Ausland

USA verschärfen Sanktionen gegen Nordkorea

Aktualisiert am 18.02.2016 9 Kommentare

Der Atomtest Nordkoreas hat Konsequenzen. Die USA wollen einen Teil des Geldzuflusses in das kommunistische Land kappen.

USA haben Atomprogramm im Visier: Ein Kühlturm im Atomkraftwerk Nyongbyon in Nordkorea. (Archivbild / 14.2.2008)

USA haben Atomprogramm im Visier: Ein Kühlturm im Atomkraftwerk Nyongbyon in Nordkorea. (Archivbild / 14.2.2008)
Bild: Keystone

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Die USA verhängen schärfere Sanktionen gegen Nordkorea wegen des Atomprogramms des kommunistischen Landes. US-Präsident Barack Obama unterzeichnete eine entsprechende Gesetzesvorlage. Hintergrund ist ein neuer Atomtest Nordkoreas im Januar und der Start einer Rakete vor wenigen Tagen.

Der Westen sieht beides als Verstoss gegen UN-Resolutionen. Im Weltsicherheitsrat stecken die USA und China gerade in heiklen Verhandlungen über neue internationale Sanktionen.

China galt lange als enger Verbündeter von Pyongyang, ging aber zuletzt etwas auf Distanz. Dennoch äussert sich Peking besorgt, dass weitere Strafmassnahmen die Wirtschaft Nordkoreas zerstören könnten.

USA befürchten Test von Langstreckenrakete

Von dem Raketenstart fühlen sich sowohl der US-Verbündete Südkorea als auch die USA selbst bedroht. Sie befürchten, es handele sich um den Test einer Langstreckenrakete, die mit einem Atomsprengkopf bestückt werden und amerikanisches Festland erreichen könnte. Nordkorea betont hingegen, es habe sich um eine Weltraumrakete gehandelt, die einen Satelliten abgesetzt habe.

Der US-Kongress hatte das Gesetz über weitere Strafmassnahmen gegen Nordkorea vor wenigen Tagen beschlossen. Es sieht vor, dass die USA Geldströme kappen, die das kommunistisch regierte Land zum Bau kleiner Atomsprengköpfen zum Bestücken von Langstreckenraketen nutzen könnte.

Verhandlungen ausgesetzt

Ausserdem hat der Kongress für die nächsten fünf Jahre 50 Millionen Dollar (44,5 Millionen Euro) für Radiosendungen frei gegeben, die nach Nordkorea ausgestrahlt werden sollen. Mit dem Geld sollen auch Kommunikationsmittel angeschafft und humanitäre Hilfsorganisationen unterstützt werden.

Das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm ist seit Jahren ein internationaler Streitpunkt und Anlass zur Sorge für den Westen. Pyongyang verfügt nach Einschätzungen aus dem Ausland über mehrere Atombomben. Internationale Gespräche zwischen Nordkorea sowie den USA, Japan, Russland, China und Südkorea wurden 2009 ausgesetzt. Versuche, sie wieder aufzunehmen, waren bislang erfolglos.

Im Westen wird darüber spekuliert, dass Pyongyang sich mit der Fortsetzung des riskanten und teuren Rüstungsprogramms in eine Position bringen will, wo es wirtschaftliche Zugeständnisse aushandeln kann. Machthaber Kim Jong Un gilt aber auch als kaum berechenbar. Zuletzt eskalierte auch der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea. Der gemeinsam betriebene Industriepark Kaesong wurde fürs erste geschlossen. (ij/sda)

Erstellt: 18.02.2016, 21:28 Uhr

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9 Kommentare

Theo Fischer

18.02.2016, 23:07 Uhr
Melden 20 Empfehlung 6

Es gibt nur eine Lösung in Nordkorea eine Beruhigung zu erwirken: die Amerikaner müssten sich vollständig aus Südkorea verabschieden. Erst dann werden sich Nord und Süd annähern.
Im Westen wissen die meisten nur, was die Amerikaner in Vietnam und Kambodscha angerichtet haben. Nicht aber von den grausamen Verbrechen an den kommunistischen Koreaner während des Korea-Krieges.
Die Nordkoreaner werden den Amis nie verzeihen, was sie ihnen angetan haben.
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Wolfgang Fischer

18.02.2016, 22:39 Uhr
Melden 14 Empfehlung 0

Man kann Vieles an Nordkorea kritisieren, aber dann sollte man auch nicht unkritisch eine Formulierung dieser Art reproduzieren:
"Mit dem Geld sollen auch Kommunikationsmittel angeschafft und humanitäre Hilfsorganisationen unterstützt werden."
Was damit konkret gemeint ist, kann man erahnen, aber die Ausdrucksweise ("Kommunkation", "humanitär", "Hilfe") klingt ganz Orwell.
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