Ausland

Die Deutschen stellen ihren Parteien ein schlechtes Zeugnis aus

Aktualisiert am 06.08.2009

Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl hält die Mehrheit der Wähler keine Partei für fähig, die Probleme Deutschlands zu lösen.

Sie kämpfen um das Kanzleramt: Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Angela Merkel (CDU).

Sie kämpfen um das Kanzleramt: Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Angela Merkel (CDU).
Bild: Keystone

Beim neusten ARD-Deutschlandtrend, der am Freitag veröffentlicht wird, gaben 52 Prozent der Befragten an, die Probleme seien so gross, dass sie keiner Partei zutrauten, sie zu lösen. Die SPD kommt bei der Anfang August durchgeführten Befragung wieder leicht aus ihrem Tief bei anderen Umfragen Ende Juli heraus. Ihren Deutschlandplan hält die grosse Mehrheit der Wähler für wichtig, das Ziel von vier Millionen neuen Jobs aber für unrealistisch.

Immerhin 43 Prozent der Befragten sagen, noch nie sei ihnen bei einer Bundestagswahl die Entscheidung für eine Partei so schwer gefallen wie diesmal, 55 Prozent finden das nicht.

FDP legt auf 16 Prozent zu

Bei der Sonntagsfrage legte die FDP gegenüber der Vorwoche um zwei Punkte zu und erreichte 16 Prozent. Sowohl die Union als auch die SPD büssen gegenüber der Vorwoche jeweils einen Punkt ein, so dass die Union auf 35 Prozent kommt und die SPD auf 23 Prozent. Linke und Grüne erreichen unverändert zehn und 13 Prozent. Union und FDP hätten damit zusammen eine Mehrheit von 51 Prozent.

Eine Mehrheit von 58 Prozent der Wahlberechtigten fände es gut, wenn die FDP an der nächsten Bundesregierung beteiligt wäre, 37 Prozent fänden dies nicht gut. Bei der Frage, ob es nach der Wahl eine schwarz-gelbe oder eine Grosse Koalition geben sollte, sind die Deutschen jedoch unentschieden: 47 Prozent sind der Ansicht, eine Koalition aus Union und FDP «wäre besser für das Land», 43 Prozent finden dies bei einer Koalition aus Union und SPD.

SPD lancierte wichtige Diskussion

76 Prozent der Befragten finden, dass die SPD mit ihrem Deutschland-Plan «eine wichtige Diskussion angestossen hat», 68 Prozent sind der Ansicht, sie habe «mit dem Plan deutlich gemacht, für welche Ziele sie steht.» Allerdings sind 73 Prozent der Meinung, dass das Ziel, in zehn Jahren vier Millionen neue Jobs zu schaffen, unrealistisch ist.

Ein Drittel der Bundesbürger (33 Prozent) sieht es als wichtigste Aufgabe nach der Wahl, Arbeitsplätze zu sichern. 22 Prozent finden, die wichtigste Aufgabe sei es, neues Wirtschaftswachstum zu schaffen.

Abstand Merkel-Steinmeier so gross wie nie

Die Liste der beliebtesten Politiker führt weiterhin Kanzlerin Angela Merkel an, mit deren Arbeit 72 Prozent der Deutschen zufrieden sind (+2 gegenüber der Vorwoche). Auf Platz zwei bleibt Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit 68 Prozent Zustimmung (+1), Platz drei belegt Familienministerin Ursula von der Leyen mit 63 Prozent. Aussenminister Frank-Walter Steinmeier verliert einen Punkt gegenüber der Vorwoche und belegt mit 58 Prozent den vierten Platz.

Bei der Direktwahlfrage ist der Abstand zwischen der Kanzlerin und ihrem Herausforderer weiter gewachsen: 61 Prozent würden sich für Merkel entscheiden (+1) und 24 Prozent für Steinmeier (-1). Der Abstand zwischen den beiden Kanzlerkandidaten ist mit 37 Punkten so gross wie noch nie zuvor beim Deutschlandtrend.

Infratest dimap befragte am 3. und 4. August 1002 Wahlberechtigte ab 18 Jahren, für die Sonntagsfrage 1541. Für den Deutschland-Plan fanden die Befragungen am 4. und 5. August statt. (vin/ap)

Erstellt: 06.08.2009, 22:51 Uhr


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.