Ausland

Neue Hinrichtungsmethode: «Angst des Kriminellen reduziert»

Aktualisiert am 16.06.2009

Menschenrechtsgruppen rechnen allein für dieses Jahr mit rund 5000 Exekutionen. Erschiessen scheint nun vorbei zu sein. Aus «humanen» Gründen.

Nur auf ganz wenigen Fotos dokumentiert: Hinrichtung durch Erschiessen in China.

Nur auf ganz wenigen Fotos dokumentiert: Hinrichtung durch Erschiessen in China.
Bild: Keystone

Hinrichtungen in Peking sollen künftig mit der Giftspritze ausgeführt werden. Die örtlichen Justizbehörden hätten sich für diese Methode anstelle der bisherigen Erschiessungen entschieden, berichtete die englischsprachige Zeitung «China Daily» am Dienstag. Demnach werden die Vollzugsbeamten zurzeit auf die neue Regelung vorbereitet, die Ende dieses Jahres in Kraft tritt. Gültig ist sie nur für die chinesische Hauptstadt, wenngleich auch in einigen anderen Regionen bereits die Giftspritze zur Anwendung kommt.

Diese Methode «gilt als humaner, weil sie die Angst und den Schmerz des Kriminellen gegenüber einer Erschiessung reduziert», wurde Hu Yunteng vom Obersten Volksgericht zitiert. In China finden die meisten Hinrichtungen der Welt statt. Menschenrechtsgruppen rechnen allein für dieses Jahr mit rund 5000 Exekutionen. Amnesty International hat die Volksrepublik deswegen häufig kritisiert. Anstatt zur Giftspritze überzugehen, sollte China die Todesstrafe abschaffen, forderte Amnesty. (sam/ap)

Erstellt: 16.06.2009, 11:05 Uhr

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