Ausland

Chinesen kaufen Portugal auf

Aktualisiert am 22.02.2012 54 Kommentare

Im Zuge der Privatisierungswelle verkauft das finanziell angeschlagene Land im grossen Stil Staatsbetriebe. Besonders Investoren aus China greifen kräftig zu – und bescheren Portugal einen Geldsegen.

Geldsegen aus dem Reich der Mitte: Portugals Finanzminister Vitor Gaspar (r.) und Wirtschaftsminister Alvaro Santos Pereira (l.) mit dem State-Grid-CEO Liu Zhenya.

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Portugal kommt bei den von EU und IWF geforderten Privatisierungen voran. Dank des Interesses chinesischer Konzerne habe die Regierung in Lissabon bereits mehr als drei der geforderten fünf Milliarden Euro eingenommen, erklärte Finanzminister Vitor Gaspar am Mittwoch.

Ausländische Investoren schielen dabei vor allen auf den Energiesektor des Landes, das wegen seiner hohen Verschuldung am Tropf internationaler Geldgeber hängt. So übernehmen Chinas State Grid und Oman Oil nach Angaben der Regierung für rund 592 Millionen Euro 40 Prozent des Energieversorgers REN.

Spekulationen über weitere Hilfe

Im Dezember kaufte der chinesische Konzern Drei Schluchten 21 Prozent des Energieversorgers EDP für 2,7 Milliarden Euro. Portugiesische Konzerne machen besonders viele Geschäfte in den früheren Kolonien wie Brasilien und Angola. Das macht sie für die Volksrepublik interessant, die ihre Geschäfte dort ausbreiten will.

Griechenland kommt mit seinen Privatisierungen langsamer voran, muss aber ein deutlich ambitionierteres Ziel von 50 Milliarden Euro erreichen. Portugal ist auch wegen des verordneten Sparkurses in die schwerste Rezession seit den 1970er Jahren gerutscht.

Das Land hat Hilfen über 78 Milliarden Euro angenommen. Zuletzt waren Spekulationen über einen weiteren Hilfsbedarf aufgekommen. (kpn/sda)

Erstellt: 22.02.2012, 23:55 Uhr

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54 Kommentare

Peter Gutknecht

23.02.2012, 00:59 Uhr
Melden 113 Empfehlung 0

Es gibt schon gewisse kleine, aber feine Unterschiede, wie die Schweiz der EU hilft, und wie China der EU hilft: die Schweiz macht à fonds perdu-Darlehen, und stützt mit Devisenkäufen eine schwache Währung und damit den griechischen Schlendrian. Die Chinesen pumpen auch Geld in die EU, allerdings für handfeste Gegenleistungen. - Die Chinesen machen es viel schlauer ! Antworten


oliver schmid

22.02.2012, 23:34 Uhr
Melden 60 Empfehlung 0

Schön, bald müssen die kleinen Portugiesen chinesisch lernen und die grossen dürfen mehr Steuern zahlen, da die Erträge der verkauften Firman nach China fliessen. Wäre da Bankrott mit anschliessendem Sanierungsplan des IWF schlimmer gewesen ? Antworten