Ausland

Südkorea in erhöhter Alarmbereitschaft

Aktualisiert am 28.05.2009

Nach der nordkoreanischen Aufkündigung des Waffenstillstands haben sich die Spannungen weiter verschärft. Südkorea und die USA versetzten ihre Truppen in hohe Alarmbereitschaft.

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Die gefährlichste Waffe: Raketen mit atomaren Sprengköpfen.

   

Die Alarmstufe sei von drei auf zwei angehoben worden, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul, Won Tae Jae. Dies geschah zuletzt nach dem ersten nordkoreanischen Atomwaffentest 2006. Pyongyang heizte derweil die Lage mit aggressiven Äusserungen weiter an.

Die Vorbereitungen für eine US-geführte Militärinvasion liefen bereits, berichteten amtliche nordkoreanische Medien. «Die Pläne einer nordwärts gerichteten Invasion durch die USA und die südkoreanische Marionettenregierung haben das alarmierende Niveau überschritten», hiess es in einem Kommentar der Zeitung «Rodung Sinmun», der von der amtlichen koreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde. «Ein kleiner versehentlicher Zwischenfall kann zu einem Atomkrieg führen», hiess es weiter.

Spannungen dramatisch angewachsen

Die USA haben die Planung eines Militäreinsatzes mehrfach dementiert. In Südkorea sind derzeit rund 28'500 US-Soldaten stationiert, weitere 50'000 in Japan. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel waren nach einem nordkoreanischen Atomtest vom Montag und mehreren Raketentests dramatisch angewachsen.

Südkorea trat nach dem Atomtest einer US-geführten Initiative von mehr als 90 Staaten bei, die die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen unterbinden soll. Dies komme einer Kriegserklärung gleich, erklärte das Regime in Pyongyang daraufhin. Man fühle sich nicht länger an den 1953 vereinbarten Waffenstillstand gebunden. Nordkorea könne nicht mehr für die Sicherheit der Schiffe vor seiner Westküste garantieren.

Waffenembargo soll verschärft werden

Nach dem Atomtest sind im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Mittwoch laut Uno-Diplomaten neue Sanktionen gegen das kommunistische Land diskutiert worden. Im Gespräch seien eine Ausweitung des Waffenembargos, das Einfrieren von Guthaben von Einzelpersonen und weiteren Firmen sowie Einschränkungen für das Finanz- und Bankensystem Nordkoreas. Auch sei darüber gesprochen worden, wie bestehende Sanktionen besser durchgesetzt werden könnten, hiess es weiter. An den Gesprächen seien Vertreter der USA, Russlands, Chinas, Grossbritanniens und Frankreichs sowie Japans und Südkoreas beteiligt gewesen.

Der französische Aussenminister Bernard Kouchner erklärte, alle Mitglieder seien sich einig, «dass etwas geschehen muss». Ein Entwurf werde allerdings wohl nicht vor Ende der Woche verabschiedet. Russland wandte sich am Donnerstag gegen weitere Sanktionen. Der Sprecher des Aussenministeriums in Moskau, Andrej Nesterenko, erklärte, jetzt seien Zurückhaltung, Geduld und Gespräche gefragt. «Wir müssen eine politische Lösung finden», sagte der Sprecher. Nesterenko erklärte aber auch, dass Russland keine Einwände gegen eine neue Uno-Resolution habe.

Experten zufolge zeigten die bisherigen Sanktionen gegen Pyongyang kaum Wirkung, weil sie nicht vollständig umgesetzt wurden und Nordkorea bereits jetzt eines der isoliertesten Länder weltweit ist. (vin/sda)

Erstellt: 28.05.2009, 16:00 Uhr

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