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Die Rache des Wiktor Janukowitsch
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Oppositionsführer Wiktor Janukowitsch hat offenbar die Präsidentschaft-Stichwahl in der Ukraine gewonnen. Nach Auszählung von rund 80 Prozent der Stimmen führte er nach Angaben der amtlichen Wahlkommission mit 48,8 Prozent.
Ministerpräsidentin Julija Timoschenko erhielt gemäss diesen Angaben 45,6 Prozent der Stimmen. Janukowitsch erklärte sich noch am Sonntagabend zum Sieger und forderte Timoschenko zum Rücktritt auf. Deren Lager warf dem Gegner jedoch Wahlfälschung vor. Nach eigenen Auszählungen von 85 Prozent der Stimmen führe Timoschenko mit 0,8 Prozentpunkten, führten die Anhänger der Mininsterpräsidentin an.
Timoschenkos Team überprüft Ergebnisse
Timoschenkos Wahlkampfleiter Olexander Turchinow hatte noch vor der Schliessung der Wahllokale angebliche Unregelmässigkeiten bei der Stimmabgabe in der Region Donetsk, einer Hochburg Janukowitschs im Osten des Landes, angeprangert. Man werde die Ergebnisse in rund 1000 Wahllokalen anfechten, sagte er. Die Wahlleitung dagegen bezeichnete die Abstimmung vom Sonntag als gültig. Es habe keine schwerwiegenden Verstösse gegen das Wahlrecht gegeben, hiess es. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 69 Prozent.
In einem Fernsehinterview versprach der 59-jährige Janukowitsch schon am Sonntag schnelle Reformen zur Überwindung der tiefen Wirtschaftskrise. Die 49-Jährige Timoschenko wies dies jedoch zurück und erklärte, sie liege in Führung. Zugleich forderte sie ihr Wahlkampfteam auf, «um jedes Ergebnis, jedes Dokument, jede Stimme zu kämpfen».
Erbitterter Wahlkampf
Janukowitsch und Timoschenko hatten sich einen erbitterten Wahlkampf geliefert, in dem sie sich gegenseitig der Lüge und Fälschung bezichtigten. Janukowitsch waren bei der Präsidentenwahl Ende 2004 massive Fälschungen zur Last gelegt worden. Damals hatten die Ukrainer mit Protesten eine neue Abstimmung erzwungen, aus der der amtierende Präsident Wiktor Juschtschenko als Sieger hervorging. Er war diesmal im ersten Wahlgang ausgeschieden. Timoschenko war Juschtschenkos Verbündete bei der «Orangen Revolution». Inzwischen sind die beiden zerstritten.
Sowohl Timoschenko als auch Janukowitsch haben sich für gute Beziehungen zu Russland ausgesprochen, streben gleichzeitig aber eine weitere Annäherung an die EU an. Wichtigstes Ziel des neuen Präsidenten dürfte es sein, das Land aus dem politischen und wirtschaftlichen Chaos zu führen. Ein Staatsbankrott konnte zuletzt nur mit Hilfe eines Milliardenkredits des Internationalen Währungsfonds abgewendet werden. (oku/sda/)
Erstellt: 08.02.2010, 08:38 Uhr
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