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Aftonbladet-Chefredaktor: «Ich bin kein Nazi. Ich bin kein Antisemit»
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Fast schon verzweifelt schreibt Jan Helin, Chefredaktor der schwedischen Boulevardzeitung Aftonbladet, in seinem Blog: «Ich bin kein Nazi. Ich bin kein Antisemit.» Im Eintrag mit dem Titel «In dieser Woche ist die Welt wegen eines Aftonbladet-Artikels irr geworden» versucht er, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen: «Wir sollten uns beruhigen und zu den Sachfragen zurückkehren.»
Ob sich die israelische Regierung mit Helins Blogeintrag zufrieden geben wird, ist aber eher unwahrscheinlich. Zu hohe Wellen hat der Artikel des Journalisten Donald Bostrom, wonach israelische Soldaten toten Palästinensern angeblich Organe gestohlen haben sollen, bereits geworfen: Er sorgt für die schwerste diplomatische Krise zwischen Israel und Schweden seit Jahren.
Artikel wirft «relevante Fragen» auf
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte den Artikel am Sonntag als empörend sowie als «Blutlüge» bezeichnet. Gestern demonstrierten vor der schwedischen Botschaft in Tel Aviv aufgebrachte Israelis gegen die Zeitung. Chefredaktor Helin betont in seinem Blog, er habe als Chefredaktor die Publikation des Artikels erlaubt, weil dieser «eine Reihe relevanter Fragen aufwirft».
Die schwedische Boulevardzeitung «Aftonbladet» hatte den Artikel des Journalisten Donald Bostrom vergangene Woche auf den hinteren Seiten im Kulturteil veröffentlicht. «Die Organe unserer Söhne werden geplündert», zitierte der freie Mitarbeiter palästinensische Familien. In Israel ist die Empörung gross – auch weil der Journalist seine Geschichte auf 1992 geführte Interviews stützt und selbst zugesteht, für den Vorwurf vom Organraub keine Beweise zu haben. (cha)
Erstellt: 25.08.2009, 11:53 Uhr


