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Neue Strompanne: Halb Indien ohne Saft

Aktualisiert am 31.07.2012 46 Kommentare

Rund 600 Millionen Inder leben zurzeit ohne Strom. Eine Notmassnahme verschlimmerte die Lage zusätzlich. Die Politiker verschiedener Landesteile schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

1/9 Der Saft fliesst wieder: Die beleuchtete Stadt New Delhi. (1. August 2012)
Bild: Reuters

   

Indien ohne Elekrizität. (31. Juli 2012) (Video: Reuters )

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Auch heute fiel der Strom wieder aus: Mitten am Tag seien nacheinander die drei Netze für den Norden, Osten und Nordosten Indiens wegen Überlastung zusammengebrochen, sagte ein Sprecher der indischen Netzgesellschaft Powergrid Corporation of India. Er hoffe, die Versorgung könne bald wiederhergestellt werden. In dem Gebiet leben mehr als 600 Millionen Menschen, rund die Hälfte der indischen Bevölkerung.

In Delhi fielen wie schon am Vortag die U-Bahnen ebenso wie die Verkehrsampeln aus, erneut herrschte auf den Strassen Chaos. Auch in Kalkutta im Osten des Landes sassen die Menschen ohne Strom da. Landesweit blieben 400 Züge mitten auf der Strecke stecken. 180 Kilometer nordwestlich von Kalkutta sassen Bergleute des Konzerns Eastern Coalfields unter Tage fest, weil ihre Aufzüge nicht mehr fuhren. Nach einer AFP-Zählung waren heute insgesamt 20 der 28 indischen Bundesstaaten betroffen.

Notmassnahme verursachte Stromausfall

Bereits gestern hatte die bis dato schwerste Strompanne seit elf Jahren das öffentliche Leben in insgesamt neun Bundesstaaten im Norden Indiens stundenlang lahmgelegt. Bis zu 300 Millionen Menschen sassen ohne Strom da, darunter auch die Einwohner Delhis. Als Notmassnahme wurden die Netze im Westen und Osten sowie aus dem Königreich Bhutan angezapft. Dies scheint nun zum Zusammenbruch im Osten und vermutlich auch im Nordosten geführt zu haben: «Wir teilten unseren Strom mit dem Norden – und deshalb fiel unser Netz aus», sagte der Energieminister für West-Bengalen, Manish Gupta, AFP.

Der indische Energieminister Sushilkumar Shinde machte erneut einige Bundesstaaten für die Überlastung der Netze verantwortlich. Diese hätten mehr Strom abgerufen, als ihnen zustehe. «Alle ziehen zu viel aus dem Netz. Ich habe mich mit Vertretern der regionalen Energieversorger getroffen und angeordnet, dass jene bestraft werden sollen, die ihren Anteil überzogen haben», sagt Shinde.

Regierung in Bedrängnis

Der neuerliche Stromausfall bringt Shinde und seine Regierung zunehmend in Bedrängnis. Vertreter der Industrie riefen heute eindringlich zur Reformierung der unzulänglichen Energieversorgung auf. Zu lange schon sei das Problem bekannt, kritisierte der Chef des Industrieverbands, Chandrajit Banerjee.

Die aufstrebende Wirtschaftsmacht hängt bis heute in der Stromerzeugung überwiegend von der Kohle ab, zudem sind die Stromnetze hoffnungslos veraltet. Besonders in den heissen Sommermonaten, in denen der Stromverbrauch deutlich ansteigt, kommt es immer wieder zu Engpässen und kurzen Ausfällen. Krankenhäuser, Flughäfen, Hotels und viele Privatleute, die es sich leisten können, haben sich schon längst darauf eingestellt und sich zum Ersatz Generatoren angeschafft. (mrs/AFP/dapd)

Erstellt: 31.07.2012, 14:35 Uhr

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46 Kommentare

Maria Baumann

31.07.2012, 15:40 Uhr
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Ja, Strom ist eben ein Lebenselexir, das auch von den evolvierenden Gesellschaften der sog. Schwellenländer vermehrt gebraucht wird. Indien setzt klar auf Kernenergie in der Zukunft. Eine kleine Lektion für die, die gerne wissen möchten, wohin unsere Stromzukunft führt, falls idealistische Phantasien einer "CH-Energiewende" über physikalische und marktwirtschaftliche Machbarkeiten gestellt werden. Antworten


Dieter C. Kuser

31.07.2012, 15:59 Uhr
Melden 22 Empfehlung 0

Auch hier zeigt sich, dass Probleme nicht alleine dadurch geloest werden koennen, indem tausende von 'Beamten' eingestellt (und bezahlt) werden, denen jedes Verstaendnis fehlt, die aber jeden Monat trotsdem fuer ihre 'Leistungen' entloehnt werden. Antworten



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