Ausland

Kim Jong-un lässt offenbar Militärchef exekutieren

Aktualisiert am 11.02.2016

Nordkoreas Armee-Generalstabschef wurde offenbar der Korruption beschuldigt und hingerichtet. Derweil beschliesst der US-Senat schärfere Sanktionen gegen das asiatische Land.

Wollte mit der Exekution seine Macht festigen: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un (rechts) mit General Ri Yong-gil. (Archivbild)

Wollte mit der Exekution seine Macht festigen: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un (rechts) mit General Ri Yong-gil. (Archivbild)
Bild: AFP

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat nach Angaben Südkoreas seinen Militärchef hinrichten lassen. General Ri Yong-gil sei für Korruption bestraft worden, teilte ein Vertreter der Regierung in Seoul mit. Zudem habe Kim mit der Exekution seine Macht festigen wollen. Wie der Gewährsmann an die Information kam, sagte er indes nicht.

Sollten sich die Angaben bestätigen, wäre Ri Yong-gil das jüngste Opfer einer Serie von Exekutionen, Säuberungen und Entlassungen von ranghohen Funktionären seit der Machtübernahme Kims Ende 2011.

Reuters erfuhr auch von der Exekution von einer mit Nordkoreas Angelegenheiten vertrauten Person, die anonym bleiben wollte. Eine offizielle Bestätigung der Hinrichtung gab es aber wie meistens in solchen Fällen nicht. Unabhängig liessen sich die Berichte nicht überprüfen. Der südkoreanische Geheimdienst lehnte eine Stellungnahme ab.

Ri war Armeegeneral und rückte 2013 an die Spitze der nordkoreanischen Streitkräfte. Er galt als Vertrauter Kims und begleitete den Machthaber häufig bei Inspektionen von Militäreinheiten und Fabriken. Weil Ri zuletzt bei zwei wichtigen Ereignissen nicht mehr auftauchte - einem Treffen der regierenden Arbeiterpartei und einer Kundgebung zur Feier des jüngsten Raketentests in Nordkorea -, hatte es bereits Spekulationen über sein Schicksal gegeben.

US-Senat beschliesst schärfere Sanktionen

Nach den jüngsten Atomwaffen- und Raketentests Nordkoreas hat der US-Senat für eine Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen das kommunistische Land gestimmt. Der Entscheid fiel am Mittwoch einstimmig.

Die Senatoren beschlossen, Strafmassnahmen gegen jedes Land, jedes Unternehmen und jede Einzelperson zu verhängen, die zu Massenvernichtungswaffen für Nordkorea beitragen. Zudem sollen Machthaber Kim Jong-un und andere hochrangige Vertreter des isolierten Landes unter anderem von Vermögenswerten auf Banken im Ausland abgeschnitten werden.

Nun muss sich das Repräsentantenhaus mit der Vorlage des Senats beschäftigen. Die Kammer hatte Mitte Januar bereits einen eigenen Entwurf verabschiedet, der nun mit dem des Senats abgestimmt wird. Gegen Nordkorea wurden bereits nach den drei vorangegangenen Atomtests von 2006, 2009 und 2013 Sanktionen verhängt. (chk/AP/sda)

Erstellt: 11.02.2016, 03:33 Uhr

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