USA verlegen schwimmenden «Golfball» nach Nordkorea

Mit einer riesigen Radarplattform will das US-Militär Nordkorea ausspähen. Die SBX-1 soll kleine Objekte noch in 4800 Kilometer Entfernung registrieren können.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In kurzer Kadenz demonstrieren die Amerikaner den Nordkoreanern ihre technische Überlegenheit. Jüngster Schachzug: Washington schickt die schwimmende Radarplattform SBX-1 näher vor Nordkorea. Die Plattform werde östlich von Japan eingesetzt und könne Raketenangriffe entdecken, hiess es heute in Verteidigungskreisen in Washington. Die zum Teil im Wasser versenkbare Radarstation könne den Abschuss von Raketen aufspüren und anschliessend deren Flugbahn nachverfolgen. Es handele sich bei dem Einsatz der Radar-Plattform um Routine.

Auch der Zerstörer USS John S. McCain nimmt laut CNN Kurs auf die koreanische Halbinsel. Weitere Schiffe könnten demnach folgen. Gestern teilte das Pentagon bereits mit, dass der Lenkwaffenzerstörer USS Fitzgerald nach den aktuellen Manövern mit Südkorea einstweilen vor Ort bleiben werde. Ausserdem schicke man zwei Tarnkappenjäger F-22 nach Südkorea.

Die SBX-1 gleicht einer schwimmenden Ölbohrplattform. Wegen ihres weissen, runden Aufbaus werde sie auch «Riesen-Golfball» genannt, schreibt «Spiegel online». Die vor acht Jahren in Betrieb genommene Anlage habe damals umgerechnet 850 Millionen Franken gekostet. Mit ihr könne angeblich ein Baseball in 4800 Kilometer Entfernung geortet werden.

USA nehmen keine Rücksicht mehr

Die Spähplattform SBX-1 war gemäss «Spiegel online» bereits bei einem nordkoreanischen Raketenstart 2009 im Einsatz, wurde dann aber zurückbeordert. Dabei könnten neben Wartungsarbeiten auch politische Überlegungen eine Rolle gespielt haben: Nordkorea fasst jede Verlegung von Kriegsgerät in seiner Umgebung als Provokation auf. Dennoch habe die SBX-1 bereits im letzten Jahr wieder Kurs auf Korea genommen.

Auf Machtdemonstrationen der USA reagierte Pyongyang bisher seinerseits mit verbalen Drohungen. Dennoch ist Washington nun offenbar nicht mehr bereit, darauf einzugehen. Die Spirale der Kriegsrhetorik dreht somit immer weiter: Heute Morgen kündigte Nordkorea an, seinen Atomreaktor in Yongbyon wieder in Betrieb zu nehmen. Die Anlage dient der Plutoniumproduktion.

Gestern hatte Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye den Norden gewarnt: Jede Provokation werde eine starke militärische Reaktion «ohne Rücksicht auf politische Überlegungen» nach sich ziehen. (rub)

(Erstellt: 02.04.2013, 16:44 Uhr)

Bildstrecke

Nordkoreas Nuklearanlage Yongbyon

Nordkoreas Nuklearanlage Yongbyon In Yongbyon wurde Plutonium produziert, das Nordkorea für seinen ersten Atomwaffentest im Oktober 2006 nutzte. Nun will das Regime die stillgelegte Anlage wieder hochfahren.

Artikel zum Thema

Wirtschaftsfachmann wird Nordkoreas Ministerpräsident

Inmitten der Spannungen mit Südkorea hat das kommunistische Regime in Nordkorea einen neuen Ministerpräsidenten bestimmt. Pak Pong Ju hatte den Posten schon einmal inne. Mehr...

Südkorea droht mit Vergeltung

Im Fall einer Provokation aus Nordkorea werde man nicht lange überlegen und militärisch antworten, sagt die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye. Die USA schickt zudem weitere Tarnkappenjäger. Mehr...

«Die Atomstreitmacht ist das Leben der Nation»

Nordkorea steuert weiter auf Konfrontationskurs gegen die USA und den Rest der Welt. Das Land will sein Arsenal an Atomwaffen vergrössern und parallel dazu auch seine marode Wirtschaft auf Vordermann bringen. Mehr...

Werbung

Schönes Besteckset

Hochwertiges 60-teiliges Markenbesteck von Sola Jetzt bequem im OTTO’S Webshop bestellen!

Werbung

Blogs

Geldblog Kauft Novartis deutschen Pharmahersteller?

Sweet Home 10 Ideen für Weihnachtsbäume

Service

Kino

Alle Kinofilme im Überlick

Die Welt in Bildern

Hart im Nehmen: Ein Schwimmer im chinesischen Shenyang nutzt eine aufgebrochene Stelle in einem zugefrorenen See, um ein paar Längen zu absolvieren. (9. Dezember 2016)
(Bild: Sheng Li) Mehr...