Ausland

Belgien klagt gegen drei weitere Terrorverdächtige

Aktualisiert am 28.03.2016

Die Zahl der Todesopfer bei den Anschlägen steigt auf 35. Die Justiz erteilt Haftbefehle gegen drei weitere Terrorverdächtige.

1/90 Die belgische Verkehrsministerin Jacqueline Galant hat nach Vorwürfen an den Sicherheitsmassnahmen auf den Flughäfen ihren Rücktritt eingereicht. (15. April 2016)
Bild: AFP

   

(rub/chk/ij/mlr/fal/mch/AFP/SDA)

  • Überblick  


    • Der dritte Flughafen-Attentäter ist in Haft und soll als Fayçal Cheffou identifiziert worden sein.

    • Bei Razzien im Grossraum Brüssel wurden am Donnerstag und Freitag mehrere Verdächtige festgenommen. Auch in Deutschland gab es Festnahmen.

    • Drei tote Attentäter wurden anhand ihrer DNA identifiziert. Ein Verdächtiger von der Metro-Station wurde verhaftet.

    • Bei den Terroranschlägen am 22. März am Flughafen Brüssel-Zaventem und in der Metro-Station Maalbeek kamen 31 Menschen ums Leben, vier weitere erlagen im Spital ihren Verletzungen. Es gab rund 300 Verletzte. Der IS hat sich zu beiden Attentaten bekannt.

  • 12:12  

    Damit schliessen wir unseren News-Ticker zu den Attentaten in Brüssel.

  • 12:11  

    Beim in Rotterdam festgenommenen Franzosen erhärtet sich der Terrorverdacht: Niederländische Polizisten haben bei der Durchsuchung der Wohnung eines terrorverdächtigen Franzosen in Rotterdam Munition gefunden. Das teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wim de Bruin mit. Auch Geld und Drogen seien sichergestellt worden.



    De Bruin sagte, bei der Razzia seien auch drei Männer mit algerischem Hintergrund festgenommen worden. Diese drei würden aber nicht von Frankreich gesucht.

  • 11:41  

    Die belgische Staatsanwaltschaft teilt mit, dass drei Männer am Sonntag bei Durchsuchungen festgenommen worden sind. Sie sollen einer terroristischen Vereinigung angehören. Ein vierter Mann, der seit Sonntag in Gewahrsam war, kam auf freien Fuss. Am Sonntag hatte es insgesamt 13 Razzien gegeben, die meisten davon im Grossraum Brüssel. Sie standen im Zusammenhang mit Terrorismus-Ermittlungen.



    Eine ausdrückliche Verbindung zu den Attentaten vom Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft aber nicht herstellt. Von insgesamt neun festgenommenen Personen gelangten am Sonntag bereits fünf wieder auf freien Fuss.

  • 11:39  

    Nach den Brüsseler Anschlägen hat sich die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf 35 erhöht. 31 Menschen seien am Dienstag am Flughafen oder in der U-Bahn getötet worden, vier weitere erlagen später im Spital ihren Verletzungen. Von den Opfern seien 28 identifiziert, teilte das belgische Krisenzentrum mit. Die Opfer stammen neben Belgien unter anderem aus Grossbritannien, Italien, China, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Schweden und den USA.

  • 05.33  

    Die Randale Hunderter teils rechtsradikaler Hooligans auf dem Brüsseler Börsenplatz hat in Belgien einen politischen Streit entfacht. Etwa 400 Hooligans hatten dort am Sonntagnachmittag eine friedliche Gedenkveranstaltung für die Opfer der Terroranschläge gestört.

    Bürgermeister Yvan Mayeur erhob am Abend im Sender RTL schwere Vorwürfe. Die Sicherheitsbehörden hätten ihn bereits am Vortag vor «400 Verrückten» gewarnt, die nach Brüssel kommen wollten. Er beschwerte sich darüber, dass die Polizei des Ortes Vilvoorde nördlich von Brüssel die Hooligans nicht aufgehalten habe. Über Vilvoorde war der Grossteil der Unruhestifter überwiegend aus Antwerpen angereist. Auch dem Innenminister Jan Jambon warf Mayeur Nachlässigkeit vor.

    In den Vorwürfen Mayeurs spiegelt sich die Zerrissenheit Belgiens mit seinem französischsprachigen Süden (Wallonie) und dem Niederländisch sprechenden Norden (Flandern).

    Der sozialistische Bürgermeister von Vilvoorde, Hans Bonte, hatte zuvor erklärt, er habe den Mob bewusst passieren lassen, um «zu viel Frust» zu vermeiden. «In Abstimmung mit der Polizei und dem Sicherheitsdienst Securail haben wir entschieden, sie den Zug nehmen zu lassen.» Dies sei unter Aufsicht der Vilvoorder Polizei und in Abstimmung mit den Brüsseler Behörden geschehen.

  • 05.20  

    Unter den Todesopfern der Terroranschläge von Brüssel sind zwei weitere Amerikaner identifiziert worden. Dies teilte das Aussenministerium in Washington am Sonntag mit. Damit stieg die Zahl der bestätigten amerikanischen Todesopfer auf vier. Bei der Terrorserie in der belgischen Hauptstadt hatten drei Attentäter auf dem Flughafen und in einer Metrostation mindestens 28 Menschen mit in den Tod gerissen. 270 weitere wurden verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich die Terrormilz Islamischer Staat.

  • 23.09  

    Der Einsatz gegen Rechtsextreme in Brüssel stellte die Polizei vor eine Herausforderung. Polizeisprecher Christian De Coninck sagte, 340 Hooligans aus verschiedenen Fussballclubs seien nach Brüssel gekommen. Schwarz gekleidete Vermummte seien auf einigen der zum Gedenken an die Opfer niedergelegten Gegenstände herumgetrampelt. Sie hätten auch ein Banner gegen den IS entfaltet. Die Polizei habe unter anderem Wasserwerfer eingesetzt. «Es war eine schwierige Polizeiaktion, weil viele Familien und Kinder hier waren», sagte er.

  • 20.40  

    Die niederländische Polizei hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Franzosen in Rotterdam festgenommen, der einen Anschlag geplant haben soll. Die französischen Behörden hätten am Freitag um die Festnahme des 32-Jährigen gebeten, teilte die niederländische Staatsanwaltschaft am Sonntagabend in einer Erklärung mit. Der Franzose werde der «Vorbereitung eines terroristischen Anschlags» verdächtigt.

  • 16:42  

    Bei 13 Anti-Terror-Einsätzen in Belgien sind heute mehrere Verdächtige festgenommen worden. Vier Verdächtige würden weiter befragt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Fünf andere Festgenommene seien wieder auf freien Fuss gesetzt worden.



