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Doppelanschlag auf Polizisten im Nordkaukasus

Aktualisiert am 31.03.2010

Zwei Tage nach den Terroranschlägen in der Moskauer Metro sind bei Bombenexplosionen in der russischen Kaukasusrepublik Dagestan mindestens elf Menschen getötet worden.

Stadt Kisljar in Dagestan.


Zwei Männer sprengten sich demnach in der Stadt Kisljar in der russischen Teilrepublik Dagestan in die Luft. Die Sicherheitskräfte teilten mit, zunächst sei ein in der Nähe einer Schule abgestelltes Auto detoniert, als ein Polizeiwagen vorbeigefahren sei.

Zwei Polizisten seien getötet worden. Am Anschlagsort hätten sich weitere Polizisten und Passanten versammelt. Dann habe ein Selbstmordattentäter in Polizeiuniform eine weitere Bombe gezündet. Dabei seien weitere Sicherheitskräfte und ein Zivilist getötet worden. Es gab viele Verletzte. Zum Zeitpunkt des Anschlags befanden sich gemäss Agenturmeldungen keine Kinder in der Schule. Insgesamt sollen mindestens elf Personen ums Leben gekommen sein.

Lange Serie von Anschlägen

Am Tatort liegen auch Dienststellen des Innenministeriums und des Geheimdienstes FSB, wie der russische Innenminister Raschid Nurgalijew sagte. Er ordnete scharfe Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Gebäuden im Nordkaukasus an. Zugleich kündigte er eine «harte Antwort» auf die jüngste Anschlagsserie an.

Kremlchef Dmitri Medwedew wies die dagestanischen Behörden an, die Familien der Opfer zu unterstützen. Im Nordkaukasus kommt es immer wieder zu schweren Anschlägen islamistischer Untergrundkämpfer, die für einen unabhängigen Gottesstaat kämpfen.

Bei Kämpfen zwischen russischen Sicherheitskräften, kriminellen Banden und islamistischen Rebellen starben allein 2009 mehr als 1000 Menschen, unter ihnen auch viele Zivilisten. Der Kreml versucht seit Jahren, Ruhe in die Region zu bringen.

«Krieg» im Kernland angedroht

In dem Gebiet, in dem auch die Unruhe-Republiken Tschetschenien und Inguschetien liegen, sind 23'000 Sicherheitskräfte stationiert. Die Islamisten hatten zuletzt gedroht, den «Krieg» weiter ins russische Kernland zu tragen. Am Montag hatten zwei Selbstmordattentäterinnen in der Moskauer Metro 39 Menschen in den Tod gerissen.

Der Inlandsgeheimdienst FSB machte Terroristen aus dem Nordkaukasus für das Blutbad verantwortlich. Dutzende Menschen wurden verletzt. Die ersten Todesopfer sollten am Mittwoch beerdigt werden. Am Dienstag hatte die russische Hauptstadt einen «Tag der Trauer» angesetzt. Die Angst vor neuen Anschlägen in Moskau ist gross. (vin/sda)

Erstellt: 31.03.2010, 15:56 Uhr

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