Ausland
«Berlusconi ist eine Gefahr»
Zunehmend in der Kritik: Silvio Berlusconi. (Bild: Keystone)
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«Berlusconi ist bestimmt kein neuer Mussolini: Ihm folgen keine Schwarzhemden, sondern nur TV-Sternchen», lautet ein sarkastischer Kommentar, der in der renommierten «Financial Times» erschienen ist. «Trotzdem ist Berlusconi eine Gefahr, vor allem für Italien, er ist ein schlechtes Vorbild für alle.»
Die britische Zeitung kritisiert Silvio Berlusconis Medienmacht, die die ernsthafte Politik durch das beliebige Spektakel ersetzt habe. Der italienische Regierungspräsident dämonisiere die politischen Gegner und dulde keine unabhängigen Meinungen. Berlusconi investiere ein Vermögen, um sich als Liebling des Volks und seine Person als unendliche Erfolgsgeschichte zu inszenieren.
«Banalisierung der Politik»
Auch eine andere britische Zeitung äussert sich sehr kritisch über Berlusconi. In einem ebenfalls heute veröffentlichten Artikel fragt «The Independent»: «Wird eine Minderjährige Berlusconi zu Fall bringen?» Die Zeitung spielt auf die angebliche Affäre des Ministerpräsidenten mit Noemi Letizia an. Diese Geschichte sei typisch für die «Banalisierung der Politik in der Aera Berlusconi». «Wenn es ihm erlaubt wird, eine Beziehung mit einer Minderjährigen zu führen und die Angelegenheit mit Lügen zu vertuschen, dann ist Italien in Gefahr», schreibt die linksgerichtete Zeitung.
Berlusconi wird zurückschlagen
Auch «El Pais», eine führende Zeitung Spaniens, kommentiert die politische Situation in Italien. Berlusconi sei nicht nur wegen seiner Liaison angeschlagen, sondern auch wegen der kürzlichen Verurteilung seines früheren britischen Anwalts John Mills, der in einem Korruptionsprozess zu Gunsten von Berlusconi gelogen hatte.
«El Pais» geht davon aus, dass Berlusconi einen Gegenattacke plant. Spätestens nach den Europawahlen am übernächsten Wochenende werde Italiens Regierungschef Möglichkeiten suchen, um seine Gegner anzugreifen. Zuletzt reichte die Opposition im Parlament einen Misstrauensantrag gegen Berlusconi ein. (vin)
Erstellt: 27.05.2009, 16:49 Uhr





