BND untersucht «Kreml-Propaganda»

Deutschland und die Kanzlerin werden in Russland schlecht gemacht, davon sind deutsche Medien überzeugt. Ob dahinter ein Konzept steckt, sollen die Geheimdienste herausfinden.

Will Moskau in Europa Zwietracht sähen? Wladimir Putin und Angela Merkel. (Archivbild)

Will Moskau in Europa Zwietracht sähen? Wladimir Putin und Angela Merkel. (Archivbild) Bild: Pavel Golovkin/Keystone

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Will Russland mit gezielter Propaganda die Kanzlerin Merkel schwächen und Deutschland systematisch destabilisieren? Einem Medienbericht zufolge sollen die deutschen Nachrichtendienste im Auftrag der Regierung genau das untersuchen.

Nach Informationen der Sender NDR und WDR sowie der «Süddeutschen Zeitung» wollen das Kanzleramt und einige Ministerien so in Erfahrung bringen, wie es in jüngster Vergangenheit zur Häufung von Desinformation gekommen sei. «Wir wollen wissen, ob dahinter ein Konzept steckt», wurde eine mit den Untersuchungen vertraute Person zitiert.

Für das Ergebnis der Nachforschungen von Bundesnachrichtendienst (BND - Auslandsgeheimdienst) und Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst) interessieren sich dem Bericht vom Donnerstag zufolge sowohl Kanzlerin Angela Merkel als auch das Bundespräsidialamt.

Im Kanzleramt beaufsichtigt demnach der für die Geheimdienste zuständige Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche die laufenden Ermittlungen. Auch das Auswärtige Amt sei eingebunden.

«Europa ist schwach, unsicher»

Seit den Übergriffen von Köln in der Silvesternacht wird Deutschland in russischen Medien verstärkt als Land kurz vor dem Zusammenbruch dargestellt. Die Botschaft Kreml-treuer Medien lautet: Europa ist schwach, ein unsicherer Ort, überrannt von Fremden.

Die grossen Fernsehsender beeinflussen zudem auch viele der etwa 2,3 Millionen Menschen in Deutschland, die aus der früheren Sowjetunion stammen. Zu beobachten war dies etwa im Fall der vermeintlichen Vergewaltigung einer 13-jährigen Russlanddeutschen aus Berlin. Im russischsprachigen Internet schlugen die Gerüchte hohe Wellen.

In Berlin gehen manche deshalb von gezielter «Kreml-Propaganda» aus, die Zwietracht zwischen den EU-Staaten sähen soll. «Wer ein neues System in Europa will, der muss an Deutschland und seine Kanzlerin ran», wurde ein hoher Beamter aus dem aussenpolitischen Apparat in dem Bericht zitiert. (chk/sda)

Erstellt: 19.02.2016, 04:56 Uhr

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