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Der Vatikan bleibt auf Schmusekurs mit Piusbrüdern

Von Michael Meier. Aktualisiert am 25.06.2009 4 Kommentare

Obwohl nicht erlaubt, werden die Piusbrüder am Wochenende Priester weihen. Rom bleibt zweideutig.

An ihm scheiden sich die Heiligen Geister: Richard Williamson, Bischof und Piusbruder.

An ihm scheiden sich die Heiligen Geister: Richard Williamson, Bischof und Piusbruder. (Bild: Keystone)

Vor Wochen schon hat die Priesterbruderschaft Pius X. angekündigt, am 27. Juni im bayrischen Zaitzkofen und am 29. Juni in Ecône VS Priester zu weihen. Vor allem in Deutschland tobt seither ein Streit um die Rechtmässigkeit der Weihen.

Die Bruderschaft müsse die geplanten Weihen unverzüglich absagen, forderte Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg, in dessen Sprengel die Weihen stattfinden werden. Man solle die Weihen bis zur vollständigen Aussöhnung mit dem Vatikan aufschieben. Andernfalls müsse man sie als «Akt der Widerspenstigkeit und als ein Zeichen mangelnden Willens zur Einheit» interpretieren. Der Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, verlangte vom Vatikan eine klare Distanzierung.

Ungerührt vom Verbot

Doch der zierte sich lange, bis er letzte Woche über den Pressesaal verlauten liess, die Priesterweihen seien aus katholischer Sicht weiterhin nicht erlaubt. Zwar hatte Papst Benedikt am 21. Januar die Exkommunikation gegen die vier 1988 von Erzbischof Lefebvre unerlaubt geweihten Bischöfe aufgehoben. Doch hat die Priesterbruderschaft nach wie vor keinen definitiven kirchenrechtlichen Status, weshalb sie nicht weihen darf. Die Piusbrüder halten trotz allem an den Weihen fest.

Sie machen einen Notstand geltend. Die Kirche müsse gerade in ihrer jetzigen Krise überleben. In den normalen Priesterseminaren würden Priester spirituell schlecht vorbereitet, so der Pius-Dogmatiker Matthias Gaudron. Der Vatikan wolle mit der Bruderschaft sowieso zuerst die dogmatischen Fragen und dann erst disziplinäre Probleme wie die Weihen klären. Der Generalobere der Priesterbruderschaft, der Schweizer Bernard Fellay, sagte der österreichischen Zeitung «Die Presse»: «In Rom gibt es Verständnis für diese Weihen, auch wenn man sagt, die sind unerlaubt.»

Williamson nicht geahndet

Tatsächlich sprechen Experten von einer «bewusst offen gehaltenen Grauzone». Denn ein eigentliches Verbot der Weihen hat der Vatikan nicht ausgesprochen – und keine Sanktionen angedroht. Er ist weiterhin auf Schmusekurs mit den Piusbrüdern. Zur Erinnerung: Auf Druck der Weltöffentlichkeit hatte Rom den Lefebvristen-Bischof Richard Williamson aufgefordert, seine Aussagen, es habe in Nazi-Deutschland keine Gaskammern gegeben, zurückzunehmen. Doch dieser hat bis heute nicht widerrufen. Und der Vatikan lässt ihn gewähren.

Der Streit um die Weihen ist ohnehin obsolet geworden. Bereits hat der Generalobere Fellay Fakten geschaffen. Am 3. Mai weihte er im französischen Bellaigue den Schweizer Anselm Genilloud und letzten Freitag in Wiona im US-Staat Minnesota 13 junge Männer zu Priestern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.06.2009, 21:56 Uhr

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4 Kommentare

Jan Sobieski

26.06.2009, 07:19 Uhr
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Die Brüderschaft St. Pius übernimmt die längst fällige Aufgabe der Opposition zu den Extremisten auf der anderen Seite des kirchlichen Spektrums. Den Exzessen der modernistisch-ökumänistischen Häretikerfraktion, die in der deutschen Bischofskonferenz mit Zollitsch und Lehmann an der Spitze, langsam ein unerträgliches Übergewicht gewonnen haben, muss endlich Einhalt geboten werden! j3s Antworten


Adelheid Heeb

26.06.2009, 09:37 Uhr
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Wer hat denn hier die Wahrheit gepachtet ? Papst Benedikt und die Pius Brüder haben ihre Anhänger. Jeder und jede Gläubige sollte doch der Religionsgemeinschaft angehören, in der man sich geborgen fühlt. Machtkämpfe innerhalb der katholischen Kirche sind unchristlich und bewegen immer mehr Menschen, ihr Seelenheil anderswo zu suchen. Diese Probleme interessieren sie dann nicht mehr. Antworten



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