    Vier Razzien fanden den Angaben zufolge in Mechelen rund 30 Kilometer nördlich von Brüssel statt. Eine Razzia wurde in Duffel etwa 40 Kilometer nördlich der belgischen Hauptstadt ausgeführt. Die anderen Razzien fanden in verschiedenen Vierteln von Brüssel statt.



    Die Staatsanwaltschaft machte zunächst keine Angaben dazu, ob die Razzien in direktem Zusammenhang mit den Anschlägen standen. Auch die Ergebnisse der Durchsuchungen gaben die belgischen Behörden zunächst nicht bekannt. Es sollte später entschieden werden, ob die vier Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen.


  • 15:47  

    Mehrere Hundert Hooligans haben das Gedenken auf dem Brüsseler Börsenplatz gestört. Im Fernsehen waren teilweise vermummte Personen zu sehen, die Hassparolen grölten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga handelte es sich um 450 teils alkoholisierte Personen, die meisten von ihnen junge Männer. Es kam zu Rangeleien mit der Polizei. Polizisten mit Helmen, Gummiknüppeln, Schutzschilden und Wasserwerfern rückten an und drängten die Hooligans innerhalb kurzer Zeit vom Platz.



    Die Unruhestifter skandierten: «Belgische Hooligans. Wir sind hier zu Hause» und «Alle gemeinsam gegen den Islamischen Staat». Medien vor Ort berichteten von ausländerfeindlichen Slogans und vereinzelten Hitlergrüssen.




    Der Bürgermeister des Ortes Vilvoorde nördlich von Brüssel Hans Bonte gab nach einem Bericht der Zeitung «La Libre» an, es handle sich um «rechtsextreme Hooligans verschiedener Fussballvereine der ersten Liga». Die Störer kamen nach einem Bericht der Agentur Belga aus Antwerpen im Norden des Landes.



    Trotz der Absage des geplanten Gedenkmarsches «Gegen die Angst» für die Opfer der Terroranschläge hatten sich am Nachmittag mehrere Hundert Menschen an der Börse versammelt. Sie setzten den Hooligans nach Berichten von Reportern des Senders Euronews Slogans wie «Brüssel multikulturell» entgegen.

  • 15:27  

    Im Zusammenhang mit einem vereitelten Anschlag in Frankreich hat die belgische Justiz einen weiteren Verdächtigen der «Beteiligung an Handlungen einer Terrorgruppe» beschuldigt. Dies teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit. Abderamane A. war am Freitag im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek festgenommen worden, nachdem ihm die Polizei bei einer Tram-Haltestelle ins Bein geschossen hatte.



    Die französische Polizei hatte am Donnerstag den 34-jährigen Franzosen Reda Kriket bei Paris festgenommen, der Verbindungen zu dem Drahtzieher der Pariser Anschläge vom November, Abdelhamid Abaaoud, gehabt haben soll.



    Nach Angaben des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve wurde durch die Festnahme ein «im fortgeschrittenen Stadium geplantes Attentat in Frankreich vereitelt». Nach Krikets Festnahme wurden in seiner Wohnung Waffen und Sprengstoff gefunden.

  • 13:12  

    Die belgischen Behörden haben die Zahl der Todesopfer auf 28 nach unten korrigiert. Die bisherige Zahl von 31 Toten habe die drei Selbstmordattentäter mit eingeschlossen, sagte ein Sprecher des belgischen Krisenzentrums der Nachrichtenagentur AFP.



    Bisher konnten 24 Todesopfer identifiziert werden, von denen 14 am Flughafen von Brüssel und zehn in der U-Bahn getötet wurden. Unter den identifizierten Todesopfern sind 13 Belgier und 11 Ausländer. Insgesamt 340 Menschen aus 19 Ländern wurden verletzt, viele von ihnen schwer.



    101 Menschen befinden sich noch in Spitalpflege, davon 62 auf der Intensivstation. Der Sprecher des Krisenzentrums hob daher hervor, dass die Zahl der Todesopfer wegen der schweren Verletzungen mancher Menschen noch vorläufig sei.

  • 09:52  

    In einem neuen Bekenner-Video des IS droht ein belgischer Jihadist mit weiteren Anschlägen. Das berichten belgische Medien. Die Bomben in Brüssel seien nur «ein Vorgeschmack» gewesen, heisst es in der Einleitung des Videos. Anschliessend erklärt Hicham Chaib, ein aus Antwerpen stammender Islamist, Europa habe nichts aus den Anschlägen auf Paris gelernt. Chaib wurde im Februar 2015 in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.





  • 6:30  

    Das von den Attentätern heimgesuchte Flughafengebäude in Brüssel ist laut Ingenieuren und Technikern solide. Eine vorläufige Untersuchung des Terminals habe auf keinerlei Stabilitätsprobleme nach dem Bombenanschlag hingedeutet, teilte der Airport Zaventem unter Berufung auf das Expertenteam mit. Auch ein Verbindungsgebäude, indem Sicherheitskontrollen ausgeführt und Handgepäck geprüft werde, sei als sicher eingestuft worden.



    Den Angaben von Samstag zufolge ist der Flughafenbetreiber bereit, mit dem Aufbau vorübergehender Abfertigungsschalter beginnen. Der Flugbetrieb könne frühestens am kommenden Dienstag wieder aufgenommen werden. Am Airport werden jährlich rund 23,5 MillionenPassagiere abgefertigt.



    Vier Tage nach den Anschlägen von Brüssel hat der 72-jährige französische Rockmusiker Johnny Hallyday am Samstag ein viel beachtetes Konzert in der belgischen Hauptstadt gegeben. Nachdem die US-Popdiva Mariah Carey am Vortag ein für Sonntag geplantes Konzert aus Sicherheitsgründen abgesagt hatte, fanden sich zu Hallydays Auftritt etwa 11.000 Menschen ein. Unabhängig von den Anschlägen steht die derzeitige Tournee des Rockers unter dem Motto «Lebendig bleiben».








    Das Konzert fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. «Wir haben unser Personal verdreifacht, Polizei und Armee unterstützen uns», sagte Sicherheitskoordinator Stefan Feldbusch.



    Ein seit den Anschlägen vermisstes Paar aus den USA ist neuen Angaben zufolge bei den Attentaten getötet worden. «Wir haben erfahren, dass Justin und Stephanie Shults bei dem Anschlag am Brüsseler Flughafen starben», teilte der Arbeitgeber des Manns am Samstag mit. Das Paar habe seit dem Jahr 2014 in Brüssel gelebt, teilte der Arbeitgeber mit. Die Regierung in Washington hatte am Freitag bestätigt, dass zwei US-Bürger getötet worden seien und mehrere weitere vermisst würden.

  • 23:44  

    Italiens Polizei hat einen in Belgien gesuchten Algerier mit mutmasslichen Verbindungen zu den Verantwortlichen der Terroranschläge von Brüssel und Paris festgenommen. Der 40-Jährige gehöre zu einer Bande von Passfälschern.



