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Petraeus redet Klartext – Obama ist verärgert

Aktualisiert am 16.08.2010 7 Kommentare

Zwischen US-Präsident Barack Obama und seinen Militärs zeichnet sich ein Konflikt über den geplanten Truppenabzug aus Afghanistan ab. Das Weisse Haus beharrt darauf, die ersten Soldaten ab Juli 2011 abzuziehen.

Hat in ein Wespennest gestochen: US-General David Petraeus kauft Brot in Kabul, Afghanistan.

Hat in ein Wespennest gestochen: US-General David Petraeus kauft Brot in Kabul, Afghanistan.
Bild: Keystone

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Robert Gates will 2011 zurücktreten

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat seine Absicht bekräftigt, sein Amt im kommenden Jahr niederzulegen. Bis dahin werde die Neuausrichtung der Einsatzstrategie in Afghanistan vollzogen sein, so dass ein Nachfolger die weitere Verantwortung übernehmen könne.

Das sagte Gates in einem Interview mit dem Magazin «Foreign Policy». «Im kommenden Jahr werde ich in der Lage sein, abschätzen zu können, ob die Strategie in Afghanistan funktioniert», sagte er. Deswegen biete das Jahr 2011 «eine logische Gelegenheit, das Amt zu übergeben».

Gates ist der einzige Minister, den US-Präsident Barack Obama aus der Regierung seines Vorgängers George W. Bush übernommen hatte. Er ist seit Dezember 2006 Verteidigungsminister. Der Pentagon-Chef arbeitete in verschiedenen Positionen für insgesamt acht Präsidenten, unter anderem war er Chef des Geheimdienstes CIA.

Der über die Parteigrenzen hinweg hoch angesehene Minister hatte bereits zum Antritt der neuen Regierung gesagt, dass er sein Amt nicht bis zur kommenden Präsidentschaftswahl 2012 ausüben wolle.

«Wenn der Präsident eine Zusage macht, denn hält er sie auch ein», sagte Barack Obamas Sprecher Bill Burton. Obama reagierte damit auf Aussagen des neuen amerikanischen Kommandeurs am Hindukusch, David Petraeus, der vor einem zu schnellen Rückzug gewarnt hatte.

Man dürfe im Kampf gegen die Taliban nichts überstürzen, da man sonst den Erfolg riskiere, hatte Petraeus in mehreren Interviews gesagt. Der Krieg sei zäh und von einem ständigen «Auf und Ab» geprägt.

Daher sei es viel zu früh, um abschätzen zu können, wann er beendet werden könnte, sagte Petraeus. Der von Präsident Obama genannte Termin für den Abzug erster US-Soldaten sei deshalb seiner Meinung nach nicht in Stein gemeisselt.

Vom Plan wird nicht abgerückt

Wie Obama, widersprach auch Verteidigungsminister Robert Gates seinem Oberbefehlshaber in Afghanistan öffentlich. Gates pochte gegenüber der Zeitung «Los Angeles Times» auf den Juli 2011 als Datum für den Beginn des Abzugs: Niemand stelle den Beginn des Abzugs im Juli 2011 in Frage, sagte er.

Bereits im Frühjahr kommenden Jahres könne möglicherweise mit der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen begonnen werden. Diese könnten dann zunächst in «weniger gewaltsamen Gebieten» die Kontrolle übernehmen, erklärte der US- Verteidigungsminister. (bru/sda)

Erstellt: 16.08.2010, 20:56 Uhr

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7 Kommentare

Sebastian Golaszewski

16.08.2010, 21:16 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Der Herr Obama erstaunt mich mit seinem politischen Fingerspitzengefühl immer wieder! Bei dieser Inszenierung des Willens des Abzugs aus Afghanistan, kann der Herr Obama nur gewinnen! So erzeugt das weisse Haus die Illusion, dass ein Abzug in Griffnähe liegt, was dem Präsidenten nur Sympathiepunkte bescherren kann. Doch dieser Krieg wird noch lange dauern. Und das wissen die Militärs.. und Obama.. Antworten


christoph scheidegger

16.08.2010, 23:14 Uhr
Melden 1 Empfehlung

und was meint das "council on foreign relations" dazu..? die allgemeine lage im eisatzgebiet ist wegen dem ungünstigen verlauf der unwetterfolgen in veränderung und eine prognose schwierig und heikel. Antworten



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