Ausland
So lief der Angriff auf die Tanklastwagen ab
Aktualisiert am 07.09.2009 12 Kommentare
Wehrt sich: Franz Josef Jung, deutscher Verteidigungsminister. (Bild: Keystone)
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Der Luftangriff sei «militärisch notwendig und richtig» gewesen, sagte der Sprecher von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), Thomas Raabe. Raabe erklärte am Montag, es gebe derzeit keine «konsolidierten Erkenntnisse» über zivile Opfer. Nach seinen Worten wurden 56 Taliban getötet.
Raabe erklärte, es habe in der Vergangenheit «ernstzunehmende Warnhinweise» gegeben, dass Anschläge mit einem zu einer Bombe umfunktionierten Tanklastwagen gegen das regionale Wiederaufbauteam (PRT) in Kunduz oder gegen afghanische Liegenschaften geplant gewesen seien. «Die beiden entführten Lkw wären bestens geeignet gewesen», sagte der Sprecher.
Mehrere Quellen
Raabe zitierte aus einem Brief unter anderem des Gouverneurs, des Geheimdienstchefs und des Polizeichefs an den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, dass sich am Ort des Geschehens ausschliesslich Aufständische aufgehalten hätten. Es habe demnach mehrere Quellen gegeben, die dies vor dem Luftangriff bestätigt hätten.
Der Sprecher präzisierte auch das Geschehen vom Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche. So sei dem deutschen Feldlager in Kunduz am Donnerstag um 21.12 Uhr Ortszeit von der gemeinsamen afghanischen Operationszentrale gemeldet worden, dass zwei Lastwagen südlich des Lagers des deutschen Wiederaufbauteams entführt worden seien. Einer der Fahrer sei noch an Ort und Stelle ermordet worden.
Zweimal 227 Kilogramm Sprengstoff
Um 23.14 Uhr seien beide Tankwagen durch ein US-Flugzeug geortet worden, sagte Raabe. Bildaufnahmen hätten gezeigt, dass «etliche» Menschen Waffen getragen hätten. Nach 15 Minuten Luftaufklärung sei das US-Flugzeug wegen Treibstoffmangels abgezogen worden.
Nach weiteren 15 Minuten seien zwei F-15-Flugzeuge gekommen, die das Geschehen weiter beobachteten. Um 01.39 Uhr sei der Luftangriff vom deutschen Kommandant Oberst Georg Klein angeordnet worden.
Zehn Minuten später wurden zwei Bomben abgeworfen, die jeweils 227 Kilogramm schwer gewesen seien. Der Kommandant sei der Empfehlung der US-Piloten nicht gefolgt, eine wesentlich schwerere Bombe von 900 Kilogramm abzuwerfen.
Telefon mit McChrystal
Das Verteidigungsministerium hatte noch am Freitag erklärt, zwischen Entführung der Lkw und dem Luftangriff hätten nur 40 Minuten gelegen. Zudem war von einem Gewährsmann vor Ort die Rede, dessen telefonische Informationen sich mit der Luftaufklärung deckten.
Raabe sagte weiter, Jung habe am Sonntag mit dem Oberbefehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, telefoniert. Beide seien sich einig gewesen, dass zivile Opfer vermieden werden müssten. (sam/sda)
Erstellt: 07.09.2009, 15:26 Uhr
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12 Kommentare
der lösungsansatz für afghanistan müsste m.e. der folgende sein: die ausländischen truppen beschränken sich ab sofort auf reine verteidigung ihrer unterkünfte. unter federführung neutraler ausländischer (hauptsächlich islamischer) vermittler wird ein runder tisch organisiert, welcher einen abzugsplan der ausländer sowie eine föderalistische machtaufteilung in afghanistan ausarbeitet. Antworten
Dieser typische Destabilisierungskrieg ähnelt immer mehr dem was in Nordvietnam geschehen war, nur das diesmal die deutschen wohl die besseren Amerikaner sind und Protestbewegungen dank kontrollierter Massenmedien und Überwachungstechniken im Keime ersticken... Wer ein Handy besitzt sollte nicht gegen Besatzungskriege sein! Setzen sie sich also wieder! Antworten
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