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Taliban greifen Präsidentenpalast und Shoppingcenter an
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Angriffe auf Ministerien in Kabul
Zwei Selbstmordattentäter hätten sich vor dem Präsidentenpalast in die Luft gesprengt. Das sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums. Zwei weitere seien von afghanischen Sicherheitskräften getötet worden. Nach Angaben des privaten Fernsehsenders Tolo soll sich ein weiterer Selbstmordattentäter in der Nähe des Aussenministeriums in die Luft gesprengt und mehrere Menschen mit in den Tod gerissen haben.
Wie Augenzeugen berichten, ist das Gebiet zwischen der Afghanischen Zentralbank und dem Luxushotel Serena betroffen, das von vielen westlichen Reisenden frequentiert wird. Gleich hinter der Bank befindet sich der Palast von Präsident Hamid Karzai. Das Gebiet wurde weiträumig abgeriegelt. Krankenwagen brachten mehrere Verletzte vom Ort des Geschehens. Hubschrauber kreisen über dem Regierungsviertel. Taliban warfen Handgranaten in ein Einkaufszentrum.
Zentrale Einrichtungen im Visier
«Ich habe die Explosion gehört und dann sind wir gerannt», sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Einer lauten Explosionen seien mehrere kleinere gefolgt. Aus einem Gebäude nahe der Zentralbank und dem Präsidentenpalast sei Rauch aufgestiegen, sagte der Mann.
In einer Erklärung auf einer Homepage der Taliban hiess es, die Kämpfer seien nach Kabul eingedrungen, um dort Regierungsgebäude anzugreifen. Ein Taliban-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AP, es handle sich um 20 bewaffnete Kämpfer. Die Ziele der Angreifer seien unter anderem der Palast von Präsident Hamid Karzai und das Finanz- und Justizministerium, sagte ein Taliban-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur AFP.
Beweis der Stärke der Taliban
Über Tote und Verletzte gab es noch keinen genauen Überblick. Aus Nato-Kreisen hiess es, Soldaten der internationalen Schutztruppe unterstützten die afghanischen Sicherheitskräfte. Diese hätten mindestens zwei Angreifer getötet. Das Gesundheitsministerium teilte mit, neun Menschen seien verletzt worden. Ein Mudschahid sagte, es seien afghanische Soldaten getötet worden, nannte aber keine Zahl.
Inmitten der von den USA und Nato angekündigten Verstärkungen der internationalen Truppen in Afghanistan demonstrierte der Angriff die Fähigkeit der Taliban, auch schwerste Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt zu überwinden. Zuletzt griffen Taliban am 28. Oktober vergangenen Jahres ein Gästehaus der Regierung in Kabul an. Elf Menschen wurden getötet. darunter fünf UN-Mitarbeiter und drei Angreifer. Am 8. Oktober sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor der indischen Botschaft in die Luft und riss 17 Menschen mit in den Tod.
(cpm/sda/ap)
Erstellt: 18.01.2010, 12:38 Uhr
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