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Schatzhüter drohen mit Massenselbstmord
Aktualisiert am 06.07.2011 14 Kommentare
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Für viele Hindus ist klar, dass der Schatz nicht verwertet werden darf: Zwei Priester vor dem Tempel. (Bild: Keystone )
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Nach der Entdeckung eines riesigen Goldschatzes in einem indischen Hindutempel wird dieser nun von hundert schwerbewaffneten Polizisten bewacht. «Der Schatz wird im Tempel bleiben und die Polizei übernimmt den Schutz», kündigte der Regierungschef des südlichen Bundesstaates Kerala, Oommen Chandy, heute an. Seinen Angaben zufolge ist der gefundene Schatz umgerechnet knapp elf Milliarden Dollar wert. Diese Angabe wurde nun noch korrigiert. Archäologen, die gegenwärtig die Funde untersuchen, schätzen den Wert auf rund 22 Milliarden Dollar. Der historische und archäologische Wert sei dabei noch nicht berücksichtigt worden.
Die Hindustätte, in der sich die Reichtümer befinden, wurde nun quasi über Nacht zur reichsten Tempelanlage der Welt. Die beliebte Pilgerstätte steht in Kerala – einem der ärmsten Bundesstaaten des Landes. Gemäss Spiegel online leben in dieser Region Millionen von Menschen in bitterer Armut. Mit dem Geld könnte die Regierung ihren maroden Haushalt sanieren. Indische Intellektuelle fordern, dass das Geld in dringend benötigte Ernährungs- und Bildungsprogramme fliesst.
Hindu-Verband droht mit «schlimmsten Folgen»
Gemäss «Spiegel» reagieren die Hindu-Verbände entsetzt auf diese Forderung. Der Schatz müsse geschützt werden und dürfe auf keinen Fall aus dem Tempel genommen werden. Wie die hindunationalistische Partei BJP mitteilt, dürfe nicht auch nur eine Münze den Tempel verlassen, ansonsten müsse mit «den schlimmstem Folgen» gerechnet werden. Gar ein kollektiver Selbstmord wollte die Partei nicht ausschliessen, würde die Regierung versuchen, den Schatz an sich zu reissen.
Wohl auch um die aufgebrauste Stimmung zu beruhigen, haben nun Polizisten einen dreireihigen Sicherheitsring rund um den Tempel gebildet, erklärte Chandy. Der Schatz in dem für seine aufwendigen Skulpturen bekannten Sree-Padmanabhaswamy-Tempel solle rund um die Uhr bewacht werden. Zudem würden Sicherheitskameras und ein spezielles Überwachungszentrum eingerichtet.
Vergessene Opfergaben
Der aus Gold, Silber, Münzen und Edelsteinen bestehende Schatz war in der vergangenen Woche in fünf unterirdischen Geheimkammern des Tempels entdeckt worden. Die in den unterirdischen Gewölben unter dem Hindutempel verwahrten Schätze sind offenbar jahrzehntelang vergessene Opfergaben von Gläubigen.
Unter den Funden ist laut einem Bericht der «Times of India» auch eine Tonne Goldmünzen aus der Zeit Napoleons. Zudem seien Säcke voller Diamanten und Goldstatuen entdeckt worden. Die staatliche Behörde zur Erhaltung von Kulturgütern (ASI) zeigte sich verblüfft über den Fund. «Kein Archäologe hat jemals erlebt, dass eine Geheimkammer nach der anderen geöffnet wird und Schätze wie diese entdeckt werden», sagte ASI-Generaldirektor Gautam Sengupta.
Der dem Hindugott Vishnu geweihte Tempel wurde vor Hunderten von Jahren erbaut. Seit Indien im Jahr 1947 von Grossbritannien unabhängig wurde, kümmerte sich eine Stiftung von Nachkommen der früheren regionalen Herrscherfamilie um die Anlage. Erst nach einem neuen Urteil des Obersten Gerichts übernahmen staatliche Stellen die Verwaltung, sie gaben die Untersuchung der Anlage in Auftrag. Bislang galt der Thirupathy-Tempel im südlichen Bundesstaat Andhra Pradesh als reichste Kultstätte des Landes. Sein Vermögen wird auf 320 Milliarden Rupien (6 Milliarden Franken) geschätzt.
(mrs)
Erstellt: 06.07.2011, 20:43 Uhr
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14 Kommentare
Keralas Pro-Kopf-Einkommen (2004/05: 27.048 Rupien; Quelle: [1]) liegt zwar nur wenig über dem indischen Durchschnitt (2004/05: 23.241 Rupien), drastische Fälle von Armut wie in anderen Teilen Indiens (Slums u.ä.) sind in Kerala jedoch kaum anzutreffen, da hier in den letzten Jahrzehnten eine konsequente Agrarreform und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durchgeführt worden sind. Auch das Bildungs- und das Gesundheitssystem sind im Vergleich zu anderen Bundesstaaten gut ausgebaut. Die Lebenserwartung liegt mit 73,5 Jahren (Männer: 70,6 Jahre, Frauen: 76,1 Jahre) deutlich über dem indischen Durchschnitt von 61,7 Jahren (Männer: 60,8 Jahre, Frauen: 62,5 Jahre; Stand jeweils 1999). Antworten
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