Ausland

«Dieser Tausch ist völlig unrealistisch»

Aktualisiert am 30.07.2011 13 Kommentare

Die Taliban wollen mithilfe der Schweizer Geiseln die Terroristin Aafia Siddiqui von den USA freipressen. Ein Pakistankenner sagt, weshalb sich die Terrororganisation damit nur selbst schadet.

1/16 Konnten sich in der Gefangenenunterkunft offenbar relativ frei bewegen: Daniela W. und David O. nach der Rückkehr. (17. März 2012)
Bild: Keystone

   

Uno-Sanktionen gegen Entführer

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wollte sich nicht zu den jüngsten Meldungen äussern. Das EDA habe Kenntnis von den «diversen Informationen, welche in den Medien verbreitet werden», kommentiere diese aber nicht.

Der UNO-Sicherheitsrat verhängte gestern Sanktionen gegen die radikalislamischen Taliban in Pakistan. Die Vermögenswerte der Gruppe «Tehrik-E Taliban Pakistan» würden eingefroren, teilte der Ausschuss zur Überwachung der UNO-Sanktionen gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida mit.

Ausserdem sei ein Waffenembargo gegen die Aufständischen verhängt worden. Der Schritt des Weltsicherheitsrates wurde von Pakistan, den USA und Grossbritannien unterstützt.

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«Schweizer Geiseln sind ungeeignet»: Der aargauer Grossrat Yahya Bajwa.

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Am Freitag wurde bekannt, dass die pakistanischen Taliban die beiden Schweizer Touristen in ihrer Gewalt haben. Waliur Rehman stellte die Bedingungen für eine Freilassung der beiden: Sie sollen gegen eine in den USA inhaftierte Pakistanerin ausgetauscht werden.

«Wir sind bereit für einen Handel», erklärte der Vize-Chef der Bewegung «Tehrik-e-Taliban Pakistan» (TTP) bei einer Medienkonferenz im Shawal-Tal in der Stammesregion Nord-Waziristan. Das Gebiet um den Ort Loran wird von den Aufständischen kontrolliert.

«Die Entführung von Schweizer Touristen macht wenig Sinn»

Die Forderung nach der Freilassung der in den USA inhaftierten Wissenschafterin als Tausch für die beiden Schweizer Geiseln überrascht Pakistankenner Yahya Bajwa. «Um Druck auf die Amerikaner auszuüben macht eine Entführung von Schweizer Touristen wenig Sinn», sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Die Denkweise der Entführer sei nur schwer nachvollziehbar. Man müsse sich die Frage stellen: «Was ist der Gegenwert, kann der so hoch sein?», sagte der schweizerisch-pakistanische Doppelbürger und Grossrat der Grünen im Kanton Aargau am Freitag.

Um eine Freilassung von Aafia Siddiqui aus der US-Haft zu erreichen, müssten die Taliban direkt mit den Amerikanern verhandeln können. Dafür seien die zwei Schweizer aber ungeeignet. «Siddiqui selbst würde die versuchte Freipressung - sollte sie den wirklich stimmen - nur schaden. Dieser Tausch ist völlig unrealistisch!»

«Es geht alles viel länger»

Die US-Geheimdienste verdächtigten die Wissenschafterin Siddiqui nach dem 11. September des Terrorismus und verhafteten sie 2008 in Afghanistan. 2010 wurde sie wegen des Tötungsversuchs von US-Beamten zu 86 Jahren Gefängnis verurteilt. Die vermeintliche «Topterroristin» stritt die Kontakte zu den Taliban und der al-Qaida stets ab.

Durch das Bekenntnis der Taliban zur Entführung und den Forderungen an die USA werde die Situation der beiden Geiseln noch komplexer. «Es geht alles viel länger», warnte Bajwa. Die Entführer müssten sich in Sicherheit fühlen, bevor sie bereit seien, über eine Freilassung zu verhandeln.

Nachrichten aus Pakistan vorsichtig auswerten

Die Lage in den Grenzgebieten zu Afghanistan ist extrem angespannt. Sicherheitskräfte suchen nach den beiden Schweizern und nach anderen Entführten. Zudem fliegen die US-Streitkräfte immer wieder Drohnenangriffe gegen die Aufständischen.

Grundsätzlich mahnt Bajwa bei der Auswertung von Nachrichten aus Pakistan zur Vorsicht. Bereits vor zwei Wochen habe sich ein Taliban- Sprecher zu der Entführung des Schweizer Paars bekannt. Dies habe sich aber nicht bestätigen lassen. (mrs/sda)

Erstellt: 29.07.2011, 20:48 Uhr

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13 Kommentare

Paul Huber

29.07.2011, 21:06 Uhr
Melden 134 Empfehlung

natürlich will ich dass diese leute freigelassen werden aber es muss auch gesagt werden dass sie selber schuld sind dass sie geiseln wurden,von all den orten der welt mussten die unbedingt in ein muslimisches land,nirgends ist man 100% sicher aber die musste ausgerechnet nach pakistan,wieso nicht usa,England,Barbados,Trinidad,China,Australien? Antworten


Philipp Peter

29.07.2011, 21:35 Uhr
Melden 68 Empfehlung

Die Entführung von Schweizern macht wenig Sinn und Schweizer Geiseln sind ungeeignet? Ich möchte nicht von einer Verluderung des Denkens sprechen, ABER: Entführungen ergeben nie einen Sinn und geeignete Geiseln gibt es überhaupt nicht! Antworten



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