone auf.

  • 10:03 Uhr  

    520 Menschen von der Umwelt abgeschnitten

    In der Stadt Otsuchicho in der Präfektur Iwate sind rund 520 Personen, die im Rathaus, Schulgebäude und Hotels Zuflucht gesucht haben, von der Umwelt abgeschnitten. Dies berichtet 47 News.

  • 9:56 Uhr  

    Leuchtreklamen ausgeschaltet

    Weil die Regierung zum Stromsparen aufgerufen hat, haben zahlreiche Unternehmen und Läden laut «Nikkei Online» damit begonnen, ihre Leuchtschilder auszuschalten. Rund 10'000 24-Stunden-Minimärkte versuchen die Beleuchtung während des Tages auf 50 Prozent des Normalverbrauchs zu reduzieren.

  • 9:18 Uhr  

    Über 10'000 Todesopfer

    «Die Zahl der Todesopfer wird über 10'000 erreichen. Es ist unausweichlich», zitiert die «Asahi Shimbun» den Polizeichef der Präfektur Miyagi. FNN News spricht von bislang 963 Todesopfern und 1731 Vermissten.

  • Sonntag - 9.00 Uhr  

    Stromengpass erwartet

    Einen Tag bevor in Japan das Wirtschaftsleben wieder aufgenommen wird, rechnet Handelsminister Banri Kaeda mit einem grösseren Strommangel und -unterbrüchen für die Gebiete im Nordosten Japans und für die Hauptstadt Tokio. Laut der «Asahi Shimbun» ruft er die Unternehmen zu einem möglichst sparsamen Stromverbrauch auf.

  • 17:50 Uhr  

    1300 Tote und Vermisste

    Laut den japanischen Behörden gab es bislang 686 bestätigte Todesfälle, 642 Menschen werden vermisst und 1426 Personen haben sich beim Erdbeben verletzt. Nicht miteinbezogen ist die grösste Vermisstmeldung von rund 9500 Menschen in der Stadt Minamisanriku. Bislang wurden fast 13'000 Häuser teilweise oder komplett zerstört. Sehen Sie hier die unvollständige Statistik.

  • 16:29 Uhr  

    Toyotas Millionenspende

    Autohersteller Toyota spendet Soforthilfe im Wert von 300 Millionen Yen (3,5 Millionen Franken). Derweil verlängern die Banken in Japan ihre Öffnungszeiten. Man sei daran, die Bankautomaten wieder instand zu setzen, zitiert «Nikkei Online» die Verantwortlichen.

  • 16:10 Uhr  

    Verstrahlung: Weitere Verdachtsfälle

    Die «Asahi Shimbun» vermutet, dass neben den 3 Verstrahlten zahlreiche weitere Personen kontaminiert wurden. Die 3 hätten sich zur Zeit der Explosion mit 87 weiteren Menschen auf einem Schulgelände in der Nähe des Atomkraftwerkes 1 befunden.

  • 16:01 Uhr  

    Kein Hochgeschwindigkeitszug in den Norden

    Der Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug in Richtung Norden bleibt vorerst ausser Betrieb. Die Behörden sind daran, die Pfeiler der Hochbrücken zu kontrollieren. Zudem werden die beschädigten Oberleitungen wieder instand gesetzt, berichtet die «Nikkei Online». Wann die Linie in den Norden wiedereröffnet werde, könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

  • 15:40 Uhr  

    Zugpassagiere bringen sich in Sicherheit

    In den Präfekturen Iwate und Miyagi brach infolge des Erdbebens am Samstag der Kontakt zu 4 Zügen ab. Die Lokführer und die rund 50 betroffenen Passagiere konnten sich gemäss «Nikkei Online» aus eigener Kraft in einer Primarschule in Sicherheit bringen.

  • 15:31 Uhr  

    5000 zerstörte Häuser in Rikuzentakata

    Laut der japanischen Polizei wurden in der Stadt Rikuzentakata (Bild), Präfektur Iwate, 5000 Häuser durch das vom Tsunami ausgelösten Hochwasser zerstört.

  • 15:12 Uhr  

    Explosion Atomkraftwerk: 4 verletzt, 3 verstrahlt

    Gemäss Regierungsangaben hat es sich beim Zwischenfall im Atomkraftwerk 1 in Fukushima um eine Wasserstoffexplosion gehandelt. Das Innere des Reaktors sei nicht betroffen. Die Nuklearbehörde meldeten zuvor, dass es möglicherweise zu einer Kernschmelze gekommen sei. Sicher ist, dass radioaktives Material in die Umgebung des Kraftwerkes ausgetreten ist.

    3 Menschen sind gemäss den dortigen Behörden verstrahlt worden. Sie befanden sich während der Explosion auf einem Schulgelände. Ihre Kleider seien durch radioaktives Material kontaminiert.

    4 Menschen wurden bei der Explosion verletzt. Um eine Kernspaltung zu verhindern, injizieren die Behörden Brosäure und Wasser in den Reaktor, so die «Yomiuri Shimbun».

  • 15:06 Uhr  

    Yamagata-Flughafen auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt

    Damit der Fluss an Hilfsgütern nicht zum Erliegen kommt, hat das Verkehrsministerium gemäss «47 News» beim Flughafen Yamagata auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt. Yamagata ist die Nachbarspräfektur der betroffenen Gebiete um Miyagi und Fukushima.

  • 14:53 Uhr  

    Stromversorgung wird knapp

    In Japan werden die Folgen des Strommangels zunehmend sichtbar. Vielen Unternehmen, die mit Notstromaggregaten arbeiten, geht langsam das Benzin aus. Die Elektrizitätsunternehmen rufen gemäss «Nikkei Online» die Bevölkerung zum Stromsparen auf.

  • 14:34 Uhr  

    Eine Stadt vermisst 10'000 Menschen

    In Minamisanriku (Bild) in der Präfektur Miyagi werden zurzeit gemäss der «Yomiuri Shimbun» 10'000 Menschen vermisst. Die Stadt hat eine Bevölkerung von 17'300 Einwohnern. Es wird vermutet, dass sich viele noch nicht bei ihren Verwandten melden konnten.

  • 14:29 Uhr  

    Schwere Strahlenbelastung bei 3 Menschen

    Wie «Nikkei Online» schreibt, wurden bei mindesten 3 Personen in der Umgebung des Atomkraftwerkes 1 in Fukushima eine schwere Strahlenbelastung festgestellt. Auch die «Asahi Shimbun» bestätigt diesen Bericht. Die 3 betroffenen Personen hatten sich bei einer Schule in der Nähe des Kernkraftwerkes befunden. Bei rund 90 Personen aus der Bevölkerung werden zurzeit Kontrollen durchgeführt.

  • 13:51  

    Städte schalten Leuchtreklamen ab

    Um Strom zu sparen, haben die Grossstädte Tokio und Osaka die Beleuchtungen für die grossen Gebäude und die Leuchtreklamen vorzeitig abgestellt. Von der Massnahme betroffen ist auch der Fernsehturm Tokyo Tower. Dies berichtet 47 News.

  • Samstag, 13:46 Uhr  

    Aussenhülle des Reaktors explodiert

    Kabinettsekretär Edano hat soeben in einer Pressekonferenz gesagt, dass die Betonaussenhülle des Atomreaktors vom Zwischenfall betroffen war. Die Explosion sei entstanden als Wasserstoff mit Sauerstoff in Berührung kam. Das Innere des Reaktors sei nicht explodiert, zitiert die Tageszeitung Yomiuri Edano. Es sei danach kein Anstieg an radioaktiver Strahlung gemessen worden. Zur Kernschmelze haben sich an der Pressekonferenz weder Edano noch Premier Kan geäussert.

  • Freitag, 17:25 Uhr  

    «In Tokio hat sich die Situation etwas beruhigt», schildert der in Tokio lebende Schweizer Dominic Junghänel Tagesanzeiger.ch/Newsnetz. «Es sind jedoch immer noch alle zwanzig Minuten Nachbeben zu spüren. Auf den Strassen herrscht ein Chaos. Viele Leute sind zu Fuss unterwegs, die meisten Zuglinien sind immer noch ausser Betrieb. Wir haben für die Nacht vier Freunde aufgenommen, weil sie nicht mehr nach Hause konnten. Unsere Nachbarn haben dasselbe gemacht. Die Menschen stehen Schlange vor den 24-Stunden-Supermärkten, die praktisch leer geräumt sind.»

  • 16:45 Uhr  

    MachikoNY: «60'000 Menschen stecken im Bahnhof Yokohama fest.»

  • 16:18 Uhr  

    Nksm_aiko: «Ich befürchte, dass die Handys der Verschütteten kaputt oder die Batterien schon leer sind. Hoffentlich geht der Strom hier nicht ganz aus. »

  • 15:50 Uhr  

    hamu51: «Ob wohl in der Nacht die Beben weitergehen? Es ist wohl besser, wenn ich meine Sachen packe.»

  • 15:27 Uhr  

    «Wir spüren hier alle 10 Minuten ein Nachbeben», schreibt der in Tokio lebende Schweizer Sandro Berger auf Twitter.

  • 15:03 Uhr  

    Ka7deko: «Bin endlich zu Hause angekommen. In der Innenstadt ist der Strom ausgefallen. Das Erdbeben hat mir grosse Angst eingejagt. Meinen Freund in Sendai erreiche ich immer noch nicht. Das macht mir Angst. »

  • 14:46 Uhr  

    batty_k: «Ich bin endlich zu Hause angekommen. Es ist ein schreckliches Erdbeben. Ich hoffe, dass es meinem kleinen Bruder in Sendai gut geht.»

  • 14:43 Uhr  

    ntoide_jp: «In Sendai sprechen die Medien von 200 bis 300 Toten. Ich hoffe, dass dies eine Falschmeldung ist.»

  • 14:40 Uhr  

    Atsu15nonono: «Es wird gesagt, dass viele Leichen in Sendai gefunden wurden. Ich kann nur noch beten und hoffen. Ich weine nur noch.»

  • 14:25 Uhr  

    Kireinabara: «Ich wohne im Sendaier Stadtviertel Aoba. Hier bebte die Erde unheimlich stark und lange. Trotzdem scheint es so, dass in der Innenstadt keine Häuser eingestürzt sind. Es gibt jedoch zahlreiche Nachbeben. Vielleicht werden wir evakuiert. »

  • 14:20 Uhr  

    Akifumi: «Im mache mir Sorgen um einen Freund im Norden von Sendai. Ich habe ihm eine Mail geschrieben, aber keine Antwort erhalten. »

  • 14:02 Uhr  

    «Wir haben gerade einen Supermarkt verlassen, als die Glaswände und Verkehrsschilder zu beben begannen. Es hörte sich an wie starke Winde. Danach begann die Erde im Norden Tokios zu beben. Wir wussten nicht so recht, ob wir im Hauseingang stehen bleiben oder raus ins Freie rennen sollten. Wir konnten die Züge von unserem Standort aus sehen
    wie sie hin und her schwankten. Es gibt immer wieder Nachbeben.

    Momentan ist es so, dass immer mehr Infos zum Erdbeben erhalten. Wir waren kurz draussen, um etwas einzukaufen. Die Brotregale waren jedoch leer. Auch die Lunchboxen waren ausverkauft. Da die Züge nicht mehr fahren, sind alle zu Fuss unterwegs. Inzwischen sind aber wieder 2 bis 3 U-Bahnlinien in Betrieb. Auf den Strassen gibt es einen grossen Stau. Wir haben uns für alle Fälle einen Notrucksack gepackt. Wir werden wohl nicht sehr gut schlafen heut Abend...wenn überhaupt», berichtet der Schweizer Sandro Berger die momentane Lage in Tokio gegenüber baz.ch/Newsnet.

  • 13:36 Uhr  

    «Hier in Shimokitazawa, in der Nähe des Tokioter Viertels Shibuya ist alles ruhig. Wir spüren immer wieder kleinere Stösse. Jedoch nur so stark, dass der Kühlschrank rüttelt», berichtet der Schweizer Andreas Ruesch Ogura aus Tokio via Facebook gegenüber baz.ch/Newsnet.

  • 13:22 Uhr  

    Udaaki: «An meinem Arbeitsplatz ist ein ganzes Gestell umgekippt. Glücklicherweise stand ich nicht daneben.»

  • 13:16 Uhr  

    Kaho1115: «Als ich das Erdbeben spürte, habe ich im Auto meiner Eltern Schutz gesucht. »

  • 13:14 Uhr  

    Kitsunebi09ph: «Ich hab einen Nebenjob als Nachhilfelehrer. Ich dachte, dass der morgige Kurs wegen des Erdbebens ausfällt. Doch nun ist mir gesagt worden, dass er stattfindet…»

  • 13:02 Uhr  

    Flairgods_news: «Die Antenne des Fernsehturms Tokyo Towers hat es verbogen. Der Sky Tree (der im Bau befindliche über 600 Meter hohe, neue Fernsehturm, Anm. d. Red.) scheint das Erdbeben unbeschadet überstanden zu haben.»

  • 12:53 Uhr  

    Yoshino_mayumi: «Ich war gerade an einem Vortrag in Sendai, als das Erde erschütterte. Plötzlich läuteten die Alarmsirenen im Hotel. »

  • 12:41 Uhr  

    Lonekove: «Das Erdbeben heute war riesig. Wir waren gerade beim Basektballspielen in Tokio als die Erde erschütterte. Meiner Familie geht es gut.» »

  • 12:35 Uhr  

    Kimkim1023: «Ich komme nicht nach Hause. Meine Grossmutter ist zudem in Sendai. Ich erreiche Sie nicht. Ich hoffe, es geht ihr gut.»

  • 12:23 Uhr  

    No033: «Ich habe meinen älteren Bruder in Sendai erreicht. Ihm geht es gut. Er wird heute Abend in seinem Wagen übernachten. Gleich in seiner Nähe ist ein grosses Gebäude zusammengestürzt. Ein Feuer ist nicht ausgebrochen. »

  • 11:58 Uhr  

    Miyaaa306: «Ich musste 3 Stunden zu Fuss nach Hause gehen. Bin jetzt endlich angekommen. »

  • 11:56 Uhr  

    Ailovetv: «Die Autobahn Nummer 4 wurde vom Tsunami überflutet. Auch der Flughafen von Sendai ist betroffen. Alle Fernsehkanäle berichten vom Erdbeben. Die Eilmeldungen rattern nur so herein. »

  • 11:52 Uhr  

    Atsumin0611: «Das Erdbeben hat mir Angst gemacht. Hoffentlich geht es allen gut. Ich erreiche meine Freunde in Sendai nicht. »

  • 11:49 Uhr  

    Das Einkaufszentrum Trustcity Plaza in Sendai schreibt: «Wer sich draussen nicht sicher fühlt, soll bei uns Zuflucht suchen. Wir stellen Decken und Wasser zur Verfügung. »

  • 11:44 Uhr  

    User Hosaryo: «Bin in Sendai. Unser Schulzimmer ist ein riesiges Chaos. Es geht aber allen gut. Das ist das wichtigste. »

Erstellt: 21.03.2011, 08:26 Uhr

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148 Kommentare

Kurt Loosli

15.03.2011, 11:09 Uhr
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Dieses Elend und diese endlose Tragödie machen mich tief betroffen. Ich wünsche den Japanern alle notwendige Kraft, daraus heraus zu kommen. Meine Wut richtet sich gegen die AKW-Industrie, die mit ihren monströsen Lügen und unverantwortlichen Fehleinschätzungen Mitschuld tragen an dieser Apokalypse. Und auch Befürwortern, die ihnen mit unglaublicher Ignoranz einfach unkritisch hinterherliefen... Antworten


Alfred Bleuler

15.03.2011, 11:03 Uhr
Melden

es gibt alternativen zu der wahnsinns-technologie -- die baugesetze müssen alternative energieerzeugung mit speichermöglichkeiten vorschreiben -- ab 1 mio bausumme müssen 1 10 % für alternative energieerzeugung pflicht werden -- solarzellen / brenstoffzellen / erdwärme-kraftkopplung oder ersatzabgaben mit den man solaranlagen auf bauernhöfen fördern könnte (zusatzeinkommen für landwirte) Antworten



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