Ausland
Kein Schutz für Eisbär und Thunfisch
Begehrt für Sushi: Blauflossen-Thunfisch. (Bild: Reuters)
Dem von Monaco eingereichten Antrag zum Schutz des Thunfischs widersetzten sich unter anderem Japan und Kanada. Unterstützt wurde das Handelsverbot von den USA, Norwegen und Kenya . Die EU hatte gefordert, das Verbot erst ab Mai 2011 umzusetzen.
Tierschützer äusserten sich enttäuscht. «Kommerzielle Interessen der Fischerei-Industrie haben wieder einmal über den Schutz der Meerestiere gesiegt», sagte eine Sprecherin der Organisation Pro Wildlife. Eine Sprecherin des World Wide Fund for Nature (WWF) sprach von einer Schande und einem Kniefall vor Wirtschaftsinteressen. Das Votum setze «den König der Meere» dem Untergang aus, sagt Karoline Schacht, WWF-Fischereiexpertin.
Begehrter Bestandteil von Sushi
Der Blauflossen-Thunfisch, auch Roter Thun genannt, wird vor allem nach Japan exportiert, wo sein dunkelrotes Fleisch begehrter Bestandteil von Sushi ist. Die Bestände sind wegen Überfischung stark dezimiert. Umweltschützer warnen, dass der Blauflossen-Thunfisch vom Aussterben bedroht ist.
Die USA hatten beantragt, den Verkauf von Fellen und Körperteilen der Eisbären zu untersagen, da das Abschmelzen des Polareises die Spezies schon genug bedrohe. Vor allem Kanada und Grönland sprachen sich gegen ein Verbot aus. Die Verbotsgegner wendeten ein, dass die Jagd - vor allem durch Ureinwohner in Kanada und Grönland - kaum eine Gefahr für das Überleben der Art darstelle.
«Akut gefährdet»
Tierschützer kritisierten die Entscheidung und machten die EU für das Scheitern verantwortlich. «Heute ist ein schwarzer Tag für den Eisbären», sagte Daniela Freyer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Ein Handelsverbot hätte ihrer Ansicht nach jedes Jahr hunderten Eisbären das Leben retten können. Doch die 27 EU-Staaten hätten einheitlich gegen den Antrag gestimmt und damit den Ausschlag gegeben. «Die Eisbären sind durch den Klimawandel akut gefährdet», sagte Freyer. Mit jedem abgeschossenen Tier wachse die Gefahr, dass die gesamte Art aussterbe.
Eisbären gelten als Symbol für die Folgen des Klimawandels. Der Bestand wird weltweit auf 20.000 bis 25.000 Tiere geschätzt, die meisten leben in Kanada. Laut Pro Wildlife wurden allein dort in den vergangenen fünf Jahren mehr als 3.300 Eisbären erlegt. Nur in Kanada und Grönland sei die Jagd grundsätzlich erlaubt. Die Konferenz der 175 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) dauert noch bis zum 25. März. (sam/ddp/)
Erstellt: 18.03.2010, 16:54 Uhr



