Ausland

Aserbaidschan droht Armenien mit Krieg

Aktualisiert am 21.11.2009

Noch laufen die Verhandlungen um die Enklave Berg-Karabach. Doch Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew schliesst den schlimmsten Fall nicht aus.

Zankapfel zwischen zwei Nationen: Berg-Karabach liegt an der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan.

Zankapfel zwischen zwei Nationen: Berg-Karabach liegt an der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan.
Bild: Wikipedia / Don-kun

Wenn ein für nächste Woche anberaumtes Treffen mit dem armenischen Präsidenten Serge Sarkisian keine Ergebnisse bringe, so Alijew am Samstag, dann gebe es kaum mehr Hoffnung auf eine Verhandlungslösung. Aserbaidschan wolle eine friedliche Lösung, werde aber nicht ewig warten. «Wir haben das Recht, unser Land mit militärischer Gewalt zu befreien», sagte er.

Die armenische Regierung nahm zu dieser Äusserung zunächst nicht Stellung. Alijew hat dem Nachbarland bereits in der Vergangenheit mit einem Militäreinsatz gedroht. Zuletzt hat sich der Konflikt wieder zugespitzt, weil die Türkei ihre Beziehungen zu Armenien normalisiert. Damit löste sie in Aserbaidschan die Befürchtung auslöste, Ankara würde Bakus Anspruch auf Berg-Karabach künftig nicht mehr unterstützen. Die Türkei hatte jedoch bereits erklärt, dass sie in der Sache weiter hinter Aserbaidschan stehe.

Die Region Berg-Karabach ist ein überwiegend von Armeniern bewohntes Gebiet in Aserbaidschan, das keine direkte Verbindung zu Armenien hat. Dessen Militärkräfte kontrollieren es seit einem Waffenstillstand, der im Jahr 1994 erzielt worden war. In dem vorausgehenden sechsjährigen Krieg waren rund 30'000 Menschen getötet worden. Eine Million Menschen wurden vertrieben. (raa/ap)

Erstellt: 21.11.2009, 22:54 Uhr


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