Ausland

Berlusconis Eigenlob auf Facebook

Von Nina Merli. Aktualisiert am 16.11.2011 6 Kommentare

Der Ex-Premier musste in den letzten Tagen von allen Seiten harte Kritik einstecken. Auf seiner Facebook-Seite tröstet er sich selber und macht klar, was viele nicht zu wissen scheinen: Er ist und bleibt der Grösste.

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Auch auf seiner offiziellen Internet-Seite Forzasilvio.it gibt sich der Ex-Premier kämpferisch und lässt keinen Zweifel an seinem weiteren Politeinsatz offen: «Ich werde meinen Einsatz verdoppeln.»

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Italien bereitet sich auf die neue Regierung unter Mario Montis Führung vor, die heute Nachmittag vereidigt werden soll. Derweil startet Silvio Berlusconi auf Facebook eine Promo-Offensive in eigener Sache, denn sein Ruf hat seit seinem Rücktritt arg gelitten. Bitterböse Kommentare in den internationalen Medien haben sein Ego geschwächt. Sollte man meinen. Doch dem ist nicht so: Der ehemalige Premier postet auf Facebook fleissig Auszüge aus seiner Abschiedsrede («Ich werde meinen Einsatz im Parlament verdoppeln. Dafür erwarte ich auch keinen Dank»), Interview-Auszüge und Youtube-Videos.

«Einer der erfahrensten und einflussreichsten Politiker»

Ein Eintrag, der gestern um Mitternacht gepostet wurde, verdient besondere Beachtung: «Ich habe heute Abend ein Gespräch mit dem US-Präsidenten Barack Obama geführt. Das Telefonat mit dem amerikanischen Leader ist das letzte in einer langen Reihe von Telefonkontakten, die ich in den vergangenen Tagen mit den wichtigsten internationalen Leadern gehabt habe.» Worauf Berlusconi Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, David Cameron, Wladimir Putin und viele mehr aufzählt. Ausserdem habe er mit dem Ex-Präsidenten der USA, George W. Bush gesprochen und mit Dmitri Medwedew. Letzterer habe ihm sogar einen Brief geschickt, in dem er sich für die wertvolle Zusammenarbeit im Bereich der bilateralen Beziehungen und den geschätzten Erfahrungsbeitrag Berlusconis bedankt. «Er hat mich als einen der erfahrensten und einflussreichsten Politiker der Welt bezeichnet.»

Aus Liebe zu Italien

Doch er lobt auf seiner Facebook-Seite nicht nur sich. Auch Italien wird in den höchsten Tönen gepriesen und dank dem Verfasser der Einträge wieder ins rechte Licht gerückt: «Ein Land, das in Sachen Festigkeit – summiert man die privaten Ersparnisse zur Staatsverschuldung – an zweiter Stelle hinter Deutschland kommt, vor Schweden, Grossbritannien, Frankreich und allen anderen Ländern.» In voller Länge ist das Video von Silvio Berlusconis Abschiedsrede zu sehen, in dem der Ex-Premierminister einmal mehr seine «Liebe zu Italien und den Italienern» bekundet. Woraus auch sein Versprechen an die Italiener entspringt, dass er zwar als Premier zurückgetreten sei, das Land aber nicht im Stich lasse: «Ich werde meinen Einsatz verdoppeln als Geste der Liebe zu Italien.»

Ein grosser Dank geht an die Wähler, die ihm seit 1994 Kraft und Zuneigung vermittelt und ihm und seiner Regierung geholfen hätten, die vielen Ziele zu erreichen, die sie sich vor 17 Jahren gesetzt hatten. «Damals, 1994, als ich meinen Aufgalopp ins Feld angekündigt habe.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.11.2011, 12:27 Uhr

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6 Kommentare

Leo Stern

16.11.2011, 12:47 Uhr
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Scheinbar hat Silvio zwei Vorbilder. Er vergisst nur: der eine endete in einem Erdloch, der andere an einer Tankstelle. Antworten


Angelo Rossi

16.11.2011, 13:15 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Wann hören seine Peinlichkeiten endlich auf? Im Namen aller Italiener welche er nicht durch seine Medien beeinflussen konnte und Italien nicht als lächerliche Bananenrepublik wollen. Antworten



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