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«Auch Breivik hat sein Ziel erreicht»
Interview: Simon Knopf. Aktualisiert am 24.08.2012 80 Kommentare
Bruno Kaufmann ist Skandinavien-Korrespondent des «Tages-Anzeigers».
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Das Gericht in Oslo hat Anders Behring Breivik für zurechnungsfähig erklärt; er kommt ins Gefängnis. Kann Breivik mit dem Urteil zufrieden sein?
Ja. Breivik wollte, dass man ihn für zurechnungsfähig erklärt und seine Tat als politisch anerkennt. Somit hat er sein Ziel erreicht.
Gab es im Voraus auch Stimmen in der Bevölkerung, die deshalb keine Haftstrafe für Breivik wollten?
Eine Haftstrafe als Zugeständnis an Breivik war tatsächlich ein grosses Thema. Viele hatten aber vor allem Angst davor, dass Breivik den Prozess für seine Propaganda missbrauchen würde. Die Verhandlungen haben aber gezeigt, dass ihm diese Plattform nicht geboten wurde. Breivik konnte keine grosse Show abziehen. Ein Teil der Bevölkerung hätte vor allem gerne gesehen, wenn man nicht viel vom Fall mitbekommen hätte und Breivik in einem Schnellverfahren verurteilt worden wäre. Das Gros der Norweger ist aber der Meinung, dass es gut war, diese unglaubliche Tat so zu behandeln. Es gibt nicht viele Leute, die sich nun für Gesetzesänderungen aussprechen, um künftig Schnellverhandlungen die Türe zu öffnen.
In Norwegen war der Wunsch gross, dass Breivik ins Gefängnis kommt. Hat das Gericht also ein Urteil fürs Volk gefällt?
In der breiten Bevölkerung herrschte die Meinung, dass es einfacher sein wird, einen Schlussstrich unter diesen Fall zu ziehen, wenn man Breivik ins Gefängnis und nicht in die Psychiatrie schickt. Die Genugtuung und die Hoffnung, dass das Urteil nicht weitergezogen wird, dürften nun bei vielen gross sein. Breivik hatte ja angekündigt, beim Verdikt «unzurechnungsfähig» den Fall weiterzuziehen.
Das Land hat über ein Jahr auf diesen Tag gewartet. Kann ein einzelner Tag, ein einzelnes Urteil das Trauma dieser Nation heilen?
Es ist ein wichtiger Aspekt, dass der ganze juristische Teil dieses Falls nun abgeschlossen werden kann. Norwegen hofft auch, dass dies heute auch der wirklich letzte Auftritt von Anders Behring Breivik für möglichst lange war.
Die Attentate dürften dennoch Thema in der norwegischen Gesellschaft bleiben…
Der Prozessabschluss ist nur eine Seite des Ganzen. Die gesellschaftliche, menschliche und politische Seite dieser Tat bleiben in Norwegen klar ein Thema. Alleine die Konsequenzen aus dem Behördenverhalten während des Anschlags werden zu spüren sein. Für die Angehörigen und Überlebenden kommt jetzt vermutlich die schwierigste Zeit, zumal die breite öffentliche Unterstützung des vergangenen Jahres zurückgehen wird.
In den vergangenen Monaten wurde gerne betont, wie geschlossen Norwegen als Gesellschaft und Volk mit Breiviks Tat umgeht. Entspricht das den Tatsachen?
Ja und nein. Norwegen hat als Gesellschaft in vielen Belangen tatsächlich vorbildlich gehandelt. Doch der Untersuchungsbericht zum Attentat hat gezeigt, dass auf Behördenseite einiges nicht gut lief. Dies passt wiederum nicht in das norwegische Bild eines offenen demokratischen Landes. Ich vermute, dass noch einige kritische Fragen auf das Land zukommen werden. Das Ganze wird sicherlich auch Auswirkungen auf die Wahlen in einem Jahr haben. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Jens Stoltenberg war bisher im Meinungshoch, ist in jüngster Zeit bei Umfragen aber weitgehend abgestürzt.
Breivik soll 21 Jahre ins Gefängnis. Er wird dann erst 54 jährig sein…
Nach bestehendem norwegischem Gesetzt kann jemand, der weiterhin eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt, verwahrt werden. Wenn Breivik an seiner Einstellung festhält, wird er wohl bis an sein Lebensende verwahrt. Er müsste einen deutlichen Wandel vollziehen, damit er nach der Haftstrafe freikommen könnte. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.08.2012, 12:55 Uhr
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80 Kommentare
Und weshalb werden die Opfer jetzt noch damit bestraft, dass sie ihm über Steuer den Gefängnisaufenthalt bezahlen müssen? Die westliche Kuscheljustiz ist einfach nurnoch lächerlich. Das ist kein Rechtsstaat, das ist ein absurdes Theater. Seit seinem Prozess hat der Geisteskranke Millionen an Steuergeldern verbraucht, und wird es weiterhin tun. Antworten
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