Ausland
Schlacht gegen die Taliban – eine Million auf der Flucht
«Wir werden getötet, unsere Kinder werden getötet, genauso unsere Frauen - nur diese Taliban werden entkommen»: Flüchtlinge in Mingora. (Bild: Keystone)
Die Offensive der pakistanischen Streitkräfte gegen die Taliban hat im Nordwesten des Landes hat nach Angaben der Vereinten Nationen zu einem Massenexodus geführt.
500'000 Menschen seien in den vergangenen Tagen geflohen, die Zahl der Flüchtlinge in dem Gebiet sei damit seit August auf eine Million gestiegen, erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk am Freitag in Genf. Rund 200'000 Menschen seien in sicheren Gebieten angelangt, etwa 300'000 seien noch auf der Flucht, sagte UNHCR-Sprecher Ron Redmond.
Die Streitkräfte setzten unterdessen ihre Offensive im Swat-Tal fort und bombardierten mutmassliche Stellungen der Taliban. Tausende Zivilpersonen waren in der Stadt Mingora eingeschlossen. Die Bewohner der wichtigsten Stadt der Region forderten eine Feuerpause, um die Flucht ergreifen zu können. Augenzeugen berichteten einem AP-Reporter in Mingora jedoch, dass die Taliban die Menschen inzwischen zurückhielten und sie als Schutzschilde missbrauchen wollten. Mingora hatte noch vor zwei Jahren etwa 360'000 Einwohner.
150 Aufständische getötet
«Wir wollen die Stadt verlassen, aber wegen der Kämpfe kommen wir nicht weg», sagte Hidayat Ullah. «Wir werden getötet, unsere Kinder werden getötet, genauso unsere Frauen - nur diese Taliban werden entkommen», sagte Ullah. Nach Angaben der Streitkräfte wurden seit Beginn der Offensive rund 150 Aufständische und mehrere Soldaten getötet. Offizielle Zahlen zu zivilen Opfern gab es nicht. Allein in einem Krankenhaus in Mardan südlich des umkämpften Gebiets wurden 45 Zivilpersonen mit Schuss- oder Schrapnellwunden versorgt.
Pakistan bat die internationale Gemeinschaft am Donnerstagabend um Hilfe für die Flüchtlinge im Nordwesten des Landes. Ministerpräsident Yousuf Raza Gillani rief in einer Fernsehansprache zu Spenden auf. Gleichzeitig warb er bei der Bevölkerung um Unterstützung für die Anfang der Woche gestartete Grossoffensive. Ziel sei es, jene zu vernichten, die den Frieden der Nation zerstörten und Pakistan als Geisel nehmen wollten, sagte Gillani. (sam/ap)
Erstellt: 08.05.2009, 15:25 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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