Ausland
Nato tötet versehentlich Frauen und Kinder
Aktualisiert am 29.05.2011 7 Kommentare
Zwei Wohnhäuser getroffen: Nato-Luftanschlag im Bezirk Nawsad.
Trauer um die Hinterbliebenen: Zivilisten mit einem der Opfer. (Screenshot Reuters) (Bild: Reuters )
Gefallene Deutsche Soldaten identifiziert
Die bei einem Selbstmordanschlag am Samstag in Nordafghanistan getöteten deutschen Soldaten gehörten zu einer niedersächsischen und einer rheinland-pfälzischen Einheit. Das gab die Bundeswehr am Sonntag bekannt. Bei den Gefallenen handelt es sich demnach um einen 43 Jahre alten Major aus dem Führungsunterstützungsbataillon 282 in Kastellaun und einen 31 Jahre alten Hauptfeldwebel des Feldjägerbataillons 152 aus Hannover. (dapd)
Artikel zum Thema
- Ein Feuerball – dann wurde es dunkel
- Bombe tötet zehn Bauarbeiter
- Anschläge auf Nato-Tanklaster und Spital
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Bei einem Luftangriff der Nato sind im Südwesten von Afghanistan 14 Frauen und Kinder ums Leben gekommen. Das sagte heute der Sprecher der Provinzregierung in Helmand, Dawud Ahmadi. Der Angriff am Samstagabend im Bezirk Nawsad habe Aufständischen gegolten, die am Vortag einen örtlichen US-Militärstützpunkt attackiert hätten, erklärte Ahmadi weiter.
Stattdessen seien jedoch versehentlich zwei Wohnhäuser getroffen worden. Bei den Toten handelte es sich seinen Angaben zufolge um zwei Frauen, fünf Mädchen und sieben Jungen.
Nato-Sprecher Tim James erklärte, das Militärbündnis und afghanische Soldaten untersuchten den Ort des Angriffs und wollten später weitere Informationen veröffentlichen. Zu dem Luftangriff machte er keine Angaben.
Weniger Bewegungsfreiraum für Nato-Truppen
Unterdessen ordnete der afghanische Präsident Hamid Karzai an, dass besondere Operationen und nächtliche Militäraktionen künftig nur von afghanischen Truppen und nicht von Nato-Streitkräften ausgeführt werden dürfen. Ausserdem muss die Allianz ihre Operationen künftig mit den afghanischen Behörden absprechen.
Mit dem Vorstoss will Karzai die Empörung der afghanischen Bevölkerung über tödliche Angriffe besänftigen, die nach Darstellung vieler Bewohner zivile Opfer fordern oder mit Misshandlungen und der Gefangenschaft von Unbeteiligten enden.
Zunächst blieb unklar, ob sich die Anweisungen Karsais auf die Afghanistan-Mission der Nato auswirken könnten. Die Nato hat ihre nächtlichen Angriffe als alternativlos verteidigt und erklärt, auf diese Weise Aufständische in ihren Verstecken aufzuspüren.
(mrs/dapd)
Erstellt: 29.05.2011, 12:44 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
7 Kommentare
Ein "schöner" Artikel. Nichts macht mehr die Doppelmoral der westlichen Welt sichtbar, als die Medien, welche Attribute wie "versehentlich" und "bedauerlich" bei Mord verwenden, aber nicht davor zurückschrecken, auf der anderen Seite "feige", und "hinterhältig" einzusetzen. Bevor die Fälle überhaupt geklärt sind. Natürlich machen das seriöse Berichterstatter nicht; sie zitieren bloss. Widerlich! Antworten
Ausland
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Bitte warten


