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Video zeigt Attentäter und sein teuflisches Werk

Eine Kamera im JW Marriott Hotel hat einen der zwei Attentäter gefilmt, welche mit Sprengsätzen in Jakarta mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt haben.

Überwachungskamera beweist: Ein Attentäter war Hotelgast im JW Marriott Hotel (Video: CNN).

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Mit einem blutigen Doppelanschlag auf zwei Luxushotels in Jakarta ist nach vier Jahren relativer Ruhe der Terror nach Indonesien zurückgekehrt. Der Anschlag, bei dem am Freitag im Marriott- und im Ritz-Carlton-Hotel mindestens acht Menschen getötet und 50 weitere zum Teil schwer verletzt wurden, war das Werk von Selbstmordattentätern, die sich als Hotelgäste ausgaben und den Sprengstoff einschmuggelten, wie die Polizei mitteilte.

Terrorexperten vermuteten, dass die Gruppe Jemaah Islamiyah oder deren Verbündete hinter dem Blutbad steckt. Die Europäische Union, die USA wie auch die Schweiz verurteilten die Tat im bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Erde.

Die Attentäter umgingen die Sicherheitsvorkehrungen, schmuggelten Sprengstoff ins Marriott-Hotel und bauten im Zimmer 1808 im 18. Stock ihre tödlichen Bomben zusammen, wie die Polizei mitteilte. Sie hatten ihr Zimmer am Mittwoch bezogen und es zu ihrem «Kommandoposten» gemacht. Nach der Tat fand die Polizei dort einen nicht-detonierten Sprengsatz.

Vier Ausländer getötet

Unter den acht Todesopfern der Anschläge auf Luxushotels in Jakarta sind nach Angaben der indonesischen Regierung vier Ausländer. Fünf der Toten seien identifiziert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Dabei handele es sich um zwei Australier sowie je eine Person aus Neuseeland, Singapur und Indonesien.

Die Fassaden der beiden Luxushotels wurden von der Wucht der Detonation teilweise weggerissen. Die Sprengsätze waren in den beiden Hotelcafés deponiert und gingen zur Frühstückszeit um 07.45 Uhr Ortszeit in die Luft. Im Marriott-Hotel fand eine Konferenz internationaler Spitzenmanager statt.

Hartes Vorgehen gegen Terrorgruppen

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Regierungssprecher Dino Patti Djalal sprach von koordinierten Anschlägen. Die Antwort auf die Frage, ob Jemaah Islamiyah dahinter stehen könnte, liess er zunächst offen. Der indonesische Terrorismusexperte Rohan Gunaratna erklärte jedoch: «Die einzige Gruppe mit der Absicht und dem Potenzial, Angriffe auf westliche Ziele auszurichten, ist Jemaah Islamiyah.»

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono versprach in einer Fernsehansprache, die Verantwortlichen zur Strecke zu bringen. Die Regierung ist in den vergangenen Jahren hart gegen Terrorverdächtige vorgegangen, nachdem im Oktober 2002 mehr als 200 Menschen bei Anschlägen auf Nachtclubs auf der Urlauberinsel Bali ums Leben gekommen waren. 2003 war das Marriott-Hotel in Jakarta schon einmal Ziel eines Anschlags, bei dem zwölf Menschen getötet wurden.

Seit fast vier Jahren hat es Indonesien jedoch keinen grösseren Terroranschlag mehr gegeben. Die Polizei nahm in diesem Zeitraum zahlreiche Anführer von Jemaah Islamiyah sowie hunderte Anhänger und Gesinnungsgenossen fest. Dennoch sei die Gruppe immer noch zu vielem fähig, erklärte Terrorexperte Gunaratna.

Kontrollen nur oberflächlich

Eigentlich sollten an allen Fünf-Sterne-Hotels in Jakarta strenge Sicherheitsbestimmungen gelten. So werden vorfahrende Fahrzeuge überprüft, Besucher müssen durch Sicherheitsschleusen mit Metalldetektoren gehen. Viele Besucher berichten aber von oberflächlichen Kontrollen. Wenn Terroristen Sprengstoff und Metallteile voneinander trennten, könnten sie die Detektoren überlisten, da die in den Hotels gebräuchlichen Scanner keine Explosivstoffe entdeckten, erklärte der Sicherheitsexperte Ken Conboy in Jakarta.

Im Ritz sollte am Wochenende die Fussballmannschaft von Manchester United untergebracht werden, die zu einem Freundschaftsspiel in Jakarta erwartet wurde. Das Spiel wurde nach den Anschlägen abgesagt. (bru)

Erstellt: 18.07.2009, 06:41 Uhr

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