Ausland
Sie lernten nichts als Töten
Unter Tränen verlassen die jungen Menschen das Lager der Maoisten. «Ich bin sehr traurig, meine Kollegen zu verlassen, mit denen ich so lange zusammen war», sagte die 22-jährige Lakshmi Gautam der britischen Zeitung «The Independent». Vor fünf Jahren war sie in das Camp in Dudhauli eingetreten. Der Ort liegt 100 Kilometer südöstlich von Kathmandu mitten im Dschungel. Im Maoisten-Lager gibt es kein fliessendes Wasser, keinen Strom und keine Telefonanschlüsse. Trotzdem war das Hüttendorf jahrelang das Zuhause für mindestens 3000 Kindersoldaten unter 18 Jahren.
Bereits vier Jahre sind seit dem Frieden zwischen den Maoisten und der nepalesischen Regierung vergangen. Für die späte Heimkehr machen die Maoisten die nepalesische Regierung verantwortlich: Sie hätten vergeblich finanzielle Unterstützung für die Kindersoldaten gefordert, um diesen einen Start in ein normales Leben zu ermöglichen. Nun springt die Uno in die Bresche und will wenigstens den Kindern bis zwölf Jahren eine schulische Ausbildung ermöglichen. Viele der Kindersoldaten sind inzwischen über 20 Jahre alt. Sie müssen ohne Geld nach Hause zurückzukehren – an einen Ort, der sie gar nicht willkommen heissen wird.
Schwierige Zukunft
Doch für viele Ex-Kindersoldaten wird es schwierig, jemals ein normales Leben wie andere junge Nepalesen führen zu können. Einige waren erst gerade 13 Jahre alt, als sie ins Lager kamen und hatten keinerlei Ausbildung genossen. Meine Hände wurden einzig geschult, um Gewehre zu bedienen, sagte die 23-jährige Bhawana Chaudhary. Sie war mit 17 ins Lager gekommen. Oft seien die Kindersoldaten daher anfällig für Anwerbeversuche von kriminellen Banden oder noch existierenden bewaffneten politischen Gruppierungen, erzählt Oliver Housden vom Royal United Services Institute in London dem «Independent».
Keiner der jungen Menschen wolle über die Erlebnisse in den letzten Jahren reden, erklären Vertreter von Hilfswerken. Die Maoisten verneinen indessen, Kinder unter 18 Jahren für ihren blutigen Krieg eingesetzt zu haben. Doch in den Lagern herrschte bis zuletzt militärischer Drill. Uniformen waren Pflicht, sportliche Morgenübungen der Alltag.
Mindestens 1500 Tote Am 13. Februar 1996 begann die Kommunistische Partei (die Maoisten) mit Scharmützeln gegen lokale Polizeiposten vorzugehen und ging dann zu einer Guerilla-Taktik über. Sie kämpften für die Abschaffung der Monarchie in Nepal und verlangten mehr Geld für die ländlichen Regionen und die verarmten Bauern. Mittlerweile sind vom Volkskrieg der Maoisten 30 der 75 Distrikte Nepals betroffen, und die Maoisten kontrollieren weite Teile des Landes. Mehr als 1500 Menschen sind den Auseinandersetzungen des regulären Militärs Nepals und den Polizeikräften mit den Parteianhängern zum Opfer gefallen. (tan)
Erstellt: 08.01.2010, 20:40 Uhr
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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