Ruhe, bitte! Indien will scharfe Gesetze gegen Handy-Plauderer

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 06.04.2009 3 Kommentare

Der indische Handymarkt boomt – doch es mehren sich die Klagen über schwatzhafte Mitbürger, die ständig und überall am Telefon hängen. Jetzt erwägt das Land scharfe Gesetze für den Umgang mit Handys.

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Indiens Handymarkt wächst rasant – und gerne machen Bollywood-Schönheiten Werbung für die neusten Modelle. Tanushree Dutta präsentiert ein Samsung-Handy in Neu Delhi...
Bild: Keystone

   

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Indien erwägt, den Umgang mit Handys gesetzlich einzuschränken. Würden Sie Natel-Gesetze auch in der Schweiz begrüssen?

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Die rund 277 Millionen Handynutzer in Indien «sorgen oft für grossen Ärger», schreibt das zuständige Komitee des indischen Parlaments. Den Menschen müsse beigebracht werden, wann und wo sie Handys nutzen können, ohne andere zu belästigen, finden die Parlamentarier – am besten mit neuen Gesetzen, die unflätiges Verhalten am Handy mit Strafe belegen. Jetzt liegt es am Gesamtparlament, den Vorschlag weiter zu verfolgen. Das berichtet heute die «Times» sowie verschiedene indische Medien.

Das Komitee antwortete mit seiner Empfehlung auf eine Petition von Gurjit Singh. Der Mann schlägt vor, dass Indien Handys an Beerdigungen und in Tempeln verbietet und das Telefonieren an Schulen und im Strassenverkehr mit Störsendern unmöglich macht. Ausserdem sollen Verwaltungsangestellte bestraft werden, wenn sie während ihrer Bürozeiten private Handy-Gespräche führen. Kameras in Mobiltelefonen sollen ganz verboten werden – der Sicherheit von Frauen zuliebe.

«Das Parlament liegt völlig richtig»

Die renommierte englischsprachige «Times of India» unterstützt den parlamentarischen Vorschlag in einem Kommentar. «Falls Sie in Indien leben, ist es wahrscheinlich, dass Sie schon mindestens einmal während eines Films von Handy-Gesprächen gestört worden sind», schrieb das Blatt im März. Das Parlament liege völlig richtig: «Falls die Feststellungen des Komitees nicht ernst genommen werden, wird sich das Problem noch verschlimmern.»

Heftig diskutiert werden in Indien auch in China hergestellte Mobiltelefone, die keine internationalen Registrierungsnummern aufweisen. Solche Geräte wurden unter anderem von den Attentätern eingesetzt, die im November 2008 in Mumbai das Taj-Mahal-Hotel und mehrere andere Gebäude überfielen und über 170 Menschen töteten. Der Staat will solche Handys verbieten, stösst aber wegen ihres geringen Preises bei der Bevölkerung auf Widerstand.

Indiens Handymarkt ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt. Im Januar alleine kamen im Land 15 Millionen neue Nutzer hinzu, mehr als irgendwo sonst. Jetzt gehen dem Land sogar die Nummern aus: Die Behörden erwägen, Handy-Nummern von zehn auf elf Stellen auszudehnen – noch vor Anfang 2010, wie der «Calcutta Telegraph» schreibt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.04.2009, 16:15 Uhr

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3 Kommentare

Ronnie König

06.04.2009, 16:30 Uhr
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Funktionieren diese China-Handys auch bei uns? Achtung Mafia Terror und anderes! Und schnell wachsender Markt: sogar Leute die kein Geld haben kommen an ein China-Handy. Die Folge: das Geld wird nicht für Nahrung ausgegeben, sondern für Gespräche die unnötig sind! Mangelernährung beim Nachwuchs sind die Folge! Aber das interessiert niemand. Antworten


Philipp Rederlechner

06.04.2009, 19:05 Uhr
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In der Türkei ist in Bussen (dort einer der gebräuchlichsten Fortbewegungsmittel) das Telefonieren mit Handys verboten - wird aber nicht sehr restrikt eingehalten. Dennoch bleiben einem dadurch lautstarke Unterhaltungen mit dem Handy oder gar Musikberieselung durch ein paar 'Goofe' erspart. Ähnliches fände ich in der Schweiz auch sinnvoll, fände aber einen weiteren Bussenkatalog nicht gut. Antworten



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