Ausland
Demonstranten rufen Volk zum «Aufstand» auf
Aktualisiert am 11.03.2010 35 Kommentare
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Nach Schätzungen der Gewerkschaften gingen allein in Athen rund 50'000 Menschen auf die Strasse. Vereinzelt kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Randalierer auseinander zu treiben.
Die Demonstranten skandierten Sprüche wie «Recht ist das Recht des Arbeiters» und forderten das griechische Volk zum «Aufstand» auf. Dabei kam es vereinzelt zu Ausschreitungen. Rund 200 Autonome lösten sich aus der Demonstration und schlugen mehrere Schaufensterscheiben nahe des Archäologischen Museums von Athen ein.
Besonders betroffen von den Streiks ist der Verkehr. Da auch die Fluglotsen streiken, wurden bereits seit Mitternacht sämtliche Flüge von und nach Griechenland gestrichen. Gestrandete Reisende gab es jedoch nicht, die Fluglinien hatten ihre Passagiere rechtzeitig informiert. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn wurden bestreikt.
Schulen geschlossen
Im Radio und Fernsehen gab es keine Nachrichten, weil auch die Journalisten für 24 Stunden in den Ausstand traten. Die meisten Behörden blieben geschlossen, ebenso Schulen und Universitäten. In den Spitälern wurden nur Notfälle behandelt.
Zudem blieben alle antiken Stätten und Museen geschlossen. Supermärkte, die meisten Banken und die Hotels hatten dagegen geöffnet. Auch die Taxis fuhren.
Für die Gäste einiger Luxushotels gab es eine unangenehme Überraschung: Mitglieder der Hotelleriegewerkschaft blockierten am Morgen die Eingänge der Hotels.
«Kein Geld»
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou äusserte Verständnis für den Unmut der Bürger. Er betonte jedoch, es gebe einfach «kein Geld».
Das harte Sparprogramm seiner Regierung sieht unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und Gehaltskürzungen für Beamte vor. Die Mehrwertsteuer wurde um zwei Prozentpunkte erhöht. Indirekte Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe wurden gleich zweimal innerhalb weniger Wochen um rund 20 Prozent erhöht.
Griechenland drücken Schulden von fast 300 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ständige Aufsicht gestellt. (bru/ddp/sda)
Erstellt: 11.03.2010, 13:28 Uhr
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35 Kommentare
Das einfache Volk kann für die Mogelei der gr. Regierung nichts, muss die Misere aber leider ausbaden. Wie üblich hat man da schnell die Schuldigen gefunden, im Ausland natürlich ! (Sarkozy und Merkel siehe Bild). Diese Reaktion der Gewerkschaften ist schon einfältig, von Selbstkritik keine Rede... Antworten
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