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Ziehen die US-Truppen noch früher aus Afghanistan ab?
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Der Abzug von US-Truppen aus Afghanistan könnte nach Ansicht von Verteidigungsminister Robert Gates schon vor dem von Präsident Barack Obama avisierten Termin im Juli 2011 beginnen. Dies hänge jedoch von den Bedingungen vor Ort ab, erklärte Gates am Mittwoch beim Besuch eines Ausbildungsstützpunkts bei Kabul. Demnach soll die Übertragung der Sicherheitskontrolle auf afghanische Soldaten und Polizisten spätestens im Juli kommenden Jahres beginnen. Je nach Lage könnte dieser Prozess jedoch schneller oder langsamer verlaufen.
Der afghanische Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak erklärte, sein Land fühle sich beschämt, dass es zu seiner Verteidigung immer noch ausländische Truppen benötige, und könne eine vollständige Übernahme der Sicherheitsbefugnisse kaum abwarten. Bis zum dafür vorgesehen Zeitpunkt sollen die afghanischen Streitkräfte auf 171'000 und die Polizei auf 134'000 Mann aufgestockt werden.
Gates beobachtete auf dem Stützpunkt Pul-i-Tscharchi unter anderem eine simulierte Minenräumung. Anschliessend wurde er darauf angesprochen, dass auch der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad am Mittwoch Kabul besuchte. Dies sei zweifellos «ein gefundenes Fressen für alle Verfechter von Verschwörungstheorien», entgegnete der US-Verteidigungsminister. Er begrüsse es, wenn Afghanistan gute Beziehungen zu seinen Nachbarn unterhalte. Allerdings sollten diese Nachbarn auch die Regierung von Präsident Hamid Karzai fair behandeln.
Iran weist Unterstützung für Taliban zurück
Ahmadinejad griff bei seinem Versuch den Vorwurf von Gates auf, Teheran treibe in Afghanistan ein «doppeltes Spiel», indem es einerseits gute Beziehungen zu Kabul propagiere und andererseits die Taliban unterstütze. Die iranische Regierung hat stets zurückgewiesen, dass sie die radikalen Islamisten ausrüste. Anschuldigungen dieser Art seien Teil der anti-iranischen Kampagne der USA, erklärte Ahmadinejad.
Es seien vielmehr die USA, die ein «doppeltes Spiel» in Afghanistan trieben, betonte der iranische Präsident. Sie bekämpften dort Terroristen, die sie selbst geschaffen hätten. Zu Zeiten der sowjetischen Besatzung des Landes am Hindukusch hatten die USA die Aufständischen einschliesslich der Taliban mit Waffen beliefert.
Selbstmordattentäter als Polizist verkleidet
Die Taliban bekannten sich unterdessen zu einem Selbstmordanschlag auf NATO-Truppen, bei dem am Dienstag in der östlichen Provinz Chost zwei Soldaten getötet wurden. Ein Kämpfer in einer afghanischen Polizeiuniform sei auf den Stützpunkt vorgedrungen und habe seine Sprengstoffweste gezündet, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid telefonisch der Nachrichtenagentur AP. Die NATO machte keine Angaben zur Nationalität der Getöteten, doch sind in der betroffenen Region fast ausschliesslich US-Soldaten stationiert.
Im Dezember war es einem Selbstmordattentäter in Chost gelungen, in einen Stützpunkt des US-Geheimdienstes CIA zu gelangen. Sieben CIA-Mitarbeiter und ein jordanischer Geheimdienstoffizier wurden getötet. (jak/ddp)
Erstellt: 10.03.2010, 15:10 Uhr











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