Ausland
«Das erinnert an den Zweiten Weltkrieg»: Israel tobt gegen Schweden
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Auslöser für den diplomatischen Streit ist ein bunt bebilderter Bericht der schwedischen Tageszeitung «Aftonbladet» vom 17. August, wonach israelische Soldaten angeblich toten Palästinensern Organe gestohlen haben. Bereits die letzten drei Tage hagelte es Kritik aus Israel – jetzt droht die Krise zu eskalieren.
Schwedens Aussenminister Carl Bildt lehnte die von Israel geforderte Verurteilung des Artikels unter Hinweis auf die Meinungs- und Pressefreiheit ab. Als Reaktion erwägt Israel nun, den geplanten Empfang von Bildt Ende August zu verschieben, wie israelische Medien am Freitag berichten.
Auf den Holocaust verwiesen
Zuvor hatte Israels ultrarechter Aussenminister Avigdor Lieberman die Haltung der schwedischen Regierung zu dem Zeitungsbericht mit der Haltung Schwedens während des Holocausts verglichen. «Es ist eine Schande, dass das schwedische Aussenministerium sich nicht einmischt, wenn über die Blutlüge von Juden gesprochen wird; etwas, das an die schwedische Position im Zweiten Weltkrieg erinnert, als Schweden auch nicht interveniert hat.»
Ein Land, das ernsthaft demokratische Werte verteidigen wolle, müsse alle «lügnerischen Artikel verurteilen, die nach Anti- Semitismus riechen», hiess es weiter.
«Hätte keine Zeit mehr, etwas anderes zu tun»
Bildt hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Presse- und Meinungsfreiheit sehr stark in der schwedischen Verfassung verankert sind. «Wenn ich damit beginnen sollte, alle merkwürdigen Kommentare in den verschiedenen Medien zu korrigieren, dann hätte ich keine Zeit mehr, etwas anderes zu tun.» Die schwedische Botschaft in Tel Aviv hatte sich bereits am Mittwoch distanziert und den Bericht als schockierend und fürchterlich bezeichnet.
Ein freiberuflicher schwedischer Journalist hatte in einem am Montag erschienenen Beitrag unter der Überschrift «Die Organe unserer Söhne werden geplündert» palästinensische Familien zitiert, wonach israelische Soldaten angeblich Organe von toten Verwandten entnommen und gestohlen hätten. Der Autor führte keinerlei Beweise wie beispielsweise die Ergebnisse einer Autopsie an. (oku/sda)
Erstellt: 21.08.2009, 16:47 Uhr
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