Ausland
So viele 100-Jährige wie noch nie
Zum Ende dieses Monats werden genau 40'399 Japaner Mitglieder im «Club der Hundertjährigen sein». Das sind 4123 mehr als im vergangenen Jahr, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Erhebung des Gesundheitsministeriums hervorgeht.
Mehr als 86 Prozent der Greise sind Frauen. Als älteste Frau in Japan gilt eine 114-jährige Bewohnerin der Insel Okinawa, der älteste Mann ist ein 112-Jähriger in Kyoto. «Die Daten zeigen eindeutig, das die japanische Bevölkerung schnell und stetig altert», sagte Hiroyuki Ishii vom Gesundheitsministerium.
Die Überalterung der Gesellschaft schreitet in Japan so schnell voran wie in keinem anderen Industrieland: Seit Erreichen der 30'000er Marke bei den Hundertjährigen vergingen nur zwei Jahre, bis sich deren Zahl um 10'000 erhöhte. Zuvor hatte es noch vier Jahre gedauert, bis die Zahl von 20'000 auf 30'000 gestiegen war.
Grüntee, Gemüse und Fisch halten jung
Zur steigenden Lebenserwartung der Japaner, die inzwischen bei 85 Jahren liegt, tragen verschiedene Faktoren bei: Ein Grund dafür ist die gesunde traditionelle Küche des ostasiatischen Inselvolkes mit viel Fisch und anderen Meerestieren. Das darin enthaltene Vitamin D schützt unter anderem vor Krebs.
Als lebensverlängernd gilt auch der allgegenwärtige vitaminreiche Grüntee sowie verschiedene gesunde Gemüsesorten.
Nach Überalterung droht Überfettung
Sorgen bereitet den Gesundheitsexperten dagegen die jüngere Generation, die sich immer schlechter ernähre. Das fange schon bei den Kindern an, wird von verschiedener Seite moniert: Weil immer mehr Mütter arbeiteten, hätten sie weniger Zeit zum Kochen. Stattdessen wärmten sie für die Kleinen Fertiggerichte auf oder suchten Fast-Food-Restaurants auf.
Aufgrund der veränderten Essgewohnheiten befürchtet die Regierung eine Überfettung der Nation. Sie verpflichtete darum Unternehmen, bei ihren Mitarbeitenden Gesundheitschecks durchzuführen und diese bei Anzeichen von Übergewicht in die Ernährungsberatung zu schicken.
Noch hat die zunehmend ungesunde Ernährung keine Auswirkungen auf die hohe Lebenserwartung. Und da gleichzeit zur fortschreitenden Überalterung die Geburtenraten sinken, ist die japanische Bevölkerung inzwischen im Schrumpfen begriffen. (oku/sda)
Erstellt: 11.09.2009, 16:45 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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