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Miliband: Taliban-Kommandeure in die Regierung
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Dafür müssten sie natürlich der Gewalt abschwören, betonte Miliband am Dienstag auf der parlamentarischen Versammlung der NATO in Edinburgh. Schon jetzt gebe es jedoch viele Taliban, die sich nicht dem Dschihad - dem Heiligen Krieg - verpflichtet fühlten, sondern überzeugt werden könnten, ihre Waffen niederzulegen.
«Das wird keinesfalls ein leichter Prozess», erklärte Miliband. Die Geschichte habe jedoch mehrfach gezeigt, dass die Einbindung ehemaliger Kämpfer in die politische Verantwortung möglich und gewinnbringend sei. Schon jetzt arbeiteten Todfeinde aus der Zeit der sowjetischen Besatzung in der afghanischen Regierung zusammen und ehemalige Taliban hätten Parlamentssitze inne. Deshalb sollten zum rechten Zeitpunkt auch die heutigen Kämpfer für die politische Zusammenarbeit gewonnen werden.
Die afghanische Regierung könnte laut Miliband «ranghohe Kommandeure umfassen, die überzeugt werden können, sich von al-Qaida zu trennen und ihre Ziele friedlich zu verfolgen». Generell müssten parallel zur Militärstrategie auch die Bemühungen um zivile Lösungen verstärkt werden. Hier gelte es insbesondere auf lokaler Ebene eine besserer Regierungsführung sicherzustellen, damit die Bevölkerung nach den vielfältigen Korruptionsskandalen wieder Vertrauen in ihre Politiker haben könnten.
Brown für Afghanistan-Konferenz in London
Der britische Aussenminister bekundete ferner die Bereitschaft seines Landes, als Teil einer militärisch-politischen Strategie mehr Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Premierminister Gordon Brown hatte zuvor eine Erhöhung des Truppenkontingents um 500 Mann in Aussicht gestellt. Grossbritannien stellt mit 9.000 Soldaten hinter den USA das zweitgrösste ausländische Kontingent am Hindukusch.
Brown verteidigte den Einsatz am Montagabend in einer aussenpolitischen Grundsatzrede. Rund drei Viertel der grösseren Terrorpläne, die in Grossbritannien aufgedeckt worden seien, liessen sich in die Region zurückverfolgen. Nur im Einsatz gegen die Terrorbedrohung könnten «unsere Küsten richtig verteidigt» werden. Der Einsatz Grossbritanniens trage bereits Früchte, erklärte der Premierminister. Der Führung der al-Qaida würden zunehmend die Hände gebunden.
Brown schlug für kommendes Jahr eine Afghanistan-Konferenz in London vor, um über einen Zeitplan für die Übergabe der Sicherheitskontrolle an die afghanischen Behörden zu beraten. Angesichts der ständig steigenden Zahl getöteter britischer Soldaten in Afghanistan ist die öffentliche Zustimmung zu dem Einsatz am Hindukusch stark zurückgegangen. Allein in diesem Jahr meldeten die britischen Streitkräfte bereits fast 100 Tote. (sam/ap)
Erstellt: 17.11.2009, 16:36 Uhr
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