Ausland

«Der Kosovo ist unser Jerusalem»

Kaum gewählt, erhebt der neue Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche Anspruch auf den Landesteil, der sich nach jahrelangem Bürgerkrieg 2008 für unabhängig erklärt hat.

Stützt den nationalistischen Kurs der Regierung: Irinej Gavrilovic bei seiner Amtseinsetzung am Samstag in Belgrad.

Stützt den nationalistischen Kurs der Regierung: Irinej Gavrilovic bei seiner Amtseinsetzung am Samstag in Belgrad.
Bild: Keystone

Bei seiner Amtseinführung in Belgrad hat der neue Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche am Samstag den Anspruch seines Landes auf der Kosovo bekräftigt. «der Kosovo ist unser heiliges Land, unser Jerusalem», sagte Irinej Gavrilovic.

Serbien hat geschworen, die im Februar 2008 erklärte Unabhängigkeit des Kosovos niemals anzuerkennen. Der 45. Patriarch machte mit seiner Ansprache deutlich, dass die politisch einflussreiche serbisch-orthodoxe Kirche in dieser Frage auch weiterhin den Kurs der Regierung unterstützt.

In Kosovo gewirkt

Das Patriarchat in Belgrad beansprucht weiterhin die Kontrolle über den Bischofssitz im Kosovo. Es gibt dort hunderte bedeutende Kirchen und Klöster, die bis auf das 13. Jahrhundert zurückgehen. Irinej war wie sein verstorbener Amtsvorgänger Pavle eine Zeit lang in der damaligen serbischen Provinz eingesetzt.

Der als liberal geltende 80-Jährige hatte sich in der Synode am Freitag überraschend gegen nationalistische und konservative Favoriten durchgesetzt. Da der Patriarch allerdings im Losverfahren aus den drei letzten verbliebenen Bewerbern bestimmt wird, hat es in der Geschichte der serbisch-orthodoxen Kirche schon häufig Überraschungen gegeben. Das sogenannte apostolische Wahlverfahren wurde 1967 eingeführt, um eine direkte Einflussnahme des sozialistischen Staates auf die Besetzung des höchsten Kirchenamtes zu verhindern. (oku/ddp/)

Erstellt: 23.01.2010, 18:13 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre