Brexit: «Den Machthabenden die Wahrheit sagen»

Ivan Rogers kritisiert die Brexit-Vorbereitungen. Gemäss dem Ex-EU-Botschafter ist in der britischen Regierung «ernsthafte Erfahrung bei multilateralen Verhandlungen Mangelware».

Ruft dazu auf, den Machthabenden die Wahrheit zu sagen: Ein undatiertes Foto der Europäischen Union von Sir Ivan Rogers, langjähriger britischer EU-Botschafter.

Ruft dazu auf, den Machthabenden die Wahrheit zu sagen: Ein undatiertes Foto der Europäischen Union von Sir Ivan Rogers, langjähriger britischer EU-Botschafter. Bild: EPA/THIERRY ROGE EUROPEAN UNION HANDOUT /Keystone

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Der zurückgetretene britische EU-Botschafter Ivan Rogers hat die Vorbereitungen der britischen Regierung auf die Austrittsverhandlungen mit der Europäischen Union kritisiert. Im Londoner Regierungsviertel sei «ernsthafte Erfahrung bei multilateralen Verhandlungen Mangelware», schrieb Rogers in einem Abschiedsschreiben an Mitarbeiter im UKRep-Büro, das London bei Verhandlungen mit der EU vertritt.

Seine Kollegen forderte Rogers auf, sich nicht zu verbiegen und ihre Meinung zu vertreten, selbst wenn sie nicht willkommen sei. «Ich hoffe, ihr werdet damit fortfahren, gegen schlecht begründete Argumente und unklare Gedanken zu kämpfen und dass ihr nie Angst haben werdet, den Machthabenden die Wahrheit zu sagen.»

Am Dienstag zurückgetreten

Rogers war für die Äusserung kritisiert worden, die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen der EU und Grossbritannien, das wegen des Brexit erforderlich wird, könnten sich bis zu zehn Jahre hinziehen.

Britische Medien berichteten zuletzt über Differenzen zwischen Rogers und Kabinettsmitgliedern in der Brexit-Frage. Am Dienstag verkündete Rogers schliesslich seinen Rücktritt.

Die Briten hatten im Juni mit 52 Prozent der Stimmen für einen Austritt aus der EU gestimmt. Der auf zwei Jahre angelegte Austrittsprozess Grossbritanniens aus der EU kann erst beginnen, wenn London das Ausscheiden nach Artikel 50 des EU-Vertrags beantragt hat. Premierministerin Theresa May will die Austrittserklärung bis Ende März abgeben. (foa/sda)

Erstellt: 04.01.2017, 05:35 Uhr

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