Ausland
Angel Gurría triumphiert – und lässt die schwarze Liste fallen
Kein Staat mehr auf der schwarzen Liste: OECD-Generalsekretär Angel Gurría. (Bild: Keystone)
Laut OECD-Generalsekretär Angel Gurría wurden die drei noch auf der Liste verbliebenen Staaten Costa Rica, die Philippinen und Malaysia von der Liste gestrichen. Sie hätten zugesichert, sich den internationalen Standards zum Austausch von Finanzdaten zu unterwerfen, sagte Gurría am Dienstag in Paris.
Uruguay, das ebenfalls auf der schwarzen Liste geführt worden war, wurde bereits am letzten Sonntag gestrichen. Damit sei keiner der von der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa (OECD) beobachteten 84 Staaten mehr auf der schwarzen Liste unkooperativer Staaten.
Ein «bedeutender Erfolg»
Am vergangenen Donnerstag habe der G-20 mitgeteilt, dass vier Staaten die internationalen Standards nicht genügend respektierten, sagte Gurría vor den Medien. Mittlerweile hätten alle vier Staaten zugesichert, sich den OECD-Normen in Steuerfragen anzupassen, namentlich was den Informationsaustausch betrifft.
Die Beschlüsse des G-20-Gipfels der vergangenen Woche seien damit ein «bedeutender Erfolg», sagte Gurría. Angesichts der Drohung mit einer schwarzen Liste hatten zahlreiche als Steuerparadiese verdächtigte Länder bereits im Vorfeld des Treffens der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) versprochen, die OECD- Standards in Finanzfragen einzuhalten. Dazu gehörten auch die Schweiz, Luxemburg und Österreich.
Jetzt zählt die graue Liste
Uruguay, Costa Rica, die Philippinen und Malaysia werden nun auf der grauen Liste der OECD geführt. Auf dieser Liste stehen jene Staaten, die entsprechende Zusicherungen über den Informationsaustausch gemacht haben, aber noch nicht Doppelbesteuerungsabkommen mit mindestens 12 OECD-Staaten abgeschlossen haben.
Auf der grauen Liste figurieren nun 42 Staaten. Darunter sind auch die Schweiz, Österreich, Belgien, Luxemburg, Liechtenstein und Monaco. Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) hatten am Donnerstag an ihrem Gipfel in London beschlossen, hart gegen Steueroasen vorzugehen. (sam/cpm/ap/sda)
Erstellt: 07.04.2009, 15:19 Uhr





