Ausland

Kim Jong-il schickt Hackerbrigade in den Spionagekampf

Aktualisiert am 05.05.2009

Das Regime in Pyongyang hat eine Hackerbrigade aufgebaut. Ihr Ziel ist, Computernetzwerke von Südkorea und den USA zu infiltrieren. Hackerangriffe auf die Klassenfeinde haben sich gehäuft.

Wer Computer nicht nutzt, gehört zu den «Hauptnarren des 21. Jahrhunderts»: Nordkoreas Führer Kim Yong Il in einer undatierten Aufnahme.

Wer Computer nicht nutzt, gehört zu den «Hauptnarren des 21. Jahrhunderts»: Nordkoreas Führer Kim Yong Il in einer undatierten Aufnahme.
Bild: Keystone

Nordkorea hat ein starkes Interesse an Informationstechnologie. Dies hat der Geliebte Führer schon mehrmals bekräftigt. Von Kim Jong-il stammt die Aussage, «dass jene, die Computer nicht benutzen, mit denen, die rauchen und Musik nicht schätzen, zu den drei Hauptnarren des 21. Jahrhunderts gehören». Der freie Zugang zu Computern und Internet ist in Nordkorea vor allem dem Regime und seinen Getreuen vorbehalten. Die Informationstechnologie wird insbesondere in den Dienst der Militärmacht gestellt.

Hackereinheit mit 100 Spezialisten

Gemäss einer Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap hat das Regime in Pyongyang eine Spezialeinheit von Computerhackern aufgebaut. Ihre Aufgabe sei, in amerikanische und südkoreanische Militärnetzwerke einzudringen, geheime Daten zu sammeln und Kommunikation zu unterbrechen. Die nordkoreanischen Streitkräfte hätten nun die Hackereinheit auf 100 Mann verstärkt.

Die Nachrichtenagentur Yonhap beruft sich auf Geheimdienstkreise. Demnach werden Computernetze in den USA stärker aus Nordkorea als aus anderen Ländern angegriffen. Die nachrichtendienstlichen Aktivitäten Nordkoreas hätten das Niveau entwickelter Länder erreicht. «Wenn es nötig ist, können die Nordkoreaner Computerviren verbreiten, um Netze zu stören», wird ein Mitarbeiter des südkoreanischen Geheimdienstes zitiert.

Ausbildung von Hackern bekannt

Das Verteidigungsministerium in Seoul liess verlauten, dass es bekannt sei, dass Pyongyang in den vergangenen Jahren Hacker ausgebildet habe. Südkoreanische Medien hatten bereits vor fünf Jahren unter Berufung auf Sicherheitsbeamte über die Existenz militärischer Hackerbrigaden in Nordkorea. Die beiden koreanischen Staaten befinden sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand. (vin)

Erstellt: 05.05.2009, 14:47 Uhr

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