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Wer darf seinen Gott «Allah» nennen?

Von Vijay Joshi, DDP. Aktualisiert am 08.01.2010

In Malaysia wurden auf drei Kirchen in der Hauptstadt Kuala Lumpur Brandanschläge verübt. Hintergrund ist ein umstrittener Gerichtsentscheid.

In Brand gesteckt: Kirche in Kuala Lumpur.

In Brand gesteckt: Kirche in Kuala Lumpur. (Bild: Reuters)

Ein Gericht hatte es Ende Dezember der katholischen Zeitung «The Herald» erlaubt, auch den christlichen Gott auf Malaysisch als Allah zu bezeichnen. Die Regierung hat die Entscheidung angefochten und argumentiert, das aus dem Arabischen stammende Wort dürfe nur von Muslimen als Gottesbegriff verwendet werden. Die Behörden konfiszierten erst kürzlich 10.000 Ausgaben der Bibel auf Malaysisch, weil darin Gott mit dem Wort Allah bezeichnet wird.

Dieser verbale Monopolanspruch ist zu einem Symbol für die religiösen Zwänge von Minderheiten in dem islamischen Staat geworden. Eigentlich gilt Malaysia als beispielhaft für ein weitgehend friedliches Zusammenleben zwischen der Mehrheit und den ethnischen Minderheiten der Chinesen und Inder, die meist Christen, Buddhisten oder Hindus sind. Rund 60 Prozent der 28 Millionen Einwohner in Malaysia sind Muslime.

Regierung mahnt zur Ruhe

In der Nacht zum Freitag schleuderten laut Polizei Unbekannte auf einem Motorrad eine Brandbombe gegen eine Kirche. Die Flammen zerstörten mehrere Räume im Erdgeschoss. Wenige Stunden später wurden zwei weitere Kirchen angegriffen, an einer entstand Sachschaden. Angaben, wonach insgesamt vier Kirchen Ziel von Anschlägen wurden, wurden später korrigiert. Es habe sich um ein Gerücht gehandelt, erklärte ein Polizeisprecher. Ministerpräsident Najib Razak verurteilte die Gewalt und erklärte, die Regierung werde alles tun, um solche Übergriffe künftig zu verhindern. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.01.2010, 13:27 Uhr

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