    Die Gruppe habe mit den Attentätern in Verbindung gestanden, teilte die italienische Polizei am Samstag auf Twitter mit. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, der Mann sei am Samstag im süditalienischen Salerno festgenommen und zuvor von den belgischen Behörden mit einem europäischen Haftbefehl gesucht worden.



    Demnach soll die Passfälscher-Bande auch Dokumente produziert haben, die von den Attentätern der Anschläge in Brüssel am vergangenen Dienstag und in Paris im November genutzt wurden.



    Der Name des Algeriers sei erstmals im Jahr 2015 bei Durchsuchungen in Brüssel aufgetaucht, berichtete die Ansa. Demzufolge sollen mindestens einer der Attentäter in Brüssel, einer der Angreifer von Paris sowie der inzwischen festgenommene Terrorverdächtige Salah Abdeslam von der Bande gefälschte Papiere genutzt haben. (sda)

  • 18:10  

    Vier Tage nach den Anschlägen in Brüssel hat die belgische Staatsanwaltschaft drei inhaftierte Männer des Terrorismus beschuldigt. Darunter ist auch ein Mann namens Fayçal C., der nach Medienberichten der auf einem Überwachungsvideo zu sehende dritte mutmassliche Attentäter vom Flughafen ist.



    Ihm werfen die Ermittler laut Mitteilung Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und terroristische Morde vor. Die Ermittler bestätigten aber zunächst nicht, dass Fayçal C. derjenige sei, der auf dem Video mit heller Jacke und einem Hut in Begleitung der beiden Selbstmordattentäter zu sehen ist.



    Zwei weitere Männer, deren Namen die Ermittler mit Aboubakar A. und Rabah N. angaben, wurden der terroristischen Aktivitäten und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung beschuldigt. Nach Rabah N. war im Zusammenhang mit einer Razzia in Frankreich gesucht worden, mit der nach Angaben der Behörden Anschlagsvorbereitungen in Frankreich vereitelt wurden.

  • 16:55  

    Fayçal Cheffou war offenbar kein Unbekannter. Wie die belgische Zeitung «Le Soir» schreibt, war er den Behörden seit Monaten bekannt. Er wurde demnach als gefährlich eingestuft und soll mehrfach verhaftet worden sein, weil er versucht habe «Asylbewerber und Migranten für radikale Gruppierungen zu rekrutieren».



    Der Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur habe die Staatsanwaltschaft aufgefordert Massnahmen bezüglich Cheffou zu ergreifen, schreibt die Zeitung. Dies sei jedoch nicht passiert.

  • 17:11  

    Vier Tage nach den Terroranschlägen in Brüssel sind die meisten Todesopfer identifiziert. Bei 24 der 31 von Selbstmordattentätern getöteten Menschen sei nun geklärt, um wen es sich handelt, teilte die Staatsanwaltschaft laut Nachrichtenagentur Belga am Samstag mit.



    Mittlerweile geht das Gesundheitsministerium von 340 Verletzten aus – bisher war von 300 Personen die Rede. Rund 100 Verletzte sind danach noch im Krankenhaus, davon 23 auf der Intensivstation. Einige Opfer haben schwere Verbrennungen.

  • 16:30  

    Nach einem entsprechenden Aufruf von Belgiens Innenminister Jan Jambon ist eine für Sonntag geplante Kundgebung in Brüssel gegen Extremismus und Gewalt abgesagt worden. Die Initiatoren erklärten, sie hätten Verständnis für den Appell des Innenministers. «Die Sicherheit unserer Bürger ist eine absolute Priorität», hiess es in ihrer Erklärung. Darum schlössen sie sich den Behörden an, «eine Verschiebung vorzuschlagen».



    Jambon hatte die Bürger kurz zuvor dazu aufgerufen, «morgen nicht zu demonstrieren». Der Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur verwies auf die aktuelle Gefährdungslage, die laufenden Ermittlungen zu den Anschlägen sowie die begrenzten Kapazitäten der Polizei. Er schlug eine Verschiebung der Kundgebung um mehrere Wochen vor, um es den Sicherheitsbehörden zu «erlauben, ihre Arbeit zu tun».



    Die Initiatoren hatten mit einem «Marsch gegen die Angst» ein Zeichen gegen Extremismus und Gewalt setzen wollen. Die Demonstration sollte am Sonntagnachmittag am zentralen Place de la Bourse beginnen, der zu einem Gedenkort für die Opfer der Anschläge geworden ist.

  • 13:32  

    Die belgische Staatsanwaltschaft bestätigt, dass einer der mutmasslichen Attentäter vom Flughafen in Haft ist. Es soll sich um den am Donnerstag festgenommenen Fayçal Cheffou handeln. Der Mann wäre somit der bisher einzige mutmassliche Beteiligte an den Anschlägen von Brüssel, der identifiziert und festgenommen werden konnte. Zuvor berichtete die Zeitung «Le Soir», Cheffou sei erst in der Nacht zum Freitag festgenommen worden.



    Cheffou werden die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, terroristische Morde und versuchte Morde zur Last gelegt. Auch einem zweiten Mann namens Aboubakar A. werde die Teilnahme an terroristischen Aktivitäten vorgeworfen.

  • 12:06  

    Die belgische Polizei hat offenbar den dritten Attentäter vom Flughafen Brüssel-Zaventem gefasst. Die Zeitung «Le Soir» berichtete am Samstag unter Berufung auf gute Quellen, der in der Nacht zum Freitag festgenommene Fayçal Cheffou sei vom Taxifahrer identifiziert worden, der das Terrorkommando zum Flughafen gebracht habe. Eine offizielle Bestätigung für die Informationen gibt es zunächst nicht.



    Seit dem Bombenanschlag war fieberhaft nach dem Mann gesucht worden. Auf dem Bild der Überwachungskamera ist er in der Flughafenhalle rechts von den beiden Selbstmordattentätern Najim Laachraoui und Ibrahim El Bakraoui mit weisser Jacke und schwarzem Hut zu sehen.



    Nach der Festnahme von Cheffou hatte es bereits am Freitag Spekulationen gegeben, wonach es sich bei ihm um den Gesuchten handeln könnte. Die Staatsanwaltschaft hatte am Freitag die Festnahme von Cheffou bestätigt, aber keine Angaben zu Verbindungen zu den Flughafenattentätern gemacht.

  • 11:54  

    Der Anti-Terror-Beauftragte der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, hat vor einem Angriff auf belgische Atomanlagen gewarnt. «Ich wäre nicht überrascht, wenn in den nächsten fünf Jahren das Internet genutzt würde, um einen Angriff zu verüben», sagte de Kerchove der belgischen Zeitung «La Libre Belgique» vom Samstag.



    Die belgische Zeitung «La Dernière Heure» berichtete am Samstag, dass am Donnerstag ein Wachmann an einer Nukleareinrichtung in der Gegend des südbelgischen Charleroi erschossen worden sei. Der Dienstausweis des Opfers sei gestohlen worden. Von offizieller Seite wurden die Angaben zunächst nicht bestätigt.



    Update: Die Staatsanwaltschaft sieht keine Verbindung zwischen dem Tod des Wachmanns und möglichen Anschlagsplänen, berichtet die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Anklagebehörde. Nun heisst es, der Mann sei in seinem Haus im Badezimmer mit vier Kugeln erschossen worden.

  • 10:35  

    Der Flughafen Brüssel-Zaventem bleibt für Passagierflüge bis Dienstag, 29. März, geschlossen, wie die Betreibergesellschaft mitteilt. Die Abflughalle wurde durch zwei Explosionen schwer beschädigt. Wann der Wiederaufbau beginnen kann, ist nach Angaben der Flughafenleitung nach wie vor unklar.




    Der Flughafen habe mit den Vorbereitungen für neue Sicherheitsmassnahmen begonnen, die von der Regierung beschlossen worden seien. Welche Massnahmen darunter genau zu verstehen sind, wurde zunächst nicht bekannt.

    Die richterlichen Untersuchungen am Flughafen seien mittlerweile abgeschlossen. Das Unternehmen habe die Genehmigung bekommen, Freitagnachmittag mit einer kleinen Gruppe von Ingenieuren das Gebäude zu untersuchen, um den entstanden Schaden zu begutachten.

  • 9:32  

    Der französische Privat-Sender BFM hat eine anschauliche Rekonstruktion des Attentats am Flughafen Brüssel-Zaventem veröffentlicht.


  • 9:01  

    Die griechische Polizei soll vergangenes Jahr in zwei Wohnungen in Athen Pläne entdeckt haben, die auf einen Terroranschlag auf dem Flughafen von Brüssel hindeuteten. Bereits damals seien die belgischen Behörden informiert worden, berichtete der Athener Nachrichtensender Skai.


    Der Sender beruft sich auf die griechische Polizei. Unter anderem sei eine Karte des Flughafens von Brüssel gefunden worden. Dem Bericht zufolge wurden die Unterlagen in Wohnungen von Abdelhamid Abaaoud entdeckt, der als mutmasslicher Drahtzieher der November-Anschläge von Paris gilt.

  • 7:50  

    Der deutsche Bundesjustizminister Heiko Maas warnt vor Terroranschlägen in Deutschland. «Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass der internationale Terrorismus eine Dauerschleife um Deutschland herum zieht», sagte Maas der «Saarbrücker Zeitung» vom Samstag. Die Bundesrepublik sei seit längerer Zeit ein potenzielles Anschlagsziel.



    Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger fordert eine «europäische Sicherheitsunion». «Die Vereinheitlichung der Datenschutzregeln ist wichtig, da müssen wir jetzt ran, es geht aber auch um grenzüberschreitende Zugriffsrechte», sagte Oettinger. Auch Europaparlamentarier Manfred Weber wünscht sich eine «gemeinsame EU-Terrorwarndatei».



    Derweil ruft der Deutsche Bundesentwicklungsminister Gerd Müller zu mehr Besonnenheit auf und sagt, «wir sind nicht im Krieg». Gleichzeitig fordert er eine Lockerung des Datenschutzes und folgt darin Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Dieser hatte nach den Anschlägen von Brüssel einen besseren Austausch zwischen den europäischen Sicherheitsbehörden verlangt. Er kritisierte, dass dieser bislang vor allem durch den Datenschutz verhindert worden sei.

  • 03:10  

    Einer der Attentäter, Ibrahim El Bakraoui, war im Juni 2015 von türkischen Behörden an der syrischen Grenze festgenommen und im Juli in die Niederlande abgeschoben worden. Nach seiner Rückkehr nach Belgien setzten ihn die dortigen Behörden auf freien Fuss. Die Türkei erhob zuletzt schwere Vorwürfe gegen Brüssel, da Warnhinweise ignoriert worden seien. Nach Angaben der Regierung in Brüssel verschleppte ein belgischer Verbindungspolizist in Istanbul den Informationsfluss. Der belgische Innenminister Jan Jambon nannte das Vorgehen des Beamten «inakzeptabel».



    Ibrahim El Bakraoui ist offenbar schon vor dem Anschlägen von Paris auf der Antiterrorliste der USA geführt worden. Kurz nach den Anschlägen sei auch sein Bruder, der Selbstmordattentäter Khalid El Bakraoui, auf die Liste gesetzt worden. Dies berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf Behördenkreise.

  • 2:50  

    Mariah Carey sagte ihr am Sonntag geplantes Konzert in Brüssel ab. Über Twitter teilte die US-Sängerin ihren Fans mit, ihr sei zur Absage des Auftritts geraten worden. Als Begründung nannte sie «die Sicherheit meiner Fans, meiner Band und von jedem, der an der Tour beteiligt ist». Ob die Show nachgeholt wird, ist nicht bekannt.





  • 21:55  

    Die Opfer der Terroranschläge in Brüssel stammten aus aller Welt. Einige von ihnen waren Pendler auf dem Weg zur Arbeit, andere wollten gerade eine lange ersehnte Urlaubsreise antreten. Unter den Toten am Flughafen war auch eine Frau aus Aachen,wie die Polizei am Freitag mitteilte.



    Bestätigt wurde ferner der Tod eines Briten, eines Chinesen, einer Peruanerin mit Wohnsitz in Belgien, eines in New York lebendes Geschwisterpaares aus den Niederlanden, einer liberianischstämmigen Niederländerin und zweier Belgier.




  • 19:00  

    Interpol unterstützt belgische Fahnder bei der Analyse von Hinweisen und Spuren, die von den Brüsseler Anschlägen ins Ausland führen. Wie die internationale Polizeibehörde am Freitag mitteilte, gehört dazu das Überprüfen von Informationen über Verdächtige sowie die Analyse von Vorgehensweisen von Attentätern weltweit einschliesslich der verwendeten Waffen und Sprengstoffe. Interpol werde zudem den Zugang zu seiner Datenbank über gestohlene und verlorene Ausweise und Dokumente erweitern, hiess es in einer Mitteilung.



    «Die Zehntausenden von ausländischen Kämpfern, die in Konfliktgebiete reisen und diese verlassen, haben das Universum möglicher Bedrohungen erweitert», erklärte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock. «Wir müssen sicherstellen, dass sich die Informationen schneller bewegen als die Terroristen.»



    Der französische Staatspräsident François Hollande sagte nach den jüngsten Fahndungsergebnissen, das für die Terrorangriffe in Paris und Brüssel verantwortliche Extremistennetzwerk werde gerade vernichtet. Es gebe aber noch andere gefährliche Terrorzellen, fügte er bei einem Treffen mit dem früheren israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres hinzu. (sda)

  • 18:35  

    Er entkam den Anschlägen am Flughafen von Brüssel – und wurde später in der U-Bahn getötet. Wie seine Familie am Freitag mitteilte, starb der britische Computer-Programmierer David Dixon am Dienstag bei dem Selbstmordattentat in der U-Bahn der belgischen Hauptstadt. Der 51-Jährige habe kurz vor seinem Tod noch eine SMS an seine Tante geschickt, erklärte die Familie. Darin schrieb er, er sei den Anschlägen am Flughafen entkommen. Dixons Familie veröffentlichte am Freitag eine schriftliche Erklärung, in der sie das Geschehen als «schrecklich und vernichtend» bezeichnete.






  • Zusammenfassung 18:15  

    Festnahmen in Frankreich und Belgien erhärten den Verdacht einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Terrorzellen in beiden Ländern. Die belgische Polizei hat am Freitag bei Razzien in drei Brüsseler Stadtteilen drei Verdächtige festgenommen. Sie hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht nur mutmasslich Verbindungen zu den Anschlägen am Dienstag mit mehr als 30 Toten, sondern auch zu einem neuen Angriffsplan in Frankreich. Dessen mutmasslicher Drahtzieher ging der französischen Polizei am Donnerstag im Grossraum Paris ins Netz. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, die Anschlagsvorbereitungen seien bereits sehr weit gediehen.



    Damit erhärtete sich in einem weiterenFall der Verdacht, extremistische Zellen in Belgien und Frankreich planten gemeinsam Anschläge. Die Angriffe am Dienstag erfolgten nach der Festnahme eines mutmasslichen Haupttäters der Pariser Anschläge vom 13. November mit 130 Toten, Salah Abdeslam, vor einer Woche in Brüssel. Für beide Anschläge hat die Terrormiliz Islamischer Staat die Verantwortung übernommen.



    Bei den Zugriffen am Freitag seien zwei der drei Verdächtigen mit Schüssen ins Bein verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Razzien fanden in den Vierteln Schaerbeek, Forest und St. Gilles statt. Der Bezirksbürgermeister von Schaerbeek, Bernard Clerfayt, sagte, die Razzien stünden im Zusammenhang mit der Festnahme eines französischen Terrorverdächtigen am Donnerstag bei Paris.



    Bei dem in Argenteuil verhafteten Franzosen handelte es sich um den 34-jährigen Reda Kriket, der nach Angaben aus Sicherheitskreisen wegen Terrorismus bereits einmal in Belgien verurteilt wurde und zudem 2015 wegen terroristischer Aktivitäten zusammen mit dem Anführer der Anschläge vom 13. November, Abdelhamid Abaaoud, in Abwesenheit verurteilt worden war. Abaaoud wurde bei einem Polizeieinsatz wenige Tage nach den Pariser Anschlägen getötet. (sda)

  • 17:56  

    Nach den Anschlägen in Brüssel hat es offensichtlich Festnahmen auch in Deutschland gegeben. Das berichteten am Freitag übereinstimmend das Magazin «Spiegel» sowie die ARD-Fernsehsender SWR und RBB. Es handelte sich demnach um einen Marokkaner in Giessen und einen Mann aus der Salafistenszene in Düsseldorf.



    Den ARD-Informationen zufolge fiel ein 28-jähriger Marokkaner bei einer Routinekontrolle auf dem Bahnhof in Giessen auf. Für ihn galt nach Recherchen von SWR und RBB eine Einreisesperre für den Schengen-Raum. Auch soll er zuvor in Deutschland sowie in Italien bereits straffällig geworden sein. 2014 habe er erfolglos einen Asylantrag gestellt.



    Bei einer genaueren Überprüfung fand die Polizei nach übereinstimmenden Berichten von ARD und «Spiegel» auf dem Telefon des Mannes zwei verdächtige SMS vom Tag der Brüsseler Anschläge. Eine davon enthielt laut «Spiegel» den Namen von Khalid El Bakraoui, einem der Brüsseler Attentäter.



    Eine weitere Nachricht bestehe nur aus dem französischen Wort «fin» («Ende») und sei gesendet worden, drei Minuten bevor sich El Bakraoui in einer U-Bahn in der belgischen Hauptstadt in die Luft sprengte.



    Bei einem zweiten, am Donnerstagnachmittag von einem Spezialeinsatzkommando im Raum Düsseldorf festgenommenen Mann handelt es sich laut «Spiegel» um Samir E., der dort der salafistischen Szene zugeordnet werde.

    (sda)

  • 17:40  

    Seit den Attentaten von Brüssel kooperiert der festgenommene Salah Abdeslam nicht mehr mit den Behörden von Paris, meldet eine Korrespondentin der AFP.






  • 16:57  

    Die Polizei in Brüssel hat am Freitag insgesamt drei Personen im Zusammenhang mit den in Frankreich vereitelten Anschlagsplänen festgenommen. Zwei davon seien am Bein verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Einer von ihnen sei beim Polizeieinsatz in Schaerbeek in Gewahrsam genommen worden. Von den sechs am Donnerstag festgenommenen Personen seien mittlerweile drei wieder auf freiem Fuss.



    Die Staatsanwaltschaft bestätigte zudem Medienberichte, dass es sich bei dem zweiten Selbstmordattentäter auf dem Flughafen in Brüssel um Najim Laachraoui (Bild) gehandelt habe. (sda)

  • 16:35  

    Der Einsatz stehe nicht nur im Zusammenhang mit den Anschlägen vom Dienstag, sondern auch mit der Festnahme des Verdächtigen Reda Kriket am Donnerstag im Grossraum Paris, sagte der Brüsseler Bürgermeister Bernard Clerfayt. Kriket war 2015 wegen terroristischer Aktivitäten zusammen mit dem Anführer der Anschläge vom 13. November, Abdelhamid Abaaoud, in Abwesenheit verurteilt worden. Abaaoud wurde bei einem Polizeieinsatz wenige Tage nach den Pariser Anschlägen getötet. (sda)

  • 16:31  

    Die belgische Polizei hat am Freitag bei einer Terrorrazzia in Brüssel drei Verdächtige festgenommen. Sie haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft Verbindungen zu einem am Vortag im Grossraum Paris verhafteten Franzosen, der nach französischen Angaben die Planungen für einen neuen Anschlag bereits weit vorangetrieben hatte.



    Nach Angaben der belgischen Bundesstaatsanwaltschaft erfolgten die Festnahmen bei Zugriffen in drei Stadtteilen - Schaerbeek, Forest und Saint-Gilles. Der bei dem Einsatz in Schaerbeek festgenommene Verdächtige habe Verletzungen davongetragen, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender RTBF. (sda)

  • 15:45  

    Die belgische Polizei hat bei einem neuen Anti-Terror-Einsatz in Brüssel am Freitag einen Verdächtigen festgenommen. Das sagte der Bürgermeister des Stadtteils Schaerbeek, Bernard Clerfayt. Der Verdächtige habe bei dem Einsatz eine leichte Verletzung am Bein erlitten. Es habe wegen der Entschärfung von Bomben mehrere kleine Explosionen gegeben.



    Medienberichten zufolge wurde der Einsatz inzwischen beendet. Die Nachrichtenagentur Belga hatte zuvor gemeldet, eine Spezialeinheit habe eine Wohnung in Schaerbeek gestürmt. Medienberichten zufolge waren zwei Explosionen zu hören. Sprengstoffexperten seien vor Ort. Der Sender RTBF berichtete, ein Mann mit einem Rucksack sei «neutralisiert» worden. (sda)

  • 15:15  

    In der belgischen Hauptstadt läuft nach Medienberichten ein neuer Anti-Terror-Einsatz der Polizei. Eine Spezialeinheit habe am Freitag eine Wohnung im Stadtteil Schaerbeek gestürmt, es sei eine Explosion zu hören gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Belga.



    Der Sender RTBF berichtete, ein Mann sei «neutralisiert» worden. Offiziell wurden die Angaben zunächst nicht bestätigt. Während des Grosseinsatzes war die Gegend um einen zentralen Platz von Schaerbeek vollständig abgeriegelt, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Aus Schaerbeek waren die Brüsseler Attentäter am Dienstagmorgen mit ihrem Sprengstoff in einem Taxi losgefahren, bevor sie am Flughafen und in der U-Bahn der belgischen Hauptstadt 31 Menschen töteten und 300 weitere verletzen. (afp)

  • 14:24  

    Gemäss des öffentlich-rechtlichen belgischen Rundfunks wurden gar zwei Explosionen gehört. Unbestätigten Berichten zufolge ist eine Person getötet worden. Andere Quellen berichten lediglich von einer verwundeten Person.


  • 14:08  

    Spezialeinsatzkräfte der Polizei haben erneut ein Haus in Brüssel durchsucht. Zu Beginn der Razzia im Stadtteil Schaerbeek habe es eine Explosion gegeben, berichtet die belgische Nachrichtenagentur Belga.



    Die Umgebung sei abgeriegelt worden, schwerbewaffnete und maskierte Kräfte sowie Armeefahrzeuge seien im Einsatz. Ermittler hatten bereits in der Nacht bei Razzien unter anderem in Schaerbeek sechs Verdächtige festgenommen.

  • 12:15  

    In Deutschland hat die Polizei Verdächtige im Zusammenhang mit den Anschlägen in Brüssel festgenommen. Das berichtet «Spiegel Online». Im Raum Düsseldorf verhafteten die Beamten am Donnerstagnachmittag demnach Samir E., der der salafistischen Szene in Nordrhein-Westfalen angehören soll. Er soll im Sommer 2015 im gleichen Flugzeug wie der Brüsseler Attentäter Khaled El Bakraoui von der Türkei nach Amsterdam abgeschoben worden sein. Beide wurden im Grenzgebiet nach Syrien aufgegriffen.



    Eine weitere Festnahme gab es am Mittwochabend im Grossraum Giessen. Der Verdächtige hatte am Tag der Anschläge zwei SMS auf seinem Handy, die den Namen des Metro-Attentäters Khaled El Bakraoui enthielten. Eine weitere Nachricht bestand aus dem Wort «fin» («Ende»). Diese SMS wurde am Dienstag um 9.08 Uhr gesendet, drei Minuten vor der Explosion in der Metro.

  • 11:10  

    Drei Tage nach den Brüsseler Selbstmordattentaten ist US-Aussenminister John Kerry zu Gesprächen über den Anti-Terror-Kampf in der belgischen Hauptstadt eingetroffen. Er führte am Freitagvormittag zunächst Gespräche mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

  • 11:00  

    Einige Metros in Brüssel fahren wieder. Allerdings könnten nur 38 von 69 Stationen angefahren werden, teilte die Verkehrsgesellschaft STIB mit.



    Sicherheitskräfte seien vor Ort. Die STIB habe einen grossen Andrang an den Stationen verzeichnet, auch weil der normale Fahrplan noch nicht eingehalten werden könne, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Auch Busse und Trams sollten wieder fahren.

  • 10:10  

    Gemäss einem Bericht der belgischen Zeitung «De Standaard» wurde der zweite Metro-Attentäter gefasst. Ein Polizist soll den Mann auf Überwachungsvideos erkannt haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Festnahme bislang nicht bestätigt.

  • 9:57  

    Der am Donnerstag nahe Paris festgenommene Terrorverdächtige ist nach Angaben aus Polizeikreisen im vergangenen Jahr zusammen mit dem mutmasslichen Drahtzieher der Pariser Attentäter verurteilt worden. Reda K. sei im Juli in Brüssel gemeinsam mit Abdelhamid Abaaoud in Abwesenheit wegen Mitgliedschaft in einer Dschihadisten-Zelle schuldig gesprochen worden, verlautete am Freitag aus Kreisen der Ermittler in Paris.



    Abaaoud war kurz nach den Pariser Anschlägen im November mit 130 Toten bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis bei Paris getötet worden. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hatte am Donnerstag eine «bedeutende Festnahme» verkündet, durch die ein «im fortgeschrittenen Stadium geplantes Attentat in Frankreich vereitelt wurde».



    Bei dem Festgenommenen handelt es sich demnach um einen Franzosen. «Kein greifbares Element» verbinde aber «diesen Plan mit den Attentaten von Paris und Brüssel», sagte Cazeneuve in einer ersten Stellungnahme. Laut Polizeikreisen wurde in der durchsuchten Wohnung in Argenteuil bei Paris eine kleinere Menge Sprengstoff gefunden. Die Umgebung sei abgesperrt worden.

  • 8:50  

    Am Freitagmorgen hat die Brüsseler Polizei bei einer Razzia in der Gemeinde Forest einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Das meldet der Radiosender RTBF. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Am Donnerstagabend waren in und um Brüssel bereits sechs Personen festgenommen worden.

  • 5:04  

    Der US-Fernsehsender NBC berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte Verantwortliche, die Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui, beide wurden als Selbstmordattentäter von Brüssel identifiziert, seien den US-Behörden als Terrorverdächtige bekannt gewesen.


  • 1:20  

    US-Sicherheitsbehörden haben laut einem Bericht des Senders CNN Erkenntnisse über weitere Anschlagspläne des Islamischen Staates (IS) in Europa. Die Auswertung elektronischer Kommunikation soll auf mehrere mögliche Ziele hindeuten.



    Die Auswertung dieser Kommunikation und Aussagen von Informanten deute auf diese möglichen Ziele hin, die Mitglieder der Terrormiliz in den vergangenen Monaten ausgewählt hätten, berichtete der Sender unter Berufung auf Sicherheitskreise in den USA. Die Rede war von Plänen in unterschiedlichen Stadien.


    Informationen, die nach den Brüsseler Anschlägen in einer Wohnung gefunden worden seien, deuteten daraufhin, dass mehrere weitere Ziele ausgewählt worden seien, berichtete der Sender.

  • 23:41  

    Im Zusammenhang mit den Anschlägen in Brüssel sind in der belgischen Hauptstadt sechs Menschen festgenommen worden. Im Laufe des Freitags werde über Haftbefehle entschieden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Brüssel mit.



    Fünf Festnahmen erfolgten laut der Staatsanwaltanschaft an zwei verschiedenen Orten im Zentrum von Brüssel, eine weitere in dem Vorort Jette. Details sollten erst am Freitag bekannt gegeben werden.



    Die Polizei führte in der Nacht auf Freitag in den Brüsseler Gemeinden Schaerbeck und Jette mehrere Durchsuchungen durch, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga meldete. Es seien Spezialkräfte und ein Helikopter der Polizei im Einsatz gewesen. Zudem sei die Polizei auch durch die Armee unterstützt worden.




    Ob unter ihnen noch flüchtige Komplizen der Attentäter waren, war zunächst unklar. Nach mindestens zwei weiteren Tätern, die auf Überwachungskameras zu sehen waren, wurde noch gefahndet.

  • 22:44  

    Die Familie von Najim Laachraoui hat dessen Tat verurteilt. «Man sucht sich seine Familie nicht aus», sagte sein Bruder Mourad Laachraoui laut dem belgischen Staatssender RTBF.




    Er sei «betroffen» und «niedergeschlagen» angesichts der von seinem Bruder Najim Laachraoui verübten Gewalttat, sagte Mourad Laachraoui vor Journalisten. «Ich wollte nicht glauben, dass er es war», ergänzte der 20-jährige Taekwondo-Sportler. Bereits zuvor hatte Mourad in einer kurzen Mitteilung erklärt, seine Familie habe keinen Kontakt zu Najim mehr gehabt, seit dieser im Februar 2013 nach Syrien gereist sei. Die Ausreise habe die Familie der Polizei gemeldet, woraufhin aber nichts Wesentliches geschehen sei.



    Erst nach den Attentaten von Paris im November habe es eine Hausdurchsuchung gegeben. «Man hat uns gesagt, dass es eventuell eine Verbindung gibt», sagte Mourad. Nach den Anschlägen vom Dienstag wiederum habe die Familie nichts von der Polizei gehört. «Es ist seltsam, aber ich versichere, dass es keinen Kontakt gab», sagte Mourad.



    Seinen Bruder beschrieb der Taekwondo-Kämpfer als «netten» und «intelligenten» Menschen. «Er hat hin und wieder Fussball gespielt, er hat gelesen», sagte Mourad. Vor seiner Reise nach Syrien sei Najim ein «praktizierender» Muslim «in einer Familie praktizierender» Muslime gewesen. In seinem Verhalten habe es damals «keine Veränderung» gegeben.

  • 21:07  

    Die belgische Polizei war bereits im Februar im Haus der Attentäter von Brüssel. Die Beamten wurden am 9. Februar in das Haus in der Max-Roosstraat 4 gerufen, weil dort vom Dachgeschoss eine Fensterscheibe auf ein geparktes Auto gefallen war, wie die Autobesitzerin der Nachrichtenagentur AP sagte. Ein Polizeibericht bestätigte ihre Angaben. In dem Dachgeschoss fanden Ermittler nach den Anschlägen mit 31 Toten am Dienstag die Bombenwerkstatt der Angreifer samt 15 Kilogramm Sprengstoff.



    Unklar ist, ob die Angreifer sich Anfang Februar bereits in der Wohnung aufgehalten hatten, und ob die herbeigerufenen Beamten möglicherweise nahe daran waren, sie zufällig zu entdecken. Die Enthüllung dürfte aber die ohnehin massive Kritik an Pannen bei den belgischen Ermittlern weiter verstärken.

  • 20:30  

    Zwei Tage nach den Anschlägen von Brüssel haben die belgischen Behörden die Terrorwarnstufe gesenkt. Die Warnstufe wurde vom Maximallevel vier auf drei herabgesetzt, wie Innenminister Jan Jambon im Fernsehsender RTL sagte. Niveau vier bedeutet eine «ernste und unmittelbare» Gefahr, Niveau drei eine «mögliche und wahrscheinliche» Gefährdung.

  • 17:03  

    Nach den Terroranschlägen in Brüssel und möglichen Fahndungspannen gerät die belgische Regierung unter Druck. Jetzt haben Innenminister Jan Jambon und Justizminister Koen Geens beide ihren Rücktritt angeboten, wie ihre Büros der Nachrichtenagentur Belga bestätigen. Premierminister Charles Michel hat die Rücktrittsgesuche aber abgelehnt.

  • 16:08  

    Die belgischen Behörden bestätigen eine direkte Verbindung zwischen den Tätern der Brüsseler und Pariser Anschläge. Im Dezember seien ein internationaler und europäischer Haftbefehl gegen den Brüsseler Selbstmordattentäter Khalid El Bakraoui erlassen worden.



    Ihm sei vorgeworfen worden, für die Gruppe der Paris-Attentäter unter falschem Namen eine Wohnung im belgischen Charleroi gemietet zu haben, wie die belgische Bundesstaatsanwaltschaft mitteilt.

  • 13:20  

    Diese Schraube und das Stahlteil wurden aus dem Körper eines Opfers herausoperiert.

  • 12:56  

    Gemäss der Nachrichtenagentur Belga sind in der Nähe des EU-Viertels in Brüssel zwei Polizeieinsätze im Gang. Ein Mann ist laut Zeugen überprüft und sein Fahrzeug durchsucht worden. Zudem soll ein weiterer Einsatz laufen. Ob diese in Zusammenhang mit den Terroranschlägen stehen, ist nicht bekannt. Das Gebiet wurde abgesperrt.

  • 11:25  

    Die Brüsseler Terrorzelle steckte nach belgischen Medienberichten offenbar auch hinter einem Spionageangriff gegen einen Atomforscher. Die beiden Selbstmordattentäter Ibrahim und Khalid El Bakraoui sollen den Forscher mit einer heimlich installierten Kamera beobachtet haben.



    Die Brüder wurden nach Informationen der Tageszeitung «La Dernière Heure» als diejenigen Männer identifiziert, die die heimlich vor dem Wohnhaus des Wissenschaftlers angebrachte Überwachungskamera abmontierten. Mit ihr waren Aufnahmen gemacht worden, die Anti-Terror-Fahnder im November bei Ermittlungen zu den Terroranschlägen im Paris entdeckt hatten. Die Staatsanwaltschaft äusserte sich am Donnerstag nicht zu den laufenden Ermittlungen.



    Bislang gilt als unklar, warum der belgische Nuklearspezialist ausspioniert wurde. Eine Theorie lautet, dass von ihm radioaktives Material für eine sogenannte schmutzigen Bombe erpresst werden sollte. Der Wissenschaftler arbeitet im belgischen Nuklearforschungszentrum CEN in Mol. Dieses ist einer der weltweit grössten Hersteller von radioaktiven Isotopen für Krebstherapien.




  • 11:00  

    Salah Abdeslam hat von den Anschlägen in Brüssel offenbar nichts gewusst.


  • 10:50  

    Die Polizei hat nun bestätigt, dass sie nach einem weiteren Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Anschlag in der Brüsseler Metro sucht.

  • 10:33  

    Der vergangene Woche in Brüssel festgenommene Verdächtige der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, stemmt sich nicht mehr gegen eine Auslieferung nach Frankreich. Abdeslam wolle «so schnell wie möglich» an die französischen Behörden überstellt werden, sagte sein Anwalt nach einer gerichtlichen Anhörung in Brüssel.

  • 10:20  

    Swiss streicht bis und mit Ostermontag sämtliche Flüge nach Brüssel. Um Fluggäste dennoch an ihr Ziel zu bringen, bietet die Lufthansa Shuttlebusse von Frankfurt nach Brüssel an.



    Wann die Strecke wieder in Betrieb genommen werden könne, hänge von der Lage vor Ort ab, sagte eine Swiss-Sprecherin auf Nachfrage. Der Krisenstab sei in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden in Belgien.



    Der Zugverkehr nach Brüssel hat sich unterdessen wieder normalisiert. Die beiden Züge, die Basel direkt mit Brüssel verbinden, fuhren laut der SBB planmässig. Annullierte Zugbillette können zurückgegeben oder umgetauscht werden.

  • 10:00  

    Die belgische Zeitung «Dernière Heure» hat ein Phantombild herausgegeben. Demnach haben die Behörden das Bild noch nicht veröffentlicht. Es soll den Mann zeigen, der Khalid El Bakraoui in der Brüsseler Metro begleitet haben soll.


  • 9:00  

    Eine Grafik von CNN zeigt die Beziehungen zwischen den Attentätern von Paris und Brüssel.


  • 7:20  

    Khalid El Bakraoui war möglicherweise nicht der einzige Attentäter in der Brüsseler Metro. Die belgische Polizei sucht einen Mann, der von Überwachungskameras zusammen mit El Bakraoui gefilmt wurde. Das berichten die belgischen Newsportale RTBF.be und dhnet.be. Kurze Zeit später sprengte sich El Bakraoui in einem U-Bahnzug, der gerade die Station Maalbeek verliess in die Luft. Der zweite Mann trug laut den Berichten eine grossen Tasche. Es sei unklar, ob auch er bei dem Attentat starb oder ob er auf der Flucht ist. Die Bilder, auf die sich die Berichte beziehen, wurden noch nicht veröffentlicht.

  • 5:05  

    US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat angesichts der Terroranschläge in Brüssel von den Europäern grössere Anstrengungen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefordert. Er verlangt, dass Europa die USA stärker unterstützt.



    Carter sagte am Mittwoch dem US-Nachrichtensender CNN, die Ereignisse zeigten den Europäern, dass sie ihre Anstrengungen verstärken müssten, wie es die USA bereits in Syrien, im Irak und anderswo getan hätten.



    Der Kampf gegen den IS gehe über den Nahen Osten, Syrien und den Irak hinaus. Dessen seien sich die Europäer bewusst, meinte Carter. Es sei nicht damit getan, die Terrormiliz im Irak und Syrien zu besiegen.



    Die Anschläge in Brüssel bewiesen, dass der IS Sympathisanten habe, die Belgier oder Franzosen seien und dort lebten. Deshalb sei ein wichtiger Teil des Kampfes gegen den IS, die innere Sicherheit sowie die Geheimdienst- und Polizeiarbeit.
    (Bild: Keystone)

  • 0:47  

    Die Angriffe in Brüssel haben vor dem bereits einmal von Terrorismus heimgesuchten Boston-Marathon im nächsten Monat die Sicherheit des Rennens in den Fokus gerückt. Bostons Polizeichef William Evans sagte in einem Interview der Nachrichtenagentur AP, die Sicherheit habe bei dem Lauf oberste Priorität. Es gebe allerdings keine Informationen über eine konkrete Bedrohung für das Rennen.



    Am 15. April 2013 hatten zwei von Terroristen gelegte Bomben bei ihrer Explosion nahe der Ziellinie des Marathons drei Zuschauer getötet und mehr als 260 verletzt. Der Lauf findet in diesem Jahr am 18. April statt. Er gilt als ältestes und populärstes Strassenrennen der USA.

  • 23:37  

    Die US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat nach den Anschlägen in Brüssel von Europa mehr Engagement im Kampf gegen den Terrorismus gefordert.
    Die USA könnten viel tun, um ihre europäischen Partner zu unterstützen, sagte die Ex-Aussenministerin in einer Rede an der kalifornischen Eliteuniversität Stanford. Aber diese müssten ebenfalls mehr unternehmen, «um die Last mit uns zu teilen».



    Hilfreich wäre auch eine neue, einheitliche europäische Grenz- und Küstenwache zur Stärkung der Aussengrenzen eines Kontinents, der «unter beispiellosem Druck von Flüchtlingen und Migranten» stehe. Clinton kritisierte, viele europäische Länder würden ihre Nachbarn nicht alarmieren, wenn sie mutmassliche Dschihadisten an ihren Grenzen abwiesen oder wenn ein Pass eines ihrer Bürger gestohlen werde. Es sei für die USA leichter, Fluginformationen zu bekommen als für die EU-Staaten untereinander.



    Die frühere First Lady würdigte aber auch das NATO-Bündnis zwischen den USA und Europa. Dies sei eine der besten Investitionen, die Amerika je getätigt habe.

  • 21:02  

    Die US-Strafverfolgungsbehörden wollen die Anschläge selbst untersuchen. FBI-Leute und Polizisten der New Yorker Anti-Terroreinheit würden nach Brüssel reisen, sagte der stellvertretende New Yorker Polizeichef John Miller. Nach Angaben des amerikanischen Aussenministeriums wurden rund ein Dutzend US-Bürger bei den Attentaten verletzt. Weitere würden vermisst.

    US-Aussenminister John Kerry reist am Freitag nach Brüssel, um mit Belgien und der EU die Folgen der Terroranschläge zu besprechen. Zudem werde der Topdiplomat förmlich das Beileid der Vereinigten Staaten übermitteln und Unterstützung für die Ermittlung der Täter zusagen, sagte sein Sprecher John Kirby.



Erstellt: 27.03.2016, 15:57 Uhr

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