Ausland
Albanien sperrt sich gegen Ermittlungen zum Organhandel im Kosovo-Krieg
Schrieb ein Buch über den Organhandel: Carla del Ponte. (Bild: Keystone)
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Albanien will sich den Ermittlungen über einen angeblichen Organhandel der UCK im Kosovo-Krieg nicht anschliessen. Gegenüber Europarat-Sonderermittler Dick Marty habe Justizminister Enkeled Alibeaj ausländische Ermittlungen in Albanien ausgeschlossen. Wie der Fersehsender RTV21 am Freitag im Kosovo berichtete, will Albanien auf eine entsprechende Anfrage des serbischen Justizministeriums gar nicht eingehen. Ermittlungen in Albanien könnten nur von der albanischen Staatsanwaltschaft angestossen werden, bekräftigte der Minister gemäss dem kosovarischen Sender in Tirana.
Verdacht von del Ponte
Vorwürfe der serbischen Behörden und Angaben der früheren Chefanklägerin des Haager Kriegsverbrechertribunals, Carla Del Ponte, reichten für die Einleitung einer albanische Untersuchung nicht. Die serbische Sonderstaatsanwaltschaft ermittelt seit eineinhalb Jahren zum angeblichen Organhandel im Frühjahr 1999. Anlass lieferte das Buch Del Pontes (»Im Namen der Anklage - Meine Jagd auf Kriegsverbrecher und die Suche nach Gerechtigkeit»).
Darin erwähnt die Schweizer Diplomatin die angebliche Verschleppung von rund 300 Serben durch Mitglieder der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) nach Nordalbanien. Vor ihrem Tod seien ihnen Organe entnommen worden. Aus Mangel an Beweisen hatte die Anklage des Uno-Kriegsverbrechertribunals allerdings nie Ermittlungen eingeleitet.
Thema im Europarat
Der Europarat befasste sich auf Antrag von Belgrad mit dem Thema und betraute den Tessiner Ständerat Marty mit den Abklärungen. Am Montag und Dienstag besuchte er in dieser Funktion erstmals Belgrad. Am Mittwoch besuchte er die Kosovo-Hauptstadt Pristina. Für eine Stellungnahme war er bis am Freitag nicht erreichbar. Die Behörden des Kosovo haben die Angaben Del Pontes wiederholt bestritten aber jüngst erklärt, eine Untersuchung der Vorwürfe zu unterstützen. (vin/sda/)
Erstellt: 07.08.2009, 16:43 Uhr